Werner Weigel landete fast in Herbergers berühmtem Notizbuch

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Stürmisch: Werner Weigel in der Saison 62/63 bei Rhenania Würselen in der Regionalliga Mittelrhein. 

Kassel – Der große Sepp Herberger machte ihm im Frühjahr 1963 Mut. Aber dann landete der damalige Gladbacher und spätere KSVer Werner Weigel, der am Mittwoch 80 Jahre alt wurde, doch nicht im berühmten Notizbuch des damaligen Bundestrainers. Der war zum Gladbacher Bökelberg gekommen, um sich beim Spiel der Borussia gegen Aachen seine Nationalmannschafts-Kandidaten anzuschauen.

Aber Netzer, Höttges und Co. enttäuschten den Chef, unterlagen der Alemannia 2:3 und verpassten wenig später die Bundesliga-Aufstiegsrunde. Werner Weigel aber, der die Vorlagen zu den Treffern von Laumen und Netzer gab, erntete Lob von Herberger: „Bleiben Sie am Ball“, rief er dem wieselflinken Linksaußen zu (100-m-Bestzeit: 11,1) und meinte wohl damit, dass er bei gleichbleibend guten Leistungen vielleicht doch mal zu einem DFB-Lehrgang eingeladen werde.

Doch Werner Weigel verließ noch im gleichen Jahr den Bökelberg, um über den Umweg MVV Maastricht 1967 beim KSV Hessen zu landen, für den er in der Regionalliga kickte. Aber: Sein Herz hängt noch immer an der Borussia. „Erst kürzlich habe ich mir einen Wunsch erfüllt und die Gladbacher dank einer VIP-Karte live erlebt. Leider unterlagen sie den Bayern 1:5. Mit ehemaligen Kollegen wie Herbert Wimmer und Herbert Laumen konnte ich über die guten alten Zeiten reden.“

Heute lässt sich Werner Weigel kaum noch auf dem Fußballplatz blicken. „Hin und wieder schaue ich mir ein Spiel der SVH-Jugend an, die mein Enkel Max trainiert. Und um nicht ganz einzurosten, gehe ich oft mit Rasta, dem Mischlingsrüden meiner Tochter Gaby, spazieren.“

Nach seinem Engagement bei den Löwen trainierte Weigel verschiedene Teams. Seinen größten Erfolg errang er mit der SG Hessen Hersfeld, die er 1976 in die Oberliga führte. Einen guten Draht hat der Jubilar noch zu seinen Schützlingen des CSC 03, die er in der Landesliga betreute. Er hat sie heute zur Geburtstagsfete ins Clubhaus des TC 31, für den er im Seniorenalter den Tennisschläger schwang, eingeladen.

Von Günter Grabs

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