Regen und Wind machen Skispringern zum Saisonbeginn im Weltcup das Leben schwer

Das Wetter sorgt für Wirbel

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Kassel. Wind-Roulette am Schanzentisch: Das Wetter meinte es bisher nicht gut mit den Skispringern – schon bei den ersten drei Stationen machte das Wetter den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung. Von Verschiebung über Komplett-Absage bis hin zur Verkürzung auf nur einen Durchgang – alles war dabei – ein Überblick:

Das ist bisher passiert

Beim Weltcup-Auftakt in Klingenthal regnete es stark, Training und Qualifikation mussten verschoben werden. Weiter ging es im finnischen Kuusamo: Hier fielen sogar gleich Training, Qualifikation und beide Wettbewerbe Wind und Regen zum Opfer. Vergangenes Wochenende in Lillehammer wurde erst die Qualifikation abgesagt und dann beide Springen von der großen auf die kleinere, weniger windanfällige Normalschanze verlegt. Der erste Wettkampf musste aber auf einen Durchgang verkürzt werden, der Wind wehte weiterhin zu stark. Nur das zweite Springen wurde ohne Unterbrechung durchgezogen.

Sicherheit geht vor

„Oberste Priorität hat die Sicherheit der Athleten“, sagt FIS-Renndirektor Walter Hofer, der natürlich auch weiß, dass die Sportler unbedingt springen wollen. „Wichtig ist die Frage, wie lang ich dem Athleten das Warten zumuten kann. Für den Wettkampf an sich ist das egal, es ist nur nicht schön zum Herzeigen.“ Eine entscheidende Rolle spiele auch, wie die Wettkampfstätte ausgestattet sei. „Gibt es genügend Platz, damit sich alle Athleten zurückziehen können, wie sieht es mit der Verpflegung aus und es kommt auch auf die Tageszeit und die Temperaturen an“, sagt der Österreicher und stellt klar: „Wenn der Athlet an seine Grenze kommt, machen wir Schluss.“ Ein Risiko wird nicht eingegangen – auch auf Fernsehen und Zuschauer wird keine Rücksicht genommen.

Entscheidung vor Ort

Die Verantwortlichen haben mehrere Möglichkeiten, vor Ort auf das Geschehen zu reagieren: In Lillehammer wurde zum Beispiel entschieden, auf die Qualifikation zu verzichten. „Wir sind mit 73 Athleten in den ersten Durchgang gestartet. Das ist natürlich nicht unser Ziel, weil das viel zu langatmig ist. Vom Wetter her war es aber nicht anders möglich“, sagt der 60-Jährige. „Wenn abzusehen ist, dass das Wetter besser wird, kann man sich auf so einen Durchgang einstellen.“ Und wenn doch abzusehen ist, dass es nicht besser wird? Dann beraten sich die Verantwortlichen. Aber: „Die Entscheidung, wie es dann weitergeht, wird erst nach dem ersten Durchgang bekannt gegeben“, sagt Hofer.

Das machen die Springer

„Es kommt darauf an, wann wir von der Verschiebung erfahren. Wenn wir noch im Hotel sind, bleiben wir auch da und gucken beispielsweise Fernsehen“, sagt Stephan Leyhe vom SC Willingen. „Wenn wir schon an der Schanze sind, bleiben wir einfach in der Kabine, lesen ein Buch, spielen Karten oder nutzen die Zeit, um mit unseren Ausrüstern zu sprechen“, so der 23-Jährige. „Das Wichtigste ist, dass wir abgelenkt sind. Und die große Kunst ist es, dann wieder punktgenau da zu sein, wenn es doch los geht.“

Willingen und der wind

In Willingen ist bisher seit der Premiere 1995 erst ein Springen abgesagt worden – und das war 2013, weil der Wind aus Südost kam – die einzige Windrichtung, bei der es am Mühlenkopf gefährlich wird. „Bei der Schanze in Kuusamo weiß man, dass sie windanfällig ist. Willingen hingegen ist eine sichere Nummer“, sagt Stephan Leyhe.

Dieses Wochenende steht der vierte Weltcup im russischen Nischni Tagil an. „Dort herrschen auf jeden Fall winterliche Verhältnisse“, hofft Walter Hofer endlich auf einen reibungslosen Ablauf.

Von Friederike Göbel

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