Unser Spiel: Die Lacrosser der Kassel Raccoons feiern ihm letzten Saisonheimspiel einen 23:1-Sieg

Der Wettergott ist ein Waschbär

Die Kassel Raccoons: (hinten v. links) Alexander Sondergeld, Oskar Jannik, Marvin Mewes, Marc Steinacker, Ryan Bolin und Sebastian Zinke. Davor (v.l.) Andreas Risius, Tim Dilcher, Simon Schubert, Michél Liebscher, Christian Repik und Philip Vaupel. Fotos: Fischer

Kassel. „Der Wettergott war noch immer Waschbär“, schrieb Fabian Sondermann im Bewerbungsschreiben zur HNA-Serie „Unser Spiel“. Sondermann ist Spielertrainer der Herren-Lacrosse-Mannschaft der Kassel Raccoons (Waschbären). Am vergangenen Sonntag trugen sie ihr letztes Saisonheimspiel in der 2. Bundesliga West aus, und wir waren dabei.

Für 15 Uhr ist der sogenannte Face-Off – der Anpfiff im Lacrosse – angesetzt. Doch am Sportzentrum Giesewiesen tut sich nicht viel. Zwei Fragen stehen im Raum: Wo ist die Sonnencreme? Und wo sind die fehlenden Schiedsrichter?

Der Wettergott hat seinen Teil erfüllt. Petrus sorgt für strahlenden Sonnenschein und Sauna-Gefühle auf dem Kunstrasen. Lacrosser tragen neben den Football-ähnlichen Helmen dicke Handschuhe, Ellbogenschoner und Brustpanzer – auf Betriebstemperatur zu kommen, ist kein Problem. Die Refs, so nennen Lacrosser ihre Unparteiischen, stehen gemeinsam mit Sondermann im Stau auf der A 44. Die Warterei nutzen die schon anwesenden Waschbären zur sorgenlosen Gegneranalyse. Die Bochum Isotopes haben einige Anfänger dabei und sind Letzter.

Kurz vor halb vier sind sie endlich da, die Refs. „Ten minutes!“ ruft Schiri Stefan Höller über den Kunstrasen – die meisten Kommandos im Lacrosse sind auf Englisch, der Internationalität wegen. Dann gehts los: „Eins, zwei, drei – Raccoons!“ donnert es aus dem Mannschaftskreis. Schnell gehen die Kasseler in Führung, die Gäste haben der Technik und Robustheit wenig entgegen zu setzen. Das sieht auch Zuschauer Nico Kimmich so. Kimmich ist Hallenwart der benachbarten Uni-Sporthalle und verfolgt die Waschbären beinahe seit ihrer Anfangszeit. „Das Tempo und das körperliche Spiel sind schon ganz geil“, schwärmt Kimmich am Spielfeldrand. Am Ende siegen die Kasseler 23:1, selbst für Lacrosse ist das ein hohes Ergebnis.

Auch Spieler Marvin Mewes ist schon lange dabei. Seit neun Jahren, um genau zu sein. Am kommenden Sonntag haben die Kasseler sogar noch theoretische Chancen auf die Meisterschaft und die damit verbundene Playoff-Qualifikation. Gegner ist ausgerechnet Tabellenführer Münster, den es abzufangen gilt. „Diese Saison ist die Erfolgreichste, die wir bisher hatten“, verkündet Mewes stolz.

Lacrosse-Hochburg Kassel

Playoffs hin oder her: „Wir markieren uns zur Zeit dick auf der Lacrosse-Landkarte“, sagt Mewes. Denn wenn die Waschbären-Saison vorbei ist, kommen weitere Höhepunkte. Die Nationalmannschaft trainiert seit letztem Jahr regelmäßig in Kassel und wird hier im Juni zwei Länderspiele bestreiten, als Vorbereitung auf die Europameisterschaft ab Ende Juli. Außerdem werden in diesem Mai die Playoffs zur Deutschen Meisterschaft in Kassel ausgetragen: Dann spielen die besten Acht die vier Finalrundenteilnehmer aus. Mit dabei sein werden auch die beiden verspäteten Kölner Refs Stefan Höller und Adrian Nolte. Beide schafften mit den Cologne Indians die Qualifikation.

Von Gregory Dauber

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