Regionalbeauftragter Schmelz gegen vorzeitiges Saisonende

Wie geht es im hessischen Fußball weiter? „Abbruch wäre das falsche Signal“

Kehrt der Amateurfußball in dieser Saison noch zurück? Eine Antwort darauf fällt der Vorstand des Hessischen Fußball-Verbandes vielleicht schon am Donnerstag.
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Kehrt der Amateurfußball in dieser Saison noch zurück? Eine Antwort darauf fällt der Vorstand des Hessischen Fußball-Verbandes vielleicht schon am Donnerstag.

In Hamburg wird die Saison im Amateurfußball abgebrochen. In Niedersachsen wird sie verlängert. Und in Hessen? Das ist noch offen, aber womöglich fällt am Donnerstagabend eine Entscheidung darüber.

Kassel - Dann tagt der Vorstand des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV). Dem Gremium gehören neben dem Präsidium des Verbandes auch die 32 Kreisfußballwarte und sechs Regionalbeauftragte an. Nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen durch die Politik soll dieses nun darüber beraten, wie es mit der Saison weitergeht. Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch über einen Abbruch der Spielzeit abgestimmt wird. Einige Kreisfußballwarte haben schon angekündigt, einen solchen Antrag zu stellen, wie der nordhessische Regionalbeauftragte Matthias Schmelz erklärt. Gerade in Südhessen seien zuletzt die Stimmen, die ein vorzeitiges Ende der Saison fordern, lauter geworden.

Schmelz ist allerdings ganz anderer Meinung: „Ein Abbruch zum jetzigen Zeitpunkt wäre das falsche Signal“, sagt er. Mit dem Beginn des zweiten Lockdowns Anfang November legte auch der Amateurfußball eine Zwangspause ein. Durch die Verlängerungen der Verordnungen blieben die Sportler in der Warteschleife. Zuletzt hatten aber Verbände und Vereine vermehrt Öffnungsperspektiven von der Politik gefordert. „Jetzt wo diese endlich da sind, wollen manche Kollegen abbrechen. Das passt für mich nicht zusammen“, sagt Schmelz.

Die Kreisfußballwarte der Region Kassel hatten ihre Haltung zuletzt in einer Videokonferenz mit dem Verbandsspielausschuss bekräftigt. „Wir erachten den eingeschlagenen Weg weiterhin für richtig und eine Annullierung sollte das allerletzte Mittel bleiben“, sagt Schmelz. Er fordert vielmehr, dass der HFV-Vorstand die Ruhe bewahren sollte. „Wir haben uns gerade erst darüber gefreut, dass die Kinder ins Training zurückkehren dürfen. Und schon vor dem nächsten Schritt – der Rückkehr der Erwachsenen – wollen wir die Saison abbrechen?“

Dieser zweite Schritt könnte am 22. März erfolgen – vorausgesetzt die Corona-Notbremse muss nicht gezogen werden. Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in knapp zwei Wochen in Hessen unter 100 liegt, dürfen wahrscheinlich auch die Männer und Frauen wieder ins normale Mannschaftstraining mit Kontakt einsteigen. Allerdings muss dann wohl jeder einen tagesaktuellen Schnelltest machen. Wenn sich die Inzidenz im Bundesland-Schnitt unter 50 befindet, ist das sogar ohne Test möglich. Der HFV hat den Vereinen drei bis vier Wochen normales Training zur Vorbereitung auf einen Re-Start zugesagt. Theoretisch wäre somit eine Fortsetzung der Saison am 11. oder 18. April möglich.

Laut Schmelz blieben dann noch neun Wochen Zeit, um die Hinrunde zu beenden. Das ist die Voraussetzung, damit der Verband die Serie werten darf. Bei einem Blick über alle hessischen Ligen wird klar: Die Anzahl der noch ausstehenden Spieltage der Hinrunde liegt zwischen drei bis zwölf. Noch sei es möglich, in allen Ligen die erste Saisonhälfte zu beenden. Denn: „Mit Pfingsten, Fronleichnam und Christi Himmelfahrt fallen Feiertage in den Zeitraum, die Doppelspieltage ermöglichen“, sagt Schmelz, der auch weiß: „Entscheidend ist aber natürlich, wie sich die Fallzahlen entwickeln.“ (Manuel Kopp und Horst Schmidt)

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