Dramatisches Achtelfinale 

Wilhelmshöhe Open: Kurz vor dem Ziel knicken Ejupovic die Beine weg

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Für ihn ging es nicht weiter: Elmar Ejupovic (links) konnte sein Achtelfinal-Match nicht beenden. Rechts: Turnierdirektor Eberhard Engelmann. 

Kassel – Elmar Ejupovic war sichtlich mitgenommen. Immer noch mit hochrotem Kopf, Arme, Beine und Tenniskleidung vom roten Sand gezeichnet.

Es waren schon einige Minuten nach Match-Ende des 26 Jahre alten Deutschen gegen den 22 Jahre alten Tschechen Matec Vocel vergangen – und dennoch saß Ejupovic mit gesenktem Kopf und fast ein wenig verzweifelt in der Umkleidekabine. Den ersten Satz hatte er 2:6 verloren, den zweiten 6:3 gewonnen, im dritten ging es in dieser Achtelfinal-Begegnung der Wilhelmshöhe Open in den Tiebreak. Und es wurde dramatisch.

Beim Stand von 3:2 für den Tschechen will Ejupovic einen Ball die Linie runter spielen. Longline sagt der Fachmann dazu. Ejupovics Oberschenkel versagen in diesem Moment ihren Dienst. Er kippt um, liegt auf dem Sand. Eine Minute, zwei Minuten, drei Minuten. Aufgeben will er nicht, muss er aber. Der Supervisor beendet das Match. Hinterher in der Umkleidekabine beschäftigt das den 26-Jährigen noch immer. „Musste ich aufhören?“, fragt er. „Ja, wenn du eine Minute da liegst und nicht weiterspielen kannst, muss der Schiedsrichter das Match beenden“, ist die Antwort.

Was auf dem roten Sand zunächst schlimm aussieht, stellt sich hinterher zum Glück als keine schwerwiegende Verletzung heraus. „Ich habe schon immer ein Problem damit, dass ich so viel schwitze, dadurch so viel Flüssigkeit verliere“, sagt Ejupovic. „Wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist, es draußen drückend ist, wird es körperlich für mich schwer. Es ist keine Verletzung. Die Oberschenkel haben einfach zugemacht. Beide. Ich konnte mich nicht mehr halten.“

An die Minuten danach kann sich Ejupovic gar nicht mehr so richtig erinnern. „Ich habe einfach versucht, am Leben zu bleiben“, sagt der 26 Jahre alte Weinheimer etwas martialisch. „Das war ein ekliges Gefühl. So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Er verpasste so, sein bestes Ergebnis bei den Wilhelmshöhe Open einzustellen. Auch bei den vergangenen beiden Ausgaben war er dabei. Einmal stand er im Viertelfinale.

Am meisten ärgerte ihn hinterher aber, dass er das Match nicht zu Ende spielen konnte – ganz egal mit welchem Ergebnis. „So fühlt es sich so an, als hätte man die drei Stunden auf dem Platz umsonst gespielt“, sagt er.

Nach Kassel kommt Ejupovic dennoch immer gern. „Das Turnier ist einfach weltklasse organisiert. Ich habe schon einige Challenger gespielt. Die kommen nicht an das Level hier ran“, sagt er. Nun muss er aber wieder ein Jahr warten. Weiter geht es natürlich dennoch. In der kommenden Woche steht das nächste Turnier an. Gestern Abend ging es dann erst einmal mit dem Zug zurück nach Weinheim. „Wenn ich es überhaupt bis zum Bahnhof schaffe“, fügte Ejupovic noch an. Da konnte er schon wieder lächeln. Favoriten setzen sich durch, Netuschil gescheitert

Kassel – Die Favoriten haben bei den Wilhelmshöhe Open das heutige Viertelfinale (ab 13 Uhr) erreicht. Titelverteidiger Orlando Luz gab zwar gegen Kai Wehnelt den ersten Satz ab (6:7), war danach mit 6:1 und 6:2 aber souverän.

Auch der Topgesetzte hatte Mühe: Sadio Doumbia (ATP 374) setzte sich gegen seinen französischen Landsmann Evan Furness aber zweimal im Tiebreak durch. Dagegen unterlag der an Nummer vier gesetzte Marvin Netuschil (Iserlohn) 5:7, 7:5, 6:3 gegen Jules Okala (Frankreich).

red

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