Holger Münzer und Martin Schareina

Wilhelmshöhe Open: Platzwarte sorgen für gute Bedingungen

Kassel. Nachdem auf dem Tennis-Court 5 Enrique Lopez-Perez den glatten Zwei-Satz-Sieg gegen Lukas Rüpke perfekt gemacht hat, gehen Martin Schareina und Holger Münzer zügig auf den Platz.

Schareina zieht mit seinem grünen Netz das Feld ab. Münzer befreit danach mit einem Besen die Linien vom roten Sand. Der Platz wird noch etwas bewässert – und schon ist er für das nächste Spiel bereit. Die beiden Platzwarte des KTC Bad Wilhelmshöhe sorgen bei den Wilhelmshöhe Open dafür, dass die Spieler tolle Bedingungen vorfinden.

Die Karrieren

Die Kasseler sind ein eingespieltes Team. Seit elf Jahren ist Münzer Platzwart beim KTC und den Wilhelmshöhe Open, Schareina sogar noch länger. Aber mit dem roten Sand hat der 52-jährige Schareina schon viel länger zu tun. „Durch den elterlichen Betrieb bin ich seit der Geburt auf Tennisplätzen unterwegs. Regional und international“, sagt der gebürtige Berliner, dessen Vater eine Firma hatte, die unter anderem Sportstätten baute. Der Sohn hat den Betrieb übernommen und kommt viel herum. In den 1980er Jahren präparierte er sogar einen Platz in Malmö für das Davis-Cup-Spiel zwischen Schweden und Australien.

Münzer ist gelernter Koch. Seitdem er im Ruhestand ist, kümmert sich der 73-Jährige um die Plätze des KTC. „Zunächst habe ich nichts darüber gewusst, dass habe ich nach und nach von Martin gelernt“, sagt Münzer.

Die Aufgaben

Die Aufgaben sind vielseitig. Nach jedem gespielten Satz ziehen die Platzwarte die Courts ab und säubern die Linien. Außerdem schließen sie mit einem Stampfer Löcher, die für Spieler gefährlich werden könnten. Je nach Bedarf wird auch gewässert. Das geschieht in Absprache mit den Schiedsrichtern, die sich aber meist auf den Sachverstand der beiden Routiniers verlassen. „Die Entscheidung geschieht in Kooperation. Wir sind ein gutes Team“, sagt Schareina. Während des Turniers kann es auch sein, dass auf einem Court das rote Ziegelmehl, aus dem der Sand besteht, nachgestreut werden muss.

Aber sie übernehmen auch andere Aufgaben, springen zum Beispiel ein, wenn einem Spieler mal ein Handtuch oder eine Banane fehlt oder sonstige Dinge auf der Anlage anfallen.

Die Bedingungen

Das Wetter stellt Münzer und Schareina immer wieder vor neue Herausforderung. Am Mittwoch war es heiß. Gestern erst regnerisch. Kein Problem für die Platzwarte. „Es ist wie in jedem Beruf. Wenn man die Basis und das Fachwissen hat, kommt man nah an 100 Prozent“, sagt Schareina und meint mit der Basis die Gegebenheiten der Plätze. „Die wurden schon zur Kaiserzeit gebaut“, sagt Münzer und verweist darauf, dass das Wasser besser abläuft als auf vielen anderen Tennis-Anlagen.

„Selbst wenn die Plätze unter Wasser stehen, kann man nach einer Stunde wieder darauf spielen“, sagt der 73-Jährige. Was hilft denn bei Regen, um die Plätze wieder schnell in Schuss zu bringen? „Es hilft Geduld und Vertrauen in den Platz“, antwortet Münzer. Mehr kann man nicht machen? „Doch, es gibt schon Tricks und Kniffe, aber die bleiben mein Geheimnis“, sagt Schareina.

Kein Geheimnis ist, dass der Centrecourt in Wilhelmshöhe über eine Unterplatz-Bewässerung verfügt. So ist das Bewässern sogar im laufenden Spiel möglich. Auf den anderen Courts nehmen die beiden Platzwarte den altbewährten Wasserschlauch zur Hand.

Egal ob Hitze oder Regen – so sind gute Bedingungen auch heute garantiet, wenn ab 13 Uhr die Viertelfinals im Einzel und die Halbfinals im Doppel stattfinden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.