Kassel bleibt höchst dotiertes ITF-Herrenturnier Deutschlands

Wilhelmshöhe Open sind nun Teil der World-Tennis-Tour

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Zwei Werbeplakate für die Auflage im Jahr 2019: Michael Eisfeld, Vorsitzender des KTC Bad Wilhelmshöhe, und Turnierdirektor Eberhard Engelmann freuen sich auf die Spiele im nächsten Sommer. 

Jetzt steht es fest: Die traditionsreichen Wilhelmshöhe Open werden nicht auf die Stufe eines Challenger-Tennisturniers angehoben.

„Finanziell hätten wir es geschafft, die höheren Anforderungen zu erfüllen“, sagte Turnierdirektor Eberhard Engelmann bei einem Pressegespräch auf der Anlage des KTC Bad Wilhelmshöhe. Doch um die logistischen Aufgaben zu stemmen, hätte der Verein 80 bis 100 Helfer benötigt – das wären drei- bis viermal so viele Mitarbeiter gewesen wie bisher. Deshalb entschieden sich die Verantwortlichen gegen diesen großen Schritt und kamen nicht dem Wunsch des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) nach. Kassel bleibt mit 25 000 Dollar Preisgeld (etwa 22 000 Euro) aber das höchst dotierte ITF-Herrenturnier in Deutschland.

Der Entschluss ist durchaus nachvollziehbar, zumal die Auswirkungen für den Kasseler Ausrichter eher positiv denn negativ sind. So werden die vom 15. bis 21. Juli 2019 stattfindenden Wilhelmshöhe Open Teil der neu geschaffenen ITF-World-Tennis-Tour. Mit dieser Kategorie möchte der Verband ITF noch mehr Profis den Weg erleichtern, von ihrem Sport leben zu können. Ein Motto dieser Serie lautet frei übersetzt: „Wenn die Stars von morgen ihr Können aufblitzen lassen.“ Das erinnert stark an den Slogan der Wilhelmshöhe Open: „Heute die Stars von morgen sehen.“

Bislang haben 14 000 Damen und Herren an den ITF-Future-Turnieren teilgenommen. Künftig sollen es nur noch jeweils 750 sein. Da die Qualifikationsplätze bei so einer Veranstaltung wie in Kassel von 64 auf 24 herabgesetzt werden, dürfte das Interesse von ambitionierten Akteuren deutlich steigen. Schließlich steigt nun die Chance, etwas Zählbares mitzunehmen.

Zwar gibt es ab 2019 auf den Plätzen am Bergpark Wilhelmshöhe nur noch fünf statt wie bisher 35 ATP-Weltranglistenpunkte zu holen, dafür gibt es aber insgesamt 225 Zähler für die ITF-Wertung – und diese Punkte bilden die Basis, um sich für die ATP-Konkurrenz zu qualifizieren. „Es findet eine Verschlankung der Teilnehmerfelder von oben statt. Dadurch werden noch mehr gute Spieler zu uns kommen“, ist Michael Eisfeld, der Vorsitzende des KTC, überzeugt. Denkbar also, dass auch Tennisprofis in Kassel dabei sind, die in der Weltrangliste sogar zwischen den Positionen 150 und 200 platziert sind. Im Regelfall rangierten die vermeintlich besten Starter zuletzt eher ein gutes Stück weiter hinten.

Es werden weiterhin vier Wildcards vergeben. Weil dem Verband die Förderung der Talente besonders am Herzen liegt, können sich Junioren über Turniere mit 15 000 Dollar Preisgeld für einen Wettbewerb wie den in Kassel qualifizieren.

Einiges müssen Engelmann, Finanzvorstand Wolfgang Schäfer und ihre Kollegen schweren Herzens im Zuge der Veränderungen akzeptieren. Durch die kleinere Qualifikation wird die Veranstaltung nicht mehr über zwei Wochenenden dauern. Es geht künftig erst montags los – der dritte Satz wird dann im Match-Tiebreak entschieden. Dienstagnachmittag beginnen die Partien des Hauptfeldes. „Wir überlegen allerdings, wie eine schöne Einstimmung an dem freien Wochenende aussehen kann“, erklärt Engelmann. Quali-Spiele bei der TSG Ahnatal werden wegfallen. Der benachbarte Klub des KTC soll jedoch noch entsprechend verabschiedet werden.

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