EJK-Spieler Timon Langnese hat ein großes Ziel

„Will den Sprung in die DEL 2 schaffen“

Training in den eigenen vier Wänden: Der Kasseler Eishockeyspieler Timon Langnese in seinem Zimmer in Fuldabrück.
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Der Kasseler Eishockeyspieler Timon Langnese trainiert zu Hause in seinem Zimmer in Fuldabrück.

Normalerweise ist Timon Langnese (19) fast täglich in der Kasseler Eissporthalle. Wir sprachen mit dem Eishockey-Nachwuchsspieler über die sportlich schwierigste Zeit seiner Laufbahn und seine Ziele.

Timon, du spielst seit 16 Jahren Eishockey. Ist das aktuell die schwierigste Zeit deiner Laufbahn?

Ja, auf jeden Fall. Wir hatten kürzlich wieder einen Monat lang kein Training. Schon im Frühjahr wurde die letzte Saison abgebrochen, danach hatten wir drei Monate kein Training. Auch jetzt steht die ganze Saison auf wackeligen Beinen.

Ihr spielt mit der U20 in der Deutschen Nachwuchsliga III Nord. Wie oft trainiert ihr eigentlich?

Normalerweise haben wir drei- bis viermal in der Woche Training, dazu zwei Spiele am Wochenende.

Wie viele Einheiten sind seit März nun schon ausgefallen?

Puh, das waren viele. Wir hatten ja drei Monate lang überhaupt kein Training. Ich hatte da das Glück, dass ich wenigstens im Fitnessstudio trainieren konnte. Das geht momentan aber auch nicht.

Und wie hältst du dich jetzt fit?

Wir haben einen Trainingsplan von unserem Fitnesstrainer Christian Bachmann bekommen. Ich mache viele Sprints, Sprünge, Übungen für die Schnellkraft und mit dem eigenen Körpergewicht. Außerdem fahre ich gerne Fahrrad und mache generell viel Sport. Im November durften wir kurz aufs Eis, aber das ist auch wieder gestrichen.

Im September durftet ihr nach langer Pause erstmals wieder trainieren. Was war das für ein Gefühl auf dem Eis?

Es war schon etwas ungewohnt und schwierig, wieder reinzufinden. Aber wir als Mannschaft haben die Pause gut weggesteckt, auch die Ergebnisse waren in Ordnung.

Wenn mal wieder alles läuft: Was sind deine Pläne und Hoffnungen im Eishockey?

Wir als Mannschaft wollen die Liga halten und so weit oben landen wie möglich. Ich persönlich möchte den Sprung nach oben schaffen, in die Oberliga oder die DEL2.

Bist du frustriert, dass du deiner letzten Junioren-Saison beraubt wirst?

Frustrierend ist es schon, aber ich konnte mich wenigstens bei manchen Vereinen schon zeigen. Vor dem Lockdown konnte ich bei den Huskies ab und zu mittrainieren, auch bei dem einen oder anderen Oberligisten konnte ich mich zeigen. Das fällt aktuell leider weg.

Wie motivierst du dich?

Mein Ziel, den Sprung zu schaffen, motiviert mich am meisten. Dabei helfen mir meine Freunde auch extrem. Mit einem Kumpel, der in Dresden spielt, spreche ich regelmäßig. Ich weiß, dass ich dran bleiben muss. Auch wenn Corona es einem schwer macht.

Wie geht es dir persönlich im Moment?

Mir geht es ganz gut, ein bisschen Angst ist aber da. Was mir am meisten fehlt, ist der persönliche Kontakt zu meinen Freunden, mit denen ich sonst viel unternehme.

Wie verläuft denn der Kontakt zu Freunden und Mitspielern?

Wir halten Kontakt über unsere Handys. Mit einzelnen Freunden darf man sich ja auch treffen, wir halten uns aber an die Regeln.

Und dann wird es auch noch früh dunkel. Hast du einen Tipp gegen den depressiven Corona-Blues?

Ich höre gerne Musik. Das mache ich auch vor den Spielen, das motiviert mich. (Björn Friedrichs)

Timon Langnese (19) wurde in Kassel geboren, seit seinem dritten Lebensjahr spielt er Eishockey. Der Stürmer gehört seit Jahren zu den Leistungsträgern bei der EJK, in der laufenden Saison hat er in fünf Spielen fünf Tore und zehn Vorlagen beigesteuert. Langnese ging zur Offenen Schule Waldau und machte dort seinen Realschulabschluss. Aktuell absolviert er eine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker bei Mercedes. Er wohnt in Fuldabrück.

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