EAM stoppt Sponsoring beim Kasseler Marathon – Veranstalter hoffnungsvoll

Kasseler Marathon sucht neuen Sponsor

Massenveranstaltung: Seit 2007 begeistert der Kasseler Marathon jedes Jahr Tausende von Läufern und Läuferinnen. archiv
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Massenveranstaltung: Seit 2007 begeistert der Kasseler Marathon jedes Jahr Tausende von Läufern und Läuferinnen.

Die gute Nachricht rund um den Kasseler Marathon ist die: die Veranstaltung wird zwischen dem 17. und 19. September stattfinden. Über die Form wird noch entschieden. Sie wird sich nach den bis dahin gültigen Rahmenbedingungen rund um die Corona-Pandemie richten, sagte Mit-Organisator Michael Aufenanger vor einigen Wochen in einem Interview dieser Zeitung.

Das war es dann aber auch mit den guten Nachrichten. Wie in diesen Tagen bekannt wurde, wird Titelsponsor EAM den noch bis Ende des Jahres laufenden Vertrag nicht verlängern. Die Folgen für eine der größten Laufveranstaltungen in Hessen könnten gravierend sein, was allerdings Marathon-Chef Winfried Aufenanger nicht in seinem grundsätzlichen Optimismus stoppt: „Wir haben immer noch eine Vielzahl von Partnern, sind jetzt aber auch offen für Gespräche in Hinblick auf 2022.“

Auch sein Sohn Michael Aufenanger will sich vorerst nicht bremsen lassen vom Ausstieg des Titelsponsors: „Wir blicken positiv nach vorn. Im Moment fokussieren wir uns voll auf die Organisation der kommenden Veranstaltung im September. Dann werden wir sehen, wie es weitergeht“, sagt der 44-Jährige.

Auch verweist Aufenanger auf die freundschaftliche Zusammenarbeit mit der EAM, die den Konkurrenten EON 2017 als Titelsponsor abgelöst hatte. „Natürlich sind wir jetzt betrübt, dass diese Partnerschaft auseinandergeht, aber wir wollen das kompensieren und sind dankbar für unsere zahlreichen anderen Sponsoren und Unterstützer“, sagt Aufenanger.

Dass es davon zahlreiche gibt, wurde auch durch andere Reaktionen deutlich. Entsprechend äußerte sich Dr. Thomas Hahn vom PSV Grün-Weiß Kassel: „Wir sind total überrascht, dass die EAM eine Veranstaltung aus der Hand gibt, die eine so große Wirkung entfaltet. Wenn es in diesem Jahr der letzte Marathon wäre, würden wir das außerordentlich bedauern. Für die Leichtathletik wäre das eine Katastrophe“, meint der Leichtathletik-Abteilungsleiter des PSV. Hahn stellte aber auch klar, dass der Verein, der sich mit seiner großen Zahl an Läufern schon früher engagiert habe, auch in der Zukunft bereitstünde, um zu helfen.

Wie und ob das künftig möglich ist, war allerdings am Donnerstag nicht das einzige Thema: „Der Ausstieg der EAM ist ein harter Schlag für die Region. Darüber bin ich sehr betroffen“ sagte der fünffache deutsche Marathonmeister Ralf Salzmann, der als Kasseler die Veranstaltung immer wieder mitbegleitet hatte. Auch über die künftige Organisationsstruktur macht sich der 66-Jährige Gedanken: „Das Marathonbüro hat seinen Sitz bei der EAM. Die gesamte Logistik muss künftig neu aufgestellt werden. Ich hoffe trotzdem, dass es weitergeht. Es wäre falsch, den Kopf in den Sand zu stecken.“

Schwer getroffen zeigte sich auch Sandra Morchner. Die Halbmarathon-Siegerin des Jahres 2018 lebt auf Sylt und wäre 2022 gern wieder mit dabei: „Ich drücke die Daumen, dass sich ein neuer Titelsponsor findet. Und ich hoffe, dass auch die Stadt Kassel die Bedeutung des Marathons für den Tourismus richtig einschätzt und sich engagiert.“ (Martin Scholz)

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