Mit 31 Läufern fährt der PSV Grün-Weiß Kassel zum Frankfurter Marathon

Zusammen Richtung Titel

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Gruppenbild mit Trainer: Winfried Aufenanger (links) und seine Läufer im Kasseler Auestadion. Einige von ihnen gehen am 25. Oktober in Frankfurt beim Marathon an den Start.

Kassel. Jeder hat hier im Kasseler Auestadion einen genauen Plan. „Insgesamt 17 Wochen läuft unsere Vorbereitung“, erzählt Winfried Aufenanger am Rande der Laufbahn.

Im Auestadion trainiert der frühere Polizeibeamte zweimal in der Woche seine Läufer und Läuferinnen. Und dafür schreibt er ihnen die Trainingspläne. In diesem Jahr ist ein Ziel besonders wichtig: der Frankfurter Marathon am 25. Oktober. Mit mindestens 31 Teilnehmern wird der PSV Grün-Weiß Kassel am Frankfurter Lauf über die 42,195 Kilometer lange Distanz teilnehmen. Und dabei geht es für den PSV als einem der großen deutschen Leichtathletikvereine nicht in erster Linie um die Teilnahme. Medaillen sollen her, und das vor allem in der Teamwertung im Rahmen der Deutschen Meisterschaften, die mit ausgetragen werden (siehe Hintergrund).

„Unser Thema ist das Team“, sagt Aufenanger, der bis 2001 zwanzig Jahre lang ehrenamtlicher Verbandstrainer der Marathonläufer des Deutschen Leichtathletik-Verbands war. Seit 2007 organisiert der 68-Jährige zudem den Kasseler Marathon. Laufen ist sein Thema. Und weil zum Laufen natürlich immer auch Ziele gehören, liegt das aktuelle Ziel momentan in Frankfurt.

„Unsere Stärke ist, dass wir beim Training unterschiedliche Gruppen bilden können“, sagt Aufenanger. Das sei vor allem bei den langen Läufen am Wochenende oder bei den Fahrtspielen oder Steigerungsläufen in der Aue wichtig. Im Auestadion selbst, wird allerdings auch gehörig aufs Tempo gedrückt. Allen voran Ybekal Daniel Berye, der zehnmal 1000 Meter jeweils in 2:55 Minuten läuft und an diesem Wochenende zuerst in Berlin antritt.

Andere haben sich in Gruppen gefunden. In einer solchen trainiert auch Jutta Siefert. Die 46-Jährige ist in ihrem anderen Leben Richterin am Bundessozialgericht, aber im Moment würde sie gern ihre Marathonbestzeit auf unter 3:05 Stunden runterschrauben. „Meistens trainiere ich daher mit den Jungs, da die eher meine Geschwindigkeit laufen“, sagt Siefert.

Ebenfalls eine neue Bestzeit erhofft sich in Frankfurt Christoph Günther. Der 36-Jährige läuft erst seinen vierten Marathon und würde gern unter 2:40 Stunden bleiben. „Meine Bestzeit liegt bei 2:55 Stunden, und die müsste ich eigentlich knacken, wenn ich gesund bleibe“, gibt sich der Kaufunger Lehrer optimistisch.

Aber auch andere Talente und sogar Top-Läuferin Simret Restle-Apel, die Gewinnerin des diesjährigen Eon Kassel Marathons, werden in Frankfurt an den Start gehen. Während sich Restle-Apel in Wiesbaden vorbereitet, trainieren der Gesundheitsmanager Nikolaj Dorka oder die Routiniers Thomas Reidick und Friedrich Iffert in Nordhessen. Das gilt auch für den aus Eritrea stammenden Ausnahmeläufer Daniel Ghebreselasie, der mit 55 Jahren eine diesjährige Marathon-Bestzeit von 2:46 Stunden vorzuweisen hat.

Christoph Günther sagt dabei das, was auch andere beim PSV denken: „Deutscher Meister kann in der Einzelwertung nur ein Ausnahmeläufer wie Arne Gabius werden. Aber im Team haben wir Chancen auf den Titel - und Deutscher Meister ist man dann eben auch.“

Von Martin Scholz

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