Schiedsrichter-Aufsteiger: Rübe und Sinning sind angekommen – Koch verletzt

Für zwei läuft’s rund

Pfiff Verbandsliga: Christian Sinning.

Kassel. Pfeifen sie gut, steigen Fußballschiedsrichter auf. So wie Christoph Rübe, Christian Sinning und Marcel Koch zur Saison 2017/18. Anlässlich der Winterpause fragten wir nach, wie es dem Trio in den höheren Klassen erging.

Wenig Glück war Marcel Koch beschieden. Der 31-Jährige von Olympia Kassel leitete wegen einer Verletzung keine Partie und richtet den Blick nach vorn. „Spätestens im Sommer steige ich wieder ein“, sagt er.

Ebenfalls die Verbandsliga erreichte Christian Sinning vom TSV Ihringshausen. „Der Sprung kam überraschend, weil ich im fortgeschrittenen Alter bin. Sonst schaffen es eher die Jüngeren“, betont der 38-Jährige. Auch deshalb erachtet er die Berufung als „besondere Anerkennung und Auszeichnung, die viel Spaß bereitet“.

Weil er selbst lange spielte und erst vor fünf Jahren mit dem Pfeifen begann, gelangte er als Unparteiischer spät in höhere Klassen. Die Hoffnung, weiter nach oben zu kommen, ist gering: „Wir können formal nur bis 40 Jahre aufsteigen. Ich werde ja schon 39.“

Mehrere Spiele benötigte Sinning, um sich auf die Verbandsliga einzustellen. „Es geht dort eine Spur schneller zu. Dafür ist der ganze Umgang leichter, weil alles ein stückweit professioneller abläuft“, erklärt er.

Christoph Rübe ist deutlich jünger. Der 24-Jährige stieg im Winter 2016 in die Hessenliga und zur neuen Saison in die Jugendbundesliga auf. Bisher lief alles rund, negative Erlebnisse blieben aus.

„Es ist toll, Profiluft zu schnuppern“, sagt der 24-Jährige und führt weiter aus: „Der Jugendfußball ist was ganz anderes als der bei den Senioren. Die Junioren spielen auf taktisch sehr hohem Niveau. Außerdem wissen sie, dass es Konsequenzen durch den Trainer gibt, wenn sie über die Stränge schlagen, und sind auf dem Platz disziplinierter.“

„Ich brauche die Gewissheit, dass ich auf dem Platz für jedes Problem eine Lösung habe.“

Christoph Rübe Schiedsrichter

Einfacher sei es für Rübe aber nicht. „Die Spiele sind schneller, immer mit Volldampf. Verschnaufpausen gibt es nicht“, sagt er. So steigerte er das Trainingspensum: „Es ist nötig, körperlich und geistig zu jedem Zeitpunkt des Spiels auf der Höhe zu sein.“

Aber es gab noch mehr Veränderungen. „Ich musste bei den Junioren mehr laufen lassen und mich auf eindeutige Dinge konzentrieren. In der Hessenliga pfeife ich auch mal, um ein Zeichen zu setzen“, sagt Rübe. Schwer sei die Umstellung in seinem ersten Spiel gewesen, einem Pokalduell der A-Junioren von Schalke 04 und Braunschweig.

Kommt Rübe in der Jugendbundesliga mit weniger Karten aus? „Ich bin nicht der Typ, der gern mit Karten arbeitet, sondern eher mit Persönlichkeit.“ Seine Zukunft geht er behutsam an. „Ich muss auf diesem Niveau mehr Erfahrungen sammeln, ehe ich noch eine Klasse höher pfeifen kann“, erklärt er und wird konkret: „Die Persönlichkeit sollte weiter reifen. Ich brauche die Gewissheit, dass ich auf dem Platz für jedes Problem eine Lösung habe.“

Von Wolfgang Bauscher

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