Duo zwischen Freude und Frust

Huskies: Carnevale darf heute spielen, weil Daoust zusehen muss

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Der eine darf heute spielen, der andere nicht: Die Huskies Taylor Carnevale (links) und Jean-Michel Daoust (rechts)am Salabüffet von Jürgen Rehmann (Mitte) im Café Lange.

Kassel. Für den einen ist es ein kleines Drama, für den anderen wie ein Sechser im Lotto: Gemeint sind die Huskies Jean-Michel Daoust und Taylor Carnevale.

Die beiden erleben vor dem vierten Eishockey-Duell der Kassel Huskies gegen die Bietigheim Steelers gänzlich gegensätzliche Emotionen.

Daoust, mit sechs Toren und zehn Vorlagen die Nummer drei der internen Scorer-Rangliste hinter Jamie MacQueen (12 + 10) und Braden Pimm (7 + 9) und ein großer Erfolgsgarant auf dem Weg zum Titel, muss heute zusehen, weil er wegen seiner zweiten großen Strafe aus dem Dienstagspiel einmal gesperrt ist. Carnevale indes profitiert davon, darf nach Wochen des Zusehens endlich wieder ran und den Platz seines kanadischen Landsmannes einnehmen.

„Natürlich bin ich happy und heiß auf meinen Einsatz“, sagt Carnevale. „Aber viel wichtiger als ich ist die große Chance fürs Team, nun die Meisterschaft erringen zu können. Ich hoffe sehr, dazu beitragen zu können.“ 33 Spiele hat er in der Hauptrunde bestritten, 14 Tore und 30 Vorlagen sind eine starke Bilanz des 25-Jährigen. Dennoch bekamen die Stürmer MacQueen, Pimm und eben Daoust sowie Verteidiger Mike Little meist den Vorzug gegenüber Carnevale, was wohl in Fitness, taktischer Disziplin, Defensivqualitäten und Einstellung begründet war. „Das hat weh getan“, sagt Carnevale, „aber jetzt zählen nur noch der Sieg und die Meisterschaft.“

Daoust indes hat jetzt den Blues. „Es ist total frustrierend, ausgerechnet jetzt nicht zu spielen. Ausgerechnet im ersten und hoffentlich letzten echten Endspiel um den Cup“, sagt der 32-Jährige, und die Enttäuschung ist ihm deutlich anzusehen. Gegen Ravensburgs Tousignant hatte er die erste großen Strafe in den Playoffs kassiert, am Dienstag dann nach einem unfairen Check gegen Steelers-Kapitän Borzecki die zweite. „I hit him and I hurt him“, sagt Daoust mit süß-saurem Lächeln, denn dass er den Bietigheimer getroffen und verletzt hat, brachte ihm die Ein-Spiel-Sperre ein.

Dennoch verschwendet er keinen Gedanken daran, dass er im Falle einer heutigen Niederlage am Sonntag dann in Bietigkeim wieder ins Team zurückkehren könnte. „Ich hoffe aus ganzem Herzen, dass die Jungs am Freitag den Titel klar machen“, sagt Daoust, dessen Klasse und Erfahrung aus fünf Meisterschaften im norwegischen Stavanger (2014 und 2015), in Cincinnati und Hull den Huskies heute fehlen wird. „Ich werde das Spiel auf der Tribüne mit meiner Familie verfolgen und hoffe, danaCH aufs Eis stürmen zu können.“

Trainer Rico Rossi leidet derweil mit Daoust und freut sich mit Carnevale. „Natürlich bekommt er jetzt seine Chance als Joker. Er hat gut und fleißig trainiert in den letzten Wochen. Und wir haben für genau solche Situationen ja fünf Ausländer für vier Plätze im Kader.“ Und noch eines sagt der Coach: „Taylor hat die Chance zum Helden zu werden. Aber alle anderen auch, die heute gegen die Steelers spielen können.“

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