Altersklassen-Weltmeister Huhndorf sowie Sämann, Jung und Walter berichten

Zwischen Paradies und Hölle: Diese Nordhessen schaffen den Ironman

Kassel. Die beste Nachricht vorweg: Im Schatten von Sensationsweltmeister Patrick Lange aus Bad Wildungen haben auch die vier anderen Nordhessen den Ironman-Triathlon auf Hawaii bewältigt.

Vier von 2232 Athleten, die das Ziel erreichten – und überwältigt waren - so wie Sieger Patrick Lang aus Bad Wildungen. Hier berichten sie von diesem Erlebnis:

Martin Huhndorf (39)

Verein: SC Neukirchen Zeit/Platz: 9:00:43 / 37. Gesamt / 1. AK 40

Martin Huhndorf

 „Das war ein Megarennen, im fünften Anlauf hat es endlich geklappt“, erklärt Martin Huhndorf, nachdem er zwei Nächte nicht geschlafen hatte. „Vor dem Rennen war ich zu aufgeregt, nach dem Rennen zu aufgekratzt.“ Im Vorjahr noch hatte ihn eine Zeitstrafe zurückgeworfen, vor zwei Jahren war er Dritter der Altersklasse 35 in 9:06 Stunden. Und nun 37. im Gesamt, Drittbester aller Amateure, Sieger der AK 40. „Das ist ein Hammer, den ich erst einmal realisieren muss.“ Dafür war eine Bestzeit nötig. Dass er nur um 43 Sekunden die Neun-Stunden-Marke verpasst hat, sei „ein Schönheitsfehler, mehr nicht. Der Weltmeistertitel in meiner Altersklasse ist wichtiger“, sagt der Maschinenbauingenieur.

Im Schwimmen blieb der Europameister unter 55 Minuten, „das hat mich total beflügelt“. Auf dem Rad habe er viel riskiert, seinen ewigen Rivalen Stubleski (USA) erst ziehen lassen müssen, dann aber wieder eingeholt. Und im Lauf hat er am Ende dann einen Schweizer auf Distanz gehalten.

Fazit: „Heute war Zahltag für einige Jahre harter Arbeit.“

Thomas Sämann (26)

Tri-Team Fuldatal 9:30:31 / 137. / 14. AK 25 

Thomas Sämann

„Bin unter zehn Stunden geblieben, war 16 Minuten schneller als 2015 und bin deutlichbesser platziert“ berichtet „voll zufrieden“ Thomas Sämann, der Franke, der in Kassel studiert. Beim Schwimmen (1:01 std) ging sein Plan voll auf, weit links zu starten und so dem Getümmel zu entkommen. Mit dem Rad fuhr er die erste Hälfte defensiv, „und wie erhofft hatte ich dadurch am Ende noch einige Körner und konnte am heißesten Tag der Woche noch einige Plätze gutmachen“. Im Marathon „begann der Kampf gegen den inneren Schweinehund schon bei Kilometer zehn, dafür sind 3:26 noch halbwegs okay“.

Fazit: „Zu einem perfekten Rennen fehlten nur zehn Minuten im Marathon.“

Christian Jung (36)

SC Neukirchen 9:56:11 / 350. / 84. AK 35

Christian Jung

„Bis aufs Radfahren bin ich zufrieden, auch wenn ich beim Schwimmen in starken Wellenkaum Rhythmus gefunden habe“, schreibt Christian Jung. Eine Gänsehaut hatte er beim Start, beim Umstieg aufs Rad aber relativ wenig Blessuren. Die ersten 60 Kilometer fuhr er im Schnitt 38, 39 km/h. „Dann aber konnte ich keine Nahrung mehr zu mir nehmen.“ 5:19 std - enttäuscht, mit bleischweren Beinen und leerem Tank ging’s zum Lauf. 3:14 als Ziel, schneller als je zuvor, um unter zehn Stunden zu bleiben, „das war weiter fort als der Mond“. Und doch hat‘s noch geklappt. „Gegen alle Schmerzen.“

Fazit: „Es war der härteste Wettkampf meines Lebens. Hawaii ist tatsächlich Paradies und Hölle gleichermaßen.“

Frank Walter (33)

SC Neukirchen 10:47:58 / 837. / 135. AK 35 

Frank Walter

„Bis Kilometer 120 auf der Radstrecke fühlte ich mich sehr gut, auch die Zeiten waren okay.“ Frank Walter hatte sich im Schwimmen („das lief nach Plan“) im Massenstart durchgesetzt, war gut unterwegs. Dann aber konnte sich der Debütant nur noch mit Wasser und Cola versorgen. „Zu diesem Zeitpunkt konnte ich mir nicht vorstellen, wie ich den anschließenden Marathon noch laufen sollte.“ Ans Aufhören aber habe er zu keiner Sekunde gedacht. „Dennoch waren die 42 Kilometer unter diesen Vorzeichen natürlich eine große Herausforderung.“

Fazit: „Dass ich das Rennen durchgezogen habe, um zu finishen, macht mich dann doch stolz. Es war ein hartes, aber unvergessliches Erlebnis.“

Rubriklistenbild: © dpa

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