Plesse-Hardenbergs Ex-Trainer Mikolajczyk tourt zwölf Monate um den Globus

Nörten/ Bovenden. Bisher gab der Handball im Leben von Artur Mikolajczyk den Rhythmus vor. Soeben krönte der Coach seine erfolgreiche Amtszeit bei den Frauen der HSG Plesse-Hardenberg mit Rang vier in der Oberliga.

Im gleichen Zeitraum baute der 39-jährige seine A-Lizenz. Nun kommt ein Break: Mit Freundin Britta geht es zwölf Monate auf Weltreise. Am 8. Juli hebt der Flieger nach Islands Hauptstadt Reykjavik ab. Kanada, USA, Hawaii, Südamerika, Neuseeland, Südostasien sind weitere Stationen.

„Wir sind froh, diese Chance zu bekommen. Es war unser großer Wunsch. Der Zeitpunkt ist ideal“, erklärt Mikolajczyk. „Ich möchte auftanken und mich neu fokussieren. Danach bin ich mit einem vielleicht etwas anderen Hintergrund offen für alles.“

Handball ist eine Leidenschaft, die ihn seit Kindesbeinen antreibt. „Ich möchte etwas aus meinen Teams machen. Du kannst Einfluss auf Menschen nehmen, sie formen. Man gibt etwas, bekommt aber auch viel zurück.“ So entstand der Wunsch, Trainer zu werden, früh. Der erste Übungsleiter Jaroslaw Szymaniak hinterließ einen bleibenden Eindruck. „Das war eine besondere Geschichte. Er war nicht zimperlich, aber irgendwie cool. Ich habe zu ihm aufgeblickt.“

Hauptberuflich als Trainer arbeiten? Das will der Sportwissenschaftler nicht ausschließen. „Ich kann es mir vorstellen“, erklärt Mikolajczyk, der auch in unteren Klassen immer Wert auf professionelles Arbeiten gelegt hat. „Die A-Lizenz ist das I-Tüpfelchen. Der Schein sagt nichts über die Qualität eines Trainers aus. Aber es ist eine Bestätigung und rundet meine Ausbildung ab.“

Der Weg zum Zertifikat war lang: Organisieren, Klausuren vorbereiten, Lehrgänge. „Es war eine Extraportion Stress und sehr anspruchsvoll. Wir bekamen nichts geschenkt.“ Prominente Mitstreiter waren Flensburgs Co-Trainer Maik Machulla und die Nationalspieler und Ur-Gesteine des TBV Lemgo, Florian Kehrmann und Volker Zerbe.

Mit Letzterem kreuzten sich die Wege im Rahmen der Hospitation Mikolajczyks bei den Füchsen Berlin. Dort schaute er Nationalcoach Dagur Sigurdsson über die Schulter. Zerbe ist Sportkoordinator des Bundesligisten. „Volker war ein toller Ansprechpartner. Mannschaft und Spieler waren sehr offen.“ Dazu zählten auch die spanische Ikone Iker Romero und Polens Auswahlspieler Bartlomiej Jaszka. „Sich mit solchen Topakteuren über ihre Handballphilosophie austauschen zu dürfen und neue Kontakte zu knüpfen, war für mich ein wesentlicher Teil der A-Lizenz-Ausbildung.“

Und wer weiß, wohin es Britta und Artur am Ende der Reise um die Welt verschlägt - möglicherweise nach Polen. „Dort gibt es mit Iskra Kielce eine Topmannschaft und mit Talant Duschebajew einen der möglicherweise besten Trainer der Welt“. Ein weiteres Handball-Praktikum ist also nicht ausgeschlossen. Ganz ohne das kleinere runde Leder geht es dann vielleicht ja doch nicht…

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