Handball / Eishockey

Profivereine fordern Perspektiven von der Politik

Das sagen Profivereine zur aktuellen Corona-Situation. Einige fühlen sich im Stich gelassen - andere fordern dringend Perspektiven aus der Politik. 

Die Eishockey- und Handball-Erstligisten Düsseldorfer EG und Bergischer HC fordern dringend Perspektiven aus der Politik für einen künftigen Spielbetrieb. Sonst stünden die Existenzen der Klubs und ihrer Ligen auf dem Spiel. „Die Politik gibt keine Konzepte vor. Alle Ideen zu Existenzsicherung und Neustart kommen aus dem Sport oder von Hallen-Betreibern“, sagte der Geschäftsführer der Düsseldorfer EG, Stefan Adam.

Beide Ligen hatten ihre Saisonen wegen des Coronavirus abgebrochen. Die neuen sollen im September beginnen - möglichst mit Zuschauern, da die Vereine wesentlich mehr von Ticketerlösen abhängig sind als die Fußball-Profis. Großveranstaltungen in Deutschland mit Zuschauern sind seit Mitte April bis zum 31. August verboten, in Berlin für Füchse und Eisbären sogar bis Mitte Oktober.

Thema seien nur Verbote und nicht was möglich ist

„Ob das viereinhalb Monate im Voraus fundiert entschieden werden konnte, ist diskussionswürdig“, sagt Adam. „Es geht aktuell nur um Verbote und nicht darum, was möglich ist. Ich höre nichts, wie eine Perspektive ab dem 31. August aussehen kann. Da müssen wir dringend in einen Dialog kommen, Sport und Politik. Bei der Wiedereröffnung der Gastronomie haben auch nicht die Gastronomen die Konzepte entwickelt.“

„Wir sind extrem darauf angewiesen, im September wieder zu spielen. Deshalb haben wir großes Interesse daran, dass es funktioniert im Fußball“, sagt Jörg Föste vom Bergischen HC. Sollte auch die Fußball-Saison abgebrochen werden und die Planungsunsicherheit noch länger dauern, „ist der Profisport in Deutschland existenziell bedroht - auch der Fußball“, sagt Adam. Wenn Eishockey erst im Oktober beginnen könne, „dann ist das schlecht, aber machbar und wir hätten zumindest Planungssicherheit.“

Im Handball aber kann dies nicht funktionieren. „Der Spielplan ist so dicht wie noch nie mit 20 Teams, Europapokal und Weltmeisterschaft. Ich kann mir einen Start erst am 1. Oktober nicht vorstellen“, sagt Föste.

Huskies und MT fühlen sich nicht im Stich gelassen

Von der Politik keineswegs im Stich gelassen fühlen sich die heimischen Topklubs. „Die Leute bei der Stadt Kassel und beim Land Hessen geben das Beste, sie bemühen sich sehr und informieren uns“, sagt Joe Gibbs. Der Geschäftsführer der Kassel Huskies hält auch das früh erteilte Veranstaltungsverbot bis 31. August für angemessen. Aber: „Jeder Einzelne kann mit dem Einhalten der Hygieneregeln seinen Beitrag leisten, dass dieser Termin schon eher neu überprüft und vielleicht vorgezogen werden kann.“ Der Start im Fußball jetzt könne da „ein gutes Beispiel werden oder ein schlechtes weit über Deutschland hinaus“. REAKTIONEN: "Wir sind mit dem Dialog gut gefahren"

Für Axel Geerken „wäre es natürlich schön, wenn in absehbarer Zeit Signale von der Politik kommen könnten“. Das aber, so der Vorstand der MT Melsungen, „ist Stand jetzt doch gar nicht möglich und somit auch nicht einzufordern. Wer weiß schon, was in vier Monaten sein wird“. Angesichts der vielen Unwägbarkeiten und der steten Entwicklung im Pandemieprozess „müssen wir uns noch weiter an den aktuellen Regeln langhangeln“ Sein Beispiel: „Wer hätte vor drei Wochen gedacht, dass jetzt die Restaurants wieder öffnen können?“

Auch Geerken sieht die Klubs gut gefahren im Dialog mit Ligen, Ländern und Kommunen. Natürlich werde er nicht nur am Wochenende die Entwicklung im Fußball interessiert verfolgen: „Da bekommen wir Fingerzeige für den gesamten Sport.“

Gerald Schaumburg mit dpa

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