Kochen ist ihr Hobby

Geduld ist der Schlüssel bei Kirchhofs Neuzugang Sandra Szary

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Fühlt sich sichtlich wohl in der Melsunger Stadtsporthalle: Sandra Szary. 

Kirchhof. Kennen Sie Piroggen? Das ist die polnische Variante Form von Maultauschen. Gefüllt werden sie mit Fleisch, Sauerkraut und Pilzen. Diese Spezialität kocht Sandra Szary, der Neuzugang von Handball-Zweitligist SG 09 Kirchhof, am liebsten.

„Kochen entspannt mich und das mache ich besonders gern für Freunde. Ich probiere aber auch immer mal was Neues aus“, sagt die 23-Jährige. Was Neues wagt sie nun auf allen Ebenen. Ein Neustart nebst Fernstudium im Bereich Verwaltung (Business Management) nach einem Jahr zum Vergessen.

Nach 49 Treffern in der 2. Liga war die Rückraumspielerin vor einem Jahr selbstbewusst zum Erstligisten HC Rödertal gewechselt. Dann ging fast alles schief. In der Vorbereitung zog sich die Linkshänderin einen Meniskusriss zu. Nach einer Operation hatte sie immer noch Schmerzen – und musste im November 2017 ein zweites Mal unters Messer. Im Februar kehrte sie zurück. Doch der neue Trainer Maximilian Busch, der nun in Bremen angeheuert hat, gab ihr keine Chance. Spielen durfte sie nur in der Reserve.

Freundschaft zu Urbicht als Lichtblick

Ihr einziger Lichtblick in Rödertal: Michelle Urbicht. Die Mitspielerin half ihr herzlich durch die schwierige Zeit, empfahl ihr einen guten Arzt in Leipzig – und ist weiterhin an ihrer Seite, weil nun beide das Kirchhof-Trikot tragen. In Alheim-Heinebach bilden sie eine Wohngemeinschaft und verstehen sich auch auf der Platte bestens. „Ich kenne ihre Bewegungen sehr gut“, betont Szary und sagt mit Blick auf ihr neues Team: „Hier ist eine ganz andere Mentalität. Wir motivieren uns gegenseitig und sind eine echte Einheit.“

Der Einbau der mit 1,82 m Größten in die Mannschaft des letztjährigen Tabellenfünften ist mit Geduld verbunden. Weil die Tochter der früheren polnischen Nationalspielerin Izabella Matuszszak nach der langen Pause naturgemäß an ihrer Fitness arbeiten muss. „Sandra kann uns mit Würfen aus der zweiten Reihe helfen, hat Power in den Beinen und ist auch im Mittelblock eine gute Option“, lobt Trainer Christian Denk.

Angetan davon, dass er auf Halbrechts neben der filigranen Leona Svirakova nun ein kampfstarkes Kraftpaket spielen lassen kann. Einen Teamplayer dazu, der heiß auf den Start am 8. September gegen Ex-Coach Busch und Bremen ist. Ein Auswärtssieg wäre ihr da sicher eine große Portion Piroggen für alle wert.

Zur Person:

Sandra Szary (23), geboren im polnischen Police, lebt in Alheim-Heinebach. Szary hat ungarische Wurzeln und einen deutschen Pass, weil ihr Vater Deutscher ist. Erst mit 13 Jahren begann die Linkshänderin mit Handball, wurde dann schnell polnische Juniorennationalspielerin und reifte bei Pogon Stettin sowie auf der Sportschule von SMS Gliwice. In Deutschland spielte sie in Köln Oberliga, ehe sie über BSV Sachsen Zwickau und HC Rödertal den Weg zur SG 09 Kirchhof fand. 

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