Denks Rücktritt Zäsur in der SG-Geschichte

2. Handball-Bundesliga: Der Umbruch bei der SG 09 Kirchhof misslang

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Luft nach oben: Greta Kavaliauskaite hat ihren Platz im Team der SG 09 Kirchhof noch nicht gefunden.

Die Entscheidung der Handball-Bundesliga Frauen (HBF), die aktuelle Saison abzubrechen, ist auch im Lager der SG 09 Kirchhof auf Zustimmung gestoßen. Trotzdem trauerte Diana Sabljak den acht ausgefallenen Spielen nach, um die der heimische Zweitligist gebracht wurde. „Wir hatten Lust auf mehr“, erklärte die Rückraumspielerin.

Die „Lust“ ergab sich auch daraus, dass die Mannschaft nach 9:5-Punkten aus den letzten sieben Spielen wieder auf Kurs war. Nicht zuletzt ein Verdienst von Gernot Weiss, der nach dem 15. Spieltag aufgrund des Rücktritts von Christian Denk eingesprungen war. Damit war die Abstiegsgefahr zwar immer noch nicht endgültig gebannt, doch dieses Risiko wäre die Kapitänin gerne eingegangen, um diese doch etwas verkorkste Saison zu retten.

Verluste nicht zu ersetzen

Nach zwei fünften Plätzen im Anschluss an den Wiederaufstieg wurden die Hoffnungen der Fans auf einen erfolgreichen Umbruch nach sechs Ab- und sechs Zugängen nämlich ziemlich enttäuscht. „Wir konnten unsere personellen Verluste nicht ersetzen“, bekannte Diana Sabljak. Im ersten Spiel beim 28:25 gegen Aufsteiger Freiburg wurde das noch notdürftig kaschiert, danach war das Gefälle nicht mehr zu übersehen. Besonders als sich Sina Ritter beim 21:22 gegen Herrenberg auch noch den Finger brach. Ohne den erstligaerfahrenen Neuzugang, der sich schnell als die erhoffte Führungsspielerin entpuppte und als eine der wenigen „Neuen“ die Erwartungen erfüllte, holte Kirchhof aus sechs Spielen nur einen Sieg.

„Der Druck auf die anderen Neuen war sehr groß“, hatte Sabljak, auf der mittlerweile fast die gesamte Last des Abschlusses im Positionsangriff lag, durchaus Verständnis dafür, dass sich Greta Kavaliauskaite oder Anouk van de Wiel derweil so schwer taten, in die Fußstapfen ihrer Vorgängerinnen zu schlüpfen. Die eine (Kavaliauskaite) musste als Rechtshänderin im verwaisten rechten Rückraum ran, die andere (van de Wiel) war nach langer und komplizierter Verletzung nur im Mittelblock eine verlässliche Größe. 

Darunter litt das gesamte Spielsystem. Der Tempohandball vergangener Tage war passé, ohne dass dafür ein erfolgversprechender Plan B vorlag. Im Gegenteil. Der Kirchhofer Positionsangriff war aufgrund des Ausfalls der rechten Seite so linkslastig, dass die Gegner bei der Verhinderung von Toren leichtes Spiel hatten.

Totaler Absturz verhindert

So wurde es auch mit Rückkehrerin Ritter nicht besser. Eine weitere Niederlagenserie (0:10-Punkte) zerrte an den Nerven. Ausschlaggebend für den Rücktritt von Christian Denk waren schließlich Auflösungserscheinungen seiner Abwehr. „Ich konnte die Schockstarre nicht lösen“, warf der Mann hin, der das Team einst in die zweite Liga geführt hatte.

Eine Zäsur. In den Annalen des Vereins wie in der Saison 2019/2020. Und letztlich ein Akt, mit dem der 36-jährige B-Lizenz-Inhaber Größe bewies, indem er die Interessen des Vereins über seine eigenen stellte. Und den Weg freimachte für einen Nachfolger, der den totalen Absturz verhinderte.

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