2. Bundesliga

Kirchhof legt mit 13:0-Lauf Basis zum 36:26-Erfolg gegen Lintfort

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Starke Vorstellung: Katarzyna Demianczuk parierte nicht nur hier gegen Eva Legermann (Nummer 4), sondern insgesamt glänzend für Kirchhof. Rechts im Bild zu sehen ist Dionne Visser (69).

Melsungen – Diese 13 Minuten können sich die Handballerinnen der SG 09 Kirchhof einrahmen. Die Phase, in der ihnen ein wahnsinniger 13:0-Lauf gelang. Und damit der Löwenanteil am 36:26 (16:16) in der 2. Bundesliga gegen den TuS Lintfort.

„Da waren wir im Rausch. Bei denen sind die Köpfe runter gegangen und bei uns hat alles geklappt“, frohlockte SG-Rechtsaußen Laura Nolte nach dem dritten Heimsieg in Serie, der Kirchhof auf den siebten Platz klettern lässt. Dieser Fabel-Lauf war bitter notwendig, denn nach 27 Minuten hätten nur die größten Optimisten an einen derart souveränen Sieg geglaubt.

„Wir haben zu viele Fehler gemacht, sind im Angriff zu dicht an die Deckung gegangen und hatten viele schlechte Pässe“, wusste SG-Coach Christian Denk, warum es eine Halbzeit lang nicht nach Plan lief. Das überraschte, weil die Gäste auf ihre Rückraumspielerin Annefleur Bruggeman verzichten mussten, die für ihren Stammverein Bayer Leverkusen im DHB-Pokal bei Union Halle-Neustadt angefordert wurde.

Ohne die Holländerin begann das Team von Trainerin Bettina Grenz-Klein mutig. Mehrfach konterte Lintfort die SG 09 aus und kam viel zu einfach zum Abschluss. Torfrau Frederikke Siggaard bekam praktisch keine Hand an den Ball und ihre Vorderleute verteidigten arg lückenhaft. Das nutzte besonders Linksaußen Eva Legermann aus, der allein bis zum 8:7 (13.) vier Treffer gelangen.

Als dann auch noch Becky van Nijf freie Fahrt zum 10:8 (16.) hatte, zog Trainer Denk die Reißleine und brachte Katarzyna Demianczuk für Siggaard ins Tor. Ein wichtiger Mosaikstein zur Wende. Wenn auch mit Verzögerung. Lintfort baute den Vorsprung angetrieben von der trickreichen Spielmacherin Mie Norup Isaksen und der treffsicheren Allrounderin Loes Vandewal auf 16:12 aus (27.).

Wende mit Demianczuk

Und es bedurfte mehrerer Schlüsselmomente, damit die SG 09 diesen Gordischen Knoten durchschlagen konnte. Zunächst verkürzte Danique Boonkamp mit einer Energieleistung, ehe Diana Sabljak mit viel Wut im Bauch zum 14:16 erfolgreich war. Und kurz darauf eine Behandlungspause brauchte, weil sie einen heftigen Schlag auf die linke Hand kassierte.

Den fälligen Siebenmeter verwerte Kreisläuferin Visser erst im zweiten Versuch und legte Sekunden später das 16:16 nach. Das reichte, um zur Pause Ruhe zu bewahren und im zweiten Durchgang die Fans zu verzücken. Da sorgte Kapitänin Kühlborn mit einem feinen Heber für die erste Führung zum 17:16 (31.). Da parierte Demianczuk prächtig und ließ ihre Parade gegen Leonie Lambertz durch Boonkamp und einen Doppelschlag von Sabljak vergolden. Fortan wurde jede Abwehraktion wie ein Treffer gefeiert. Von der Bank, auf der Tribüne.

„Das war ein rundum gelungener Auftritt“, frohlockte Coach Denk mit Blick auf die Leidenschaft, die Vorkämpferin Kim Mai und ihre Kolleginnen an den Tag legten. Erst Tatjana van den Broek beendete den 13:0-Lauf der Löwinnen mit ihrem Treffer zum 25:17 (40.). Spätestens da ging es ohnehin nur noch um die Höhe von Kirchhofs sechstem Saisonsieg.

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