3. Liga

Vanessa Maier erfreut sich an der Verzweiflung der gegnerischen Schützinnen

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Keine Angst vor großen Namen: Vanessa Maier pariert hier den entscheidenden Siebenmeter gegen Kirchhofs Ausnahmekönnerin Diana Sabljak, durch den Fritzlar das Derby im März 2017 mit 27:26 gewann. 

Die Frage lautet: „Worin besteht bloß die Faszination, sich 60 Minuten lang die Bälle um die Ohren fliegen zu lassen und ab und zu mal einen zu halten?“ Die Antwort gibt Vanessa Maier: „Ich liebe es, die Gegenspieler zu ärgern, wenn sie an mir verzweifeln.“

An der Torfrau des SV Germania Fritzlar sind in fast acht Jahren 3. Liga reihenweise Schützinnen verzweifelt, avancierte die Pädagogin in vielen Spielen zur Matchwinnerin. Drum könnte es sein, dass außerhalb der Domstadt die ein oder andere Spielerin aufatmet, weil sie mit nur 26 Jahren ihre Karriere beendet.

Warum nur so früh? Warum nach einer Saison, in der sie so wertvoll für ihre Mannschaft war wie vielleicht noch nie? „Weil künftig meine Prioritäten woanders liegen.“ Bei ihrer beruflichen Entwicklung nämlich. Vanessa Meier arbeitet Vollzeit als Erzieherin in Lenderscheid und studiert parallel „Soziale Arbeit“ Kassel. Dort mussten die Samstagsseminare bisher regelmäßig ohne die Torfrau stattfinden, die versichert: „Jetzt werde ich mich aufs Studium konzentrieren.“

Unter Gernot Weiss in der 2. Liga

Als zweimalige Drittliga-Meisterin, wobei der Titel von 2016 der „Schönere“ war, „denn den konnten wir so richtig genießen.“ Das i-Tüpfelchen für sie wäre der Aufstieg in die 2. Liga gewesen, auf den der Verein aber verzichtete.

Trotzdem sammelte Vanessa Maier Erfahrung im Unterhaus. Unter Trainer Gernot Weiss nämlich, in der Saison 2010/2011. Als A-Jugendliche, die 2009 mit 16 Jahren von ihrem Heimatverein ins Handball-Internat nach Bad Wildungen gewechselt war. Entdeckt von Susanne Bachmann bei einem Länderpokal-Turnier in Hamm.

Dazu wäre es wohl nie gekommen, wäre die Schwarzwälderin nicht in einem C-Jugendspiel der HSG Schramberg im Tor für ihre verletzte Mannschaftskameradin eingesprungen - und dort geblieben. Für Vanessa Maier eine gute Entscheidung: „Das war besser so, denn im Feld war ich keine Granate.“

Zwischen den Pfosten schon, auch wenn schließlich der Sprung in die 1. Liga bei der HSG Bad Wildungen unter Tessa Bremmer nicht gelang. Noch einen Versuch gibt‘s wohl nicht, obwohl Trainer Cojocar ihr das durchaus zutrauen würde: „Sie hat das Zeug dazu.“ Gemeint ist ihr „exzellentes Stellungsspiel“, mit dem sie Größennachteile (1,74m) wettmacht. Genauso wie Maiers Reaktionsschnelligkeit und ihr Antizipationsvermögen, auf das sie sich aufgrund ihrer Erfahrung immer mehr verlassen konnte. Und Futter für die eigenen Angreiferinnen gab‘s auch - in Form von zentimetergenauen Tempogegenstoßpässen.

Auch die machten Vanessa Maier beliebt und berüchtigt. Und waren schließlich untrennbarer Teil der Faszination Handball-Torfrau zu sein.

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