Sieben Spielerinnen gehen

Abschied überlagert Saisonfinale der SG 09 Kirchhof gegen TG Nürtingen

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Noch einmal zusammen einen Kirchhofer Sieg bejubeln: Leona Svirakova (l.) und Danique Boonkamp. 

Es bedarf keiner hellseherischen Fähigkeiten vorauszusagen, dass nach dem Spiel der SG 09 Kirchhof gegen TG Nürtingen Tränen fließen werden.

Was nichts mit dem Ausgang des letzten Saisonspiels des heimischen Zweitligisten zu tun haben wird, wohl aber damit, dass gleich sieben Spielerinnen Abschied vom Aufsteiger von 2017 nehmen. Macht insgesamt 60 Jahre Kirchhof, die sich wie folgt aufteilen:

25 Jahre ist Christin Kühlborn im Verein, hat seit den Minis für Kirchhof gespielt, verkörpert die Handball-Hochburg wie keine andere. Und war besonders in den letzten Jahren das „Gesicht“ der Mannschaft, eine konstante Größe, die drei Auf- und zwei Abstiege seit ihrem Debüt in der Damenmannschaft (mit 16 Jahren) miterlebte und mitgestaltete. Es ist der erste Wechsel des Kirchhofer Eigengewächses überhaupt, der seit zwei Jahren reifte. „Eine neue Herausforderung“ und „ein neuer Lebensabschnitt“ (Kühlborn) für die 25-Jährige, eine der stärksten Linksaußen der 2. Liga, die sich nun auch in der 1. Liga (bei Bensheim/Auerbach) durchsetzen will.

14 Jahre blieb Laura Nolte der SG 09 treu. Und hatte eigentlich schon nach dem 13. adieu gesagt. Dann aber aufgrund der Verletzung von Karolina Bijan noch mal ausgeholfen. Ganz glücklich ist sie mit ihrem Comeback nicht geworden. „Das war schwierig, ich bin da häufig an meine Grenzen gestoßen“, sagt die 25-Jährige Rechtsaußen. Nun aber gebe es, so die angehende Lehrerin, kein Zurück mehr, ihr Lebenmittelpunkt soll nicht mehr der Handball sein: „Der sich abzeichnende personelle Umbruch ist eine gute Gelegenheit zum Absprung.“

LauraNolte

11 Jahre hat Kim Mai in Kirchhof auf dem Buckel – und ist doch mit 23 eigentlich noch viel zu jung zum Aufhören, auch wenn es dafür berufliche und private Gründe gibt. Drum versuchte der Verein die Kreisläuferin, die bereits mit 17 in der ersten Mannschaft debütierte, umzustimmen – vergeblich. Was bleibt, ist die Zusage, im Notfall mal einzuspringen.

3 Jahre hat Dionne Visser am Kreis der SG gewirbelt und dabei reichlich Spuren hinterlassen. Mit Kirchhof schaffte die 22-Jährige den Aufstieg in die 2. Liga. Und sogar den Sprung ins Nationalteam der Niederlande. Nun will sie in der 1. Liga bei der HSG Bensheim/Auerbach „den nächsten Schritt machen“.

3 Jahre hat sich Danique Boonkamp um das Aufbauspiel der SG 09 verdient gemacht. Auch die 22-Jährige hat den Schritt aus der Handball-Akademie Papendal ins „wirkliche Leben“ nicht bereut und spielerisch wie athletisch große Fortschritte gemacht. Immerhin gibt‘s in der nächsten Saison ein Wiedersehen, denn ihr neuer Klub SV Halle-Neustadt zählt als Erstliga-Absteiger dann zu Kirchhofs Konkurrenten.

Noch einmal zusammen einen Kirchhofer Sieg bejubeln: Leona Svirakova (l.) und Danique Boonkamp. Fotos (2): Richard Kasiewicz

2 Jahre hütete Katarzyna Demianczuk das SG-Gehäuse. Die „Mutti“ eines Teams im Team, das wie Pech und Schwefel zusammen hielt und sich zu Höchstleistungen antrieb. Der Leistungssprung ihrer jüngeren Kolleginnen Paula Küllmer und Frederikke Siggaard geht damit auch auf das Konto der 27-Jährigen. Die Polin wäre nach eigenem Bekunden gerne geblieben, hat aber mit dem 1. FSV Mainz eine attraktive Alternative gefunden. Denn ihr kommender Arbeitgeber machte am letzten Spieltag den Aufstieg in die 1. Liga perfekt.

2 Jahre wirbelte Leona Svirakova im SG-Angriff. Am Anfang durchaus mit hauptsächlich körperlichen Anpassungsproblemen. Einen Schub gab der 26-jährigen Halbrechten ein Positionswechsel in der laufenden Saison, als die Linkshänderin effektvoll auf Rechtsaußen für die verletzte Karolina Bijan einsprang. Und auch als Spitze einer 5:1-Deckung eine gute Figur machte. Fähigkeiten, die in der kommenden Saison beim Klassenkameraden Füchse Berlin unter Beweis stellen will.

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