Tabelle ist verzerrt, aber Plätze werden auch verfrüht gesperrt

Ärger um Absagen

Schwalm-Eder. Das Spiel in der Kreisoberliga zwischen dem TSV Spangenberg und dem Tuspo Guxhagen (3:2) sorgt weiter für Diskussionen. Grund: Es war die einzige Partie, die an dem Spieltag stattfand. Die restlichen Spiele wurden abgesagt. Guxhagens Trainer Uwe Herkt hätte sich eine Generalabsage gewünscht.

„Die Tabelle wird doch total verzerrt. Bei uns in der Liga hat Spangenberg vier Spiele mehr als Edermünde und Englis“, sagt Herkt. Kreisfußballwart Erwin Naumann hält dagegen: „Die Tabelle ist doch schon lange verzerrt. Vielleicht gibt es erst drei Spieltage vor dem Saisonende eine bereinigte Tabelle.“ Er wünscht sich, dass nicht schon im Oktober Spiele abgesagt werden. „Einige Partien wurden vielleicht verfrüht abgesagt. Das hängt aber auch mit dem Rettungsschirm zusammen, unter dem viele Kommunen stehen. Die Partien werden dann vorsorglich abgesagt, damit der Platz keinen Schaden nimmt, was Kosten verursachen würde.“

Die Folge: Bis zum 31. Mai muss die komplette Saison gespielt sein, dann stehen die Relegationsspiel an. „Wenn jetzt noch mehr Spiele abgesagt werden, muss unter der Woche gespielt werden.“ Das wollen aber viele Vereine nicht, denn unter der Woche fehlen Spieler beruflich bedingt.

Vor drei Jahren traf es die Kreisoberliga schon mal so schlimm mit zahlreichen Spielabsagen. Da mussten die Vereine teilweise dreimal innerhalb von sieben Tagen spielen. Das könnte auch diesmal wieder passieren, falls in den nächsten Wochen noch mehr Spiele ausfallen. „Ich bin für jeden Vorschlag offen, um den Problem Herr zu werden. Nur bringt es einfach nichts, wenn man sich am Stammtisch über eine verzerrte Tabelle aufregt“, sagt Herkt. Die Situation könnte sich in der nächsten Saison sogar noch verschärfen, falls in der Kreisoberliga 17 Mannschaften melden. Eine Drosselung der Liga auf zwölf Mannschaften mit einem dann „normalen“ Spielbetrieb sei von den Vereinen nicht gewünscht.

Für Guxhagens Trainer Herkt ist die momentane Tabellensituation trotzdem nicht in Ordnung. „Vier Spiele Unterschied sind einfach zu viel. Das kann auch extreme Auswirkungen auf Auf- und Abstieg haben, wenn Mannschaften erst am Ende der Saison gegen andere Team ihre Spiele nachholen müssen, bei denen es um nichts mehr geht.“ Naumann hält dagegen: „Die in Guxhagen spielen doch auch nicht, wenn ihr Platz ein wenig nass ist. Das ist für mich nicht nachvollziehbar.“

Klar ist: Die Diskussionen um Spielabsagen und verzerrte Tabellen werden wohl bis zum Saisonende die heimischen Fußballer begleiten.

Von Daniel Schneider

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