3. Liga

Analyse: Was derzeit bei Aufsteiger Gensungen schief läuft

Frust auf der Bank der ESG Gensungen-Felsberg:. (v.l.) Christoph Koch, Jona Gruber und Trainer Arnd Kauffeld betrauern die 25:27-Niederlage gegen Menden.
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Frust auf der Bank der ESG Gensungen-Felsberg:. (v.l.) Christoph Koch, Jona Gruber und Trainer Arnd Kauffeld betrauern die 25:27-Niederlage gegen Menden.

Die ESG Gensungen/Felsberg ist nach der sechsten Niederlage im sechsten Spiel endgültig im Tal der Tränen angekommen. Dort droht den Edertalern gar ein längerer Aufenthalt, denn ihre Angriffsleistung beim 25:27 war schlichtweg nicht Drittliga reif.

Gensungen - Ein Offenbarungseid statt der erhofften Wende im Abstiegskampf, der die Probleme des Aufsteigers schonungslos offen legt: In der Offensive geht kaum etwas zusammen und unter Druck d.h. in den Spiel entscheidenden Situationen derzeit rein gar nichts.

Das Kreisspiel findet kaum statt und im Rückraum überzeugt pro Spiel allenfalls einer von drei Aufbauspielern, der dann spätestens nach der Pause (wie Vince Schmidt gegen Menden) vom Gegner ebenfalls gestellt wird. Konstanz sieht zudem anders aus. Linkshänder Jannis Kothe erzielte gegen die Dragons neun Treffer und danach in zwei Spielen keines mehr - ein durchaus repräsentatives Beispiel für das aktuelle Auftreten der Gensunger Recken.

Trotzdem. Ihr größtes Manko sieht Trainer Arnd Kauffeld derzeit in einem Entscheidungsverhalten, dass statt Lösungen und Überraschungsmomente (für den Gegner) eigene technische Fehler und Fehlwürfe en masse provoziert. Das gleichsam automatisierte wie intuitive Abwägen, was in kniffligen Spielsituationen zu tun ist - es klappt überhaupt nicht, ermöglicht den Gegnern Spiele ruckzuck zu drehen und davon zu ziehen. Da sind derzeit alle verantwortlichen Spieler überfordert, die sich in der Oberliga noch den ein oder anderen Fehler erlauben konnten.

Reine Kopfsache? Sicherlich das Hauptproblem angesichts der Negativserie einer jungen Mannschaft, für die die Drittklassigkeit in großen Teilen Neuland ist. Allerdings fehlt ihr auch ein Anführer, der unter Druck kühlen Kopf bewahrt und auf dem Feld unmissverständlich anzeigt, wo‘s langgeht. Die zweifellos begabten Jona Gruber oder Heinrich Wachs können das, allerdings nicht in ihrer aktuellen Form.

Personalpolitisch rächt sich darüber hinaus, dass Mike Gerhold nicht adäquat ersetzt wurde. Neuzugang Tom Küllmer ist damit noch überfordert und somit der beruflich stark beanspruchte Christoph Koch auf sich allein gestellt. Was seine Vorderleute aber nicht daran hindern sollte, ihn wieder mehr ins Spiel einzubeziehen.

Was sonst noch helfen könnte? „Einfacher spielen“, sagt der Routinier. Und plädiert dafür, „sich auf klare und bewährte Abläufe in Abwehr und Angriff zu konzentrieren.“ Rechtsaußen Maxim Schalles fordert den „Spaß am Handball“ zurück, der sich allerdings nicht auf Knopfdruck herstellen lässt. Dabei förderlich sein könnte das Bewusstsein, „dass es keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Privileg ist, in der 3. Liga spielen zu können.“

Die Fans haben das längst verinnerlicht, der Mannschaft bislang jede Niederlage verziehen. Auch die letzte, die - weil zu 100 Prozent hausgemacht - so richtig weh tat.

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