Persönliche Bilanz

Andreas Achternbosch beendet nach 44 Jahren seine Karriere

Kritischer Blick zurück: Andreas Achternbosch, der überraschend seine lange und erfolgreich Tischtennis-Karriere beendete.
+
Kritischer Blick zurück: Andreas Achternbosch, der überraschend seine lange und erfolgreich Tischtennis-Karriere beendete.

Die Entscheidung kommt unerwartet, doch für ihn ist es der richtige Zeitpunkt: Nach 44 Jahren beendet Andreas Achternbosch, der zuletzt für den TTC Todenhausen in der Tischtennis-Bezirksoberliga auf Punktejagd ging, seine Tischtennis-Karriere.

Homberg - Als Jugendtrainer bleibt er seinem Verein aber noch erhalten. Auf unsere Nachfrage äußerte sich Andreas Achternbosch über ...

... die Faszination des Tischtennissports: In einer Mannschaft spielen alle Altersgruppen zusammen, teilweise auch Männer und Frauen. Jeder kennt das Spiel und fast jeder hat es, ob auf dem Schulhof oder im Urlaub, schon mal gespielt. Es gibt zahlreiche Schlag-Varianten, um den Punkt zu machen. Neben der Fitness spielen vor allem auch Konzentration und die gewisse Coolness eine große Rolle.

... seine Vereine: Begonnen habe ich relativ spät, 1977 mit 12 Jahren bei der SG Kaarst. Und das nur, weil beim Tennis Aufnahmestopp war. Dann wechselte ich zur SV DJK Holzbüttgen, spielte dort von 1979 bis 1989. In den Schwalm-Eder-Kreis bin ich 1989 gekommen, wo ich bis 2005 für die Homberger TS und anschließend bis 2016 für RW Leimsfeld gespielt habe. Seitdem bin ich beim den TTC Todenhausen.

... das Karriere-Ende: Damit beschäftige ich mich schon seit einigen Jahren, in denen sich viel verändert hat. Dazu zählt die Geburt meines vierten Kindes im Januar 2017. Ich möchte mit meiner Familie mehr Zeit verbringen, die nach einer beruflicher Beförderung noch knapper geworden ist. Aber auch einige gesundheitliche Probleme, darunter zwei Achillessehnenanrisse zwischen 2017 und 2019, sowie die Ablösung des Zelluloid- durch den Plastik-Ball waren mitentscheidend.

... seine „Entwaffnung“: Das deutlich andere Sprungverhalten des Plastik-Balles hat das heutige Tischtennis so stark verändert, dass es so nicht mehr mein Sport ist. Ehemalige Paradeschläge wie mein Rückhand-Spin wurden plötzlich zum Nachteil und stellten keinen Gegner mehr vor Probleme. Das Spiel lesen, Ballgefühl und Spin wurden durch Kraft, Dynamik und Schuss ersetzt. Dadurch wurden mir von außen plötzlich ganz viele Waffen genommen.

... den größten Erfolg: Sicher der Aufstieg in die 2. Bundesliga West mit der 1. Herrenmannschaft der SV DJK Holzbüttgen in der Saison 1985/1986. Eine geile Zeit mit sehr gutem Training und vielen gleichaltrigen jungen Spielern. Ein eindrucksvolles Erlebnis war auch der Start bei den Senioren-Weltmeisterschaften 2016 im spanischen Alicante.

... die bittersten Rückschläge: Dass ich mich im Einzel nie für die Deutsche Meisterschaften qualifiziert habe, obwohl ich in meinem letzten Jugendjahr als erster Nachrücker im WTTV nach intensivem Trainingsaufwand ganz nah dran war. Mit der Mannschaft war es der Verbandsliga-Abstieg mit RW Leimsfeld in der Saison 2013/14 nach dem 7:9 in der Relegation gegen Marbach.

... seine Angstgegner: Ich möchte lieber von Respektgegnern sprechen. Natürlich gibt es Spieler, gegen die ich selten oder nie gewonnen habe, aber am meisten Respekt hatte ich immer vor Abwehrspielern, gegen die ich wegen meiner eigenen Spielanlage oft Probleme hatte. Beispiele hierfür sind Stefan App, Folker Roland, Gerhard Quink sowie Herbert und Georg Kattenborn.

... seine Lieblingsgegner: Es gab deutlich mehr Lustgegner, auf die ich mich gefreut habe, auch wenn die Duelle nicht immer erfolgreich endeten. Dazu zählten Dirk Mayer, Alexander Probst, Stefan Englich und Florian Beck. Aber auch Dusan Snasel und Tom Theissmann.

... seine Botschaft danach: Ich kann auf tolle Erfahrungen und viele Freundschaften zurückblicken. Neben viel Spaß und Freude habe ich auch gelernt, mit Niederlagen und Stress umzugehen, mich selbst und andere zu motivieren und Verantwortung zu übernehmen. Vereine sind wichtig! Vor allem Kinder und Jugendliche können daraus einiges für‘s Leben mitnehmen. (Reinhold Döring)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.