Fehlstart zum 3:12

Anschauungsunterricht für SG 09 Kirchhof beim 19:30 in Harrislee

+
Seine Ideen sind gefragt: Trainer Christian Denk kassierte mit Kirchhof in Harrislee einen weiteren Tiefschlag. Am Samstag gilt es gegen Solingen. 

Die Krise der SG 09 Kirchhof in der 2. Handball-Bundesliga spitzt sich zu. Mit 19:30 (9:15) unterlag das Denk-Team beim TSV Nord Harrislee und präsentierte sich bei der achten Auswärtsniederlage über weite Strecken hilflos.

„Der Start war katastrophal. Das war wirklich brutal“, sagte SG-Coach Christian Denk. Wie fragil das Kirchhof-Gebilde derzeit ist, dokumentiert die Szene des Spiels aus der dritten Minute. Zeitspiel drohte im Angriff. Diana Sabljak warf, jedoch etwas zu hoch. Harrislee-Spielmacherin Merle Carstensen durfte im Gegenzug ungehindert marschieren, traf aber nur den Pfosten. Die meisten Kirchhöferinnen schalteten ab. Wollten den nächsten Angriff wagen. Doch TSV-Top-Talent Madita Karlotta Jeß nahm den Ball auf und zog ab. Frederikke Siggaard parierte stark mit dem Fuß. Ballte die Fäuste. Und wieder schaltete Kirchhof ab. Dumm nur, dass der Ball nicht ins Aus oder nach vorne flog, sondern im hohen Bogen zurückkam – und drei Sekunden später zum 1:0 im Netz zappelte.

Willensstark und energisch legten Carstensen (4.) und Jeß (6.) zwei Treffer zum 3:0 nach. Das saß. Kirchhof zeigte sich geschockt. Technische Fehler häuften sich. Das Tempo der Nordfrauen konnte die SG nicht mitgehen. Harrislee war gedanklich wacher, nahm sich die Abpraller und zog durch. Zermürbend für Kirchhof, dass sogar gelungene Aktionen nicht belohnt wurden. Da verhinderte Sophie Fasold einen vermeintlich sicheren Treffer von Sina Ritter (12.), um fünf Minuten später deren Siebenmeter samt Nachwurf zu entschärfen. Die SG wurde mit einem 7:0-Lauf in gut sechs Minuten zum 12:3 regelrecht überrannt (18.).

Änderungen fruchteten nicht

Danach nahm Christian Denk bereits seine zweite Auszeit und stellte mehrfach um. Ritter wirbelte zunächst auf Linksaußen, dann kurz auf der Mitte und wieder auf dem Flügel. Komplett außen vor war die rechte Seite. Da warf Iva van der Linden einige Fahrkarten, hatte Andra Lucas einen schweren Stand und spielte zum Schluss mit Alena Breiding, die noch tapfer verteidigte, eine Rückraumkraft.

Die Gäste probierten vieles, jedoch ohne Ertrag. In der Deckung sollte Jana Schaffrick im 5:1-System die Wege von Carstensen einengen. Doch die ließ sich kaum beirren und wusste mit Madita Karlotta Jeß (6), Lotta Heider (3) und Matilda Pleger (3) u. a. drei nimmermüde U 18-Spielerinnen an ihrer Seite, denen zusammen ein Dutzend Tore gelangen.

„Die haben eine Linie drin. Da weiß jeder, was er zu machen hat“, zollte Christian Denk den Nordfrauen Respekt. Das war Anschauungsunterricht für die kommenden Aufgaben seiner Mannschaft. Die lag über 10:18 (36.), 13:23 (42.) und 14:28 (53.) hoffnungslos zurück.

Denk verspricht "anderes Gesicht" gegen Solingen

Immerhin feierten die Jüngsten eigene Erfolgserlebnisse. Da gab Emilia Prauss am Kreis ihren Zweitliga-Einstand. Im Tor hielt sich Paula Küllmer bei drei Siebenmetern schadlos, zeigte acht Paraden in nur 17 Minuten. Hoffnungsschimmer vor dem Kellerduell gegen den HSV Solingen-Gräfrath am Samstag (18 Uhr, Stadtsporthalle).

Denn zu allem Überfluss punkteten mit dem HSV (30:30 gegen Herrenberg) und Werder Bremen (24:20 vor 887 Fans in Freiburg) die einzigen Mannschaften, die in der Tabelle hinter Kirchhof liegen. „Ich bin überzeugt, dass wir gegen Solingen ein anderes Gesicht zeigen und wieder gewinnen werden“, gibt sich Christian Denk kämpferisch.

Kirchhof:Siggaard (2 P./13 GT.), Zuzic (4/10), Küllmer (8/7) - Lucas, Breiding 2, Schaffrick 1, van der Linden, van de Wiel 1, Sabljak 7/5, Beugels 1, Kavaliauskaite, Ritter 6/1, Prauss, Immelnkämper 1.

SR:M. Klinke/S. Klinke. Z:315.

Siebenmeter:2/6:6/7.

Zeitstrafen:2:8-Minuten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.