So schnell unterwegs wie nie

Matthias Berg gehört zu den Ausnahmeläufern im Schwalm-Eder-Kreis

Volksläufer Matthias Berg
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Ein Asket: Matthias Berg (SCS) war 2019 im Schwalm-Eder-Laufcup nicht zu stoppen.

Eigentlich wäre der Schwalm-Eder-Laufcup gerade in vollem Gange. Und vermutlich wäre Matthias Berg bei der Volkslauf-Serie wieder vorneweg marschiert.

Denn der Vorjahressieger gewann in 2019 jeden Wertungslauf, bei dem er an den Start gegangen ist. Das Ziel Titelverteidigung ist nun zwar erst einmal aus dem Fokus gerückt. Aber spätestens im nächsten Jahr hofft der 29-Jährige auf die Wiederaufnahme des Laufwettbewerbs. Derzeit absolviert der Athlet des SC Steinatal seine persönlichen Wettkämpfe, in denen er sich die Maßgabe setzt, seine eigenen Bestzeiten zu unterbieten. Unter anderem die Silvesterlauf-Runde im Ziegenhainer Schützenwald ist er schon so schnell gelaufen wie noch nie.

Ansonsten stehen intensive Trainingsläufe auf dem Programm. Dabei werden ungefähr 70 Kilometer pro Woche abgespult. Für einen Spezialisten ist das zwar ein relativ geringer Umfang. Der Gymnasiallehrer verfolgt jedoch eine eigene Trainingsphilosophie: „Dauerläufe müssen bei mir eine bestimmte Qualität aufweisen. Der Kilometerschnitt liegt immer unter vier Minuten.“

Zweiter der Hessischen Bestenliste

Mit den Tempoläufen verfolgt er das langfristige Ziel, auf seiner Lieblingsdistanz, den 10 000 Metern, kontinuierlich eine Zeit von 32 Minuten halten zu können. Damit wäre Berg Zweiter der Hessischen Bestenliste (M 30). Für dieses Unterfangen quält sich der Neukirchener auf Straßen- und Waldwegen sowie im renovierten Steinwaldstadion. Dort findet er gute Bedingungen für seine Intervallläufe vor.

Seit jeher steht dem Süddeutschen Meister (3 mal 1000 Meter-Staffel, zusammen mit Kilian Schreiner und Alexander Hirschhäuser) und mehrfachen Hessischen Meister (3000 Meter, 5000 Meter, 10000 Meter) Vater Willi als Unterstützung im Wettkampf und als Hilfe im Training zur Seite.

Auch in den sportlichen Anfangsjahren im Fußball, als Matthias bei den Junioren des SC Neukirchen mit den jetzigen Regionalliga-Spielern Ingmar Merle und Tim-Philipp Brandner (beide KSV Hessen Kassel) zusammenspielte. Wegen seiner schmächtigen Statur musste er in dieser Zeit einige Fouls einstecken – auch verbal. „Die Zuschauer warfen mir öfters mal hämische Sprüche an den Kopf, dass ich ein Stückchen rote Wurst essen sollte“, erinnert sich Berg.

Mentale Stärke als Trumpf für den Ex-Fußballer

Seine enorm gute Kondition brachte ihn dann vom Fußball zur Leichtathletik. Nach den Anfängen beim LTV Neukirchen wechselte er nach Steinatal zu Trainer Karlo Seck. Zunächst glänzte er auf der Mittelstrecke. Sein großes Plus: Die mentale Stärke. Der Asket, der auf Alkohol und Süßigkeiten verzichtet, verfügt über einen außergewöhnlichen Willen, der ihm schon häufig auf der letzten Runde den entscheidenden Vorteil gegenüber physisch stärkeren Kontrahenten brachte.

Die Mentalität war auch bei seiner schönsten Erinnerung der Schlüssel zum größten Erfolg: Bei den deutschen Hochschulmeisterschaften in Münster gewann er Bronze über 5000 Meter, obwohl er vor der Schlussrunde noch auf dem achten Platz lag.

Zu seiner Laufbahn gehören jedoch auch bittere Enttäuschungen wie Stürze in wichtigen Rennen oder Verletzungen, die ihn nach seinem besten Jahr 2015 zu einer zweijährigen Wettkampfpause zwangen. Nach seiner starken Rückkehr im Jahr 2019 zeigte Berg im Februar bei einem Halbmarathon (1:13:11 Stunden) und bei einem Volkslauf in Wetter schon eine beachtliche Frühform.

Seine persönliche 10 000 Meter-Bestmarke von 32:17 Minuten könnte in diesem Jahr bei einem Sportfest noch fallen. Vielleicht sogar im Rahmen des Schwalm-Eder-Laufcups.

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