Verbandsliga

Aufsteiger Gudensberg auswärts bärenstark

Keine Frage, die FSG Gudensberg ist in der Verbandsliga angekommen. Der Aufsteiger belegt nach der Corona-Zwangspause als Zwölfter einen Nichtabstiegsplatz, bewies besonders auf fremden Plätzen, dass er sich in Hessens zweithöchster Spielklasse nicht zu verstecken braucht.

Gudensberg - Und doch hätte es nach zehn Spieltagen noch etwas mehr sein können.„Unser bisheriges Abschneiden ist zufriedenstellend“, sagt Trainer Fröhlich. Aber auch: „Bis auf die 1:2-Niederlage gegen Ehrenberg, unseren einzigen Ausreißer nach unten.“ Ansonsten habe sein Team die eigene Spielphilosophie, die es in vier Jahren drei Mal aufsteigen ließ, trotz großen Respekts vor der neuen Klasse auf den Platz bringen können.

Allerdings auswärts (drei Siege in fünf Spielen) wesentlich erfolgreicher als zuhause (kein Sieg in fünf Spielen), was sich Kapitän Lauterbach nicht so recht erklären kann. Und deshalb mutmaßt: „Unsere Spielweise ist nicht darauf angelegt, das Spiel per Ballbesitz zu bestimmen.“ Vielmehr soll der Gegner durch mutiges Pressing und hohes Anlaufen aus dem Konzept und um den Ball gebracht werden, um dann blitzschnell umzuschalten. Ein Überraschungsfaktor, der gegen tiefer stehenden Mannschaften (wie die meisten Teams, die im Weinbergstadion gastieren) verpufft. Und beim Plan B, gegen diese die nötigen spielerischen Lösungen zu finden, um sich Torchancen zu erspielen, tat sich der Neuling schwer.

Innenverteidigng eine Bank

Das offenbart auch eine andere Diskrepanz: Nur sechs Konkurrenten kassierten weniger Gegentore als die FSG (nämlich 14), die mit 13 erzielten Treffern wiederum nur ganze vier Teams in puncto Torausbeute überbietet. Die Abwehrstärke beruht unter anderem auf einer Innenverteidigung der Extraklasse: Julian Lauterbach, häufig auch für die Spieleröffnung zuständig, und Neuzugang Christian Dobler-Eggers, „der noch mehr Stabilität in unsere Defensive gebracht hat“ (Lauterbach). Dahinter glänzte der 21-jährige Torwart Tom Stieghorst besonders in 1:1-Situationen. Als weiterer „Neuer“ rückte Noah Jäger in den Fokus, auch weil er in der Defensive flexibel einsetzbar war etwa als Ersatz für den verletzten Daniel Frank.

Derlei Alternativen waren in der Offensive rar gesät. Nach den Ausfällen von Rückkehrer Can Rommel, der sich bis zu seinem Mittelfußbruch kontinuierlich steigern konnte sowie Nico Döring (Meniskus) und Nachwuchstalent Daniel Rein (Kreuzbandriss) mutierte Tom Siebert, der nach Anpassungsproblemen zu seiner Torgefährlichkeit zurückfand, in der Spitze fast zum Alleinunterhalter.

Für den FSG-Kapitän ein echtes Problem: „Für unsere Spielweise brauchen wir mindestens zwei schnelle Stürmer.“ Für den Klassenerhalt auch. Und damit mehr Torgefahr, wozu der kopfballstarke Defensivmann bei Standardsituationen zukünftig selbst beitragen will.

Sein Coach weiß, dass die zehn Spiele in sechs Wochen (plus Pokal) reichlich Kraft gekostet haben. In der Hoffnung, „dass die Jungs nach der Winterpause wieder richtig gierig sein werden.“ Denn: Nur mit diesem Willen lassen sich Berge versetzen. Um nicht weniger geht‘s für den Neuling, der für den Klassenerhalt immerhin sechs Mannschaften hinter sich lassen muss.

Gudensbergs „Bank“ in der Defensive: Innenverteidiger und Kapitän Julian Lauterbach (r.).

Rubriklistenbild: © Richard Kasiewicz

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