Gruppenliga

FCS-Trainer Atilla Güven möchte sich unbedingt mit Wiederaufstieg verabschieden

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Zwischen Hoffen und Bangen: Schwalmstadts Trainer Atilla Güven, der eine Fortsetzung der Gruppenliga-Saison herbeisehnt. 

Ein Trainer zwischen Hoffen und Bangen: Atilla Güven seht die Fortsetzung der Serie in der Fußball-Gruppenliga herbei, um sich vom 1. FC Schwalmstadt mit dem Wiederaufstieg in die Verbandsliga verabschieden zu können.

Nein, auf die Idee wäre Atilla Güven nie gekommen. Dass er nämlich beim 0:0 gegen den TSV Mengsberg am 16. November 2019 zum letzten Mal auf der Trainerbank des 1. FC Schwalmstadt sitzen würde. Die Gedanken des FCS-Coaches, der zum Saisonende als Co.-Trainer zum Hessenligisten SG Barockstadt Fulda-Lehnerz wechselt, kreisten vielmehr bereits darum, wie sich seine Mannschaft nach der Winterpause die Tabellenführung in der Gruppenliga 1 zurückholen wollte.

Dann, nach den ersten Geisterspielen in der Bundesliga und der eigenen Spielabsage in Goddelsheim am 15. März dieses Jahres mit der folgenden Unterbrechung des Spielbetriebs auf unbestimmte Zeit, schwante ihm etwas, was der Schwälmer seitdem konsequent verdrängt: „Daran zu denken, lasse ich nicht zu.“ Stattdessen überwiegt auch in tiefster Corona-Krise die Hoffnung, „dass ich bald wieder mit den Jungs auf dem Trainingsplatz stehen kann und dass die Saison noch zu Ende gespielt wird.“ Dabei als klares Ziel im Blick: Der Wiederaufstieg quasi als Abschiedsgeschenk nach vier meist erfolgreichen Jahren am Fünftenweg.

Mit dem Makel des Verbandsliga-Abstiegs 2019, wovor Atilla Güven die Mannschaft eine Saison zuvor noch gerettet hatte. Ein erklärliches, aber auch vermeidbares Malheur, schließlich hatte die in der Winterpause (mit Sercan Atas, Paul Hohmann, Matija Poredski) verstärkte Mannschaft aus fünf Spielen zehn Punkte geholt.

Fühlte sich sicher, zu sicher. Verlor ersatzgeschwächt die beiden „Knackspiele“ (Güven) in Sandershausen und Eichenzell durch späte Gegentore in der Schlussphase und konnte danach den Schalter nicht mehr umlegen. „Wir haben nach furiosem Start die Abstiegsgefahr kollektiv unterschätzt“, blickt der FCS-Coach durchaus selbstkritisch zurück.

Kantersiege und unnötige Punktverluste

Und hat ähnliche, mentale Probleme bei seinem aktuellen Team ausgemacht, das seiner Favoritenrolle als Tabellenzweiter noch nicht so ganz gerecht werden konnte. „Uns fehlen fünf Punkte“, wurmen den B-Lizenz-Inhaber insbesondere die Versäumnisse der Hinrunde beim 1:1 gegen Hertingshausen und beim 1:2 in Volkmarsen. Drum schärft er seinen Schützlingen für die restlichen 12 Spiele noch mal ein, „dass die Duelle mit uns für jeden Gegner der Saisonhöhepunkt sein wird und der entsprechend mehr als sonst investiert.“

Kantersiege wie gegen Mengeringhausen (7:1), Brunslar/Wolfershausen (6:0), Münden/Goddelsheim (8:1), Freienhagen/Sachsenhausen (8:0) offenbarten durchaus, das die Mannschaft dem spielerischen Ideal ihres ambitionierten Trainers nahe kam. Der setzt insbesondere auf saubere Technik, taktische Flexibilität und hohe Selbstmotivation der Spieler - Tugenden, die er als langjähriger Jugendtrainer förderte. Und als solcher zehn der 17 Spieler des aktuellen FCS-Kaders unter seinen Fittichen hatte.

Die werden bei seiner Ansprache immer auch mal mit den ganz Großen der Zunft konfrontiert. Wie seine Stürmer nach hinten arbeiten sollen, macht Atilla Güven etwa am Beispiel von Ronaldos Defensivarbeit bei Juventus Turin deutlich. Oder inspiriert den kopfballstarken Fabian Seck dank der dynamischen Vorstöße von Leonardo Bonucci (ebenfalls Juve) zu neuen Laufwegen nach Eckbällen.

Da schimmert dann auch immer die eigene Leidenschaft des Fußball-Lehrers durch. Die Freude daran, Spieler und Spiele zu analysieren, die er seit frühen Jugendtagen mit seinem Bruder Alparslan, mit dem er einst gemeinsam die U 15 von Fortuna Düsseldorf trainierte, teilt. Einen festen Karriereplan hat der Gymnasiallehrer nicht: „Ich will einfach nur trainieren und Trainer sein, das ist meine Erfüllung.“ Demnächst in Fulda unter Ex-Profi Sedat Gören. Doch zuvor hat Atilla Güven noch etwas Wichtiges in Schwalmstadt zu erledigen.

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