Radsport

Blitzkarriere von MT-Talent Wiedemann - Chance für Bergfahrer in der Bundesliga

Spaß am Quälen: Regio-Fahrer Arne Wiedemann winkt als Bergspezialist und Zeitfahrer eine große Karriere.
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Spaß am Quälen: Regio-Fahrer Arne Wiedemann winkt als Bergspezialist und Zeitfahrer eine große Karriere.

Es gibt Radenthusiasten, die fahren steile Berge lieber rauf als runter. Und können das auch noch richtig gut. Wie Arne Wiedemann. „Es macht Spaß, sich zu quälen“, sagt der 17-Jährige, spricht von den Glücksgefühlen, „wenn man es geschafft hat.“ Also am Gipfel bzw, im Ziel ist.

Felsberg - Wohl ein Geheimnis seines Erfolges. 2019 entpuppte sich der Jugendliche bei den Bezirksmeisterschaften im Bergzeitfahren auf dem 5,3 Kilometer langen Anstieg von Obermelsungen nach Elfershausen, wobei es 210 Höhenmeter zu überwinden galt, als Schnellster seiner Altersklasse. Ein Jahr später in Dörnberg, wo in der Spitze 15 Prozent Steigung das Feld auseinander rissen, wiederholte er den Erfolg. Und war dabei (mit 16 Jahren) nur anderthalb Minuten langsamer als Elite-Sieger Eiko Berlitz. Auf Hessenebene verpasste er in diesem Jahr als Sechster (Einzelzeitfahren) und Vierter (Bergzeitfahren) nur knapp einen Podiumsplatz.

Eine steile Karriere für einen, der vor drei Jahren noch Handball in Gensungen spielte. Dann aber in der „Bikeschool“ der Dreiburgenschule seine Liebe für den Radsport entdeckte. „Da bekamen wir die Räder gestellt und konnten viel ausprobieren“, erinnert sich Arne Wiedemann, der viel ausprobierte. Zunächst mit dem Mountainbike, ehe ihn AG-Leiter und Elitefahrer Hepprich fürs Rennrad begeisterte: „Da fühlt man die Geschwindigkeit und in der Gruppe war der Fahrspaß noch größer.“

Ein zäher Typ

Vor einem Jahr trat der 1,71 m große und 58 Kilogramm leichte Athlet dann dem Regio Team der MT Melsungen bei. Falk Hepprich blieb sein Tutor, arbeitet die Trainingspläne aus, gibt seinem Schützling Tipps, die dieser „hervorragend umsetzt“. Dadurch schnell gelernt hat, seine Kraft einzuteilen sowie aufs Pedal zu bringen. Und deshalb auch am steilsten Berg möglichst lange im Sattel sitzen bleibt.

Außerdem: „Arne ist unheimlich zäh.“ Alles Eigenschaften, die einen „Allrounder mit Stärken am Berg und im Zeitfahren“ (Hepprich über Wiedemann) ausmachen. Ein Ruf, der ihn nach dieser Saison ins U 19-Bundesliga-Team des RSC Reinheim katapultierte. Auf die sieben Talente aus Hessen warten 2021 zwölf Rennen in ganz Deutschland „Da steht Arne mehr im Rampenlicht, hat die Chance sich zu profilieren“, weiß MT-Teamleiter Dieter Vaupel.

Falk Hepprich traut Arne Wiedemann zu, „durchaus mal in die Top-Ten zu fahren.“ Bei weitergehenden Prognosen hält sich der 35-Jährige zurück. Genauso wie sein Schützling.. Natürlich sei für den Verehrer von Toursieger Chris Froome der Radsport „mehr als nur ein Hobby“, doch Priorität habe, 2023 das Abitur am Geschwister-Scholl-Gymnasium zu bauen.

„Dann werde ich schauen, was ich bis dahin erreicht habe und daraus ableiten, wie es weiter geht“, sagt Arne Wiedemann über seine Zukunftsplanung. Eine Karriere als Radprofi natürlich keineswegs ausgeschlossen, wenn sich die Chance dazu bietet: „Doch das muss man ganz realistisch sehen.“ Sicher ist bereits, das vor ihm kein Berg in Nordhessen sicher ist.

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