Verbandsliga Nord:

Christian Dobler-Eggers feiert mit Gudensberg in Körle ein Wiedersehen bei Freunden

Richtungsweisend: Christian Dobler-Eggers ist im Derby mit Gudensberg an alter Wirkungsstätte in Körle gefordert.
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Richtungsweisend: Christian Dobler-Eggers ist im Derby mit Gudensberg an alter Wirkungsstätte in Körle gefordert.

Wiedersehen macht Freude: Christian Dobler-Eggers spielt im Derby der Fußball-Verbandsliga mit der FSG Gudensberg beim FC Körle (Samstag 17.30 Uhr, Schwarzwald-Kampfbahn).

Körle/Gudensberg – Christian Dobler-Eggers weiß, was heute auf dem Spiel steht. „Körle ist das wichtigste Spiel der Saison“, betont der Verteidiger. Nicht nur, weil der Vergleich mit dem FCK das einzige Schwalm-Eder-Derby in der Verbandsliga ist, sondern eben auch für ihn eine Reise in die Vergangenheit. Bis zum Sommer war der 28-Jährige drei Jahre lang Leistungsträger beim Gegner.

„Ich war in Körle glücklich. Und bin froh, dass mir die Jungs den Wechsel nicht übel genommen haben und wir zum Beispiel noch gemeinsam Football-Spiele der NFL gucken können“, betont Dobler-Eggers. Gleichwohl macht er keinen Hehl daraus, warum er sich vor der Serie für die FSG entschied: „Die Perspektive im Verein ist glänzend und ich wollte die Perspektive wechseln.“ Denn in Gudensberg ist er nun spielender Co-Trainer. Bereit, an der Seite von A-Lizenz-Inhaber Andre Fröhlich zu lernen und sich selbst mehr einzubringen.

Naturgemäß betraut mit der Aufgabe, Standardsituationen zu verbessern. Er achtet auf das Stellungsspiel seiner jungen Teamkollegen, die sich fast ausnahmslos zum ersten Mal auf diesem Niveau beweisen. Nicht nur in der Verteidigung, auch im Angriff setzt Dobler-Eggers bei den ruhenden Bällen an. Mit ihm und seinen Nebenleuten um Kapitän Julian Lauterbach sollte auch bei Eckbällen und Freistößen „mehr gehen.“ Der Neue nimmt sich in die Pflicht: „Aufgrund meiner Größe müsste ich mehr Tore auf dem Konto haben. Allerdings definiere ich mich nicht darüber.“

Ruhepol mit vielen Fähigkeiten

Acht Jahre lang war ihm kein Treffer in der Verbandsliga gelungen. Dem 4:2 mit dem Melsunger FV am 3. November 2012 in Bad Hersfeld ließ er erst wieder beim 3:1 mit Gudensberg in Sandershausen am 13. September wieder etwas Zählbares folgen. Langsam kommt er auf den Geschmack, denn auch beim 1:2 am Dienstag im Hessenpokal gegen Hessen Kassel gelang ihn ein Tor – in Mittelstürmermanier. „Christian verfügt über ungeahnte Fähigkeiten“, nahm es Coach Fröhlich erfreut zur Kenntnis und lobt seinen Königstransfer als „Ruhepol, der in vielfacher Hinsicht ein Gewinn für uns ist.“

Christian Dobler-Eggers kann nämlich eine Erfahrung vorweisen, die sie in Gudensberg gar nicht kennen: Misserfolge und daraus gestärkt hervorgehen. In der Saison 2012/13 holte er mit dem MFV aus den ersten acht Spielen nur einen Punkt – exakt so wenig wie Körle aktuell übrigens. Damals hielt das Team zusammen, der Vertrag mit Trainer Peter Wefringhaus wurde sogar in dieser schwierigen Phase verlängert – und Melsungen hielt die Klasse. Auch mit Blick darauf betont der 28-Jährige: „Ich schaue nie nur auf die Ergebnisse, sondern habe in erster Linie die Entwicklung im Blick und die stimmt bei uns in Gudensberg.“

Verletzung sorgte fast für Karriereende

Ein weiterer Grund für die stoische Ruhe des Abwehrhünen: Jedes Spiel ist für ihn ein Geschenk. Was so banal klingt, hat einen ernsten Hintergrund. Mit 15 plagten ihn erstmals Schmerzen am Knöchel. Der Knochen musste angebohrt werden und machte regelmäßig Probleme. So sehr, dass seine Karriere mit Anfang 20 wegen eines Knorpelschadens im Sprunggelenk fast zu Ende schien. Zwei Jahre lang machte er praktisch kein Spiel. Das Studium zum Volkswirt genoss Priorität. Dann half ihm ein Orthopäde in Gießen. Christian Dobler-Eggers konnte wieder höherklassig kicken. In Melsungen, in Körle und nun eben bei der FSG Gudensberg, mit der er heute das „wichtigste Spiel der Saison“ gewinnen möchte.

Von Sebastian Schmidt

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