Interview mit SVG-Abteilungsleiter Schmude

Cojocar bleibt Trainer beim Drittligisten Germania Fritzlar

Bleibt der Germania treu: Außen Anna Holeczy, die seit 2016 für Fritzlar spielt, hat ihren Vertrag bis 2023 verlängert.
+
Bleibt der Germania treu: Außen Anna Holeczy, die seit 2016 für Fritzlar spielt, hat ihren Vertrag bis 2023 verlängert.

Seit Januar 2018 ist Lucky Cojocar Trainer des Handball-Drittligisten SV Germania Fritzlar. Und der A-Lizenz-Inhaber wird es auch in der Saison 2021/22 bleiben. Denn ebenso wie Torfrau Lea Gürbig und Außen Anna Holeczy (sogar bis 2023) verlängerte der 50-Jährige in der Domstadt. .

Fritzlar - Zudem stehen die Spielerinnen Paula Küllmer, Maria Kiwa, Xenia Ahrend und Luisa Krüger bereits bis 2022 bei der Germania unter Vertrag. Ganz zur Freude für SVG-Abteilungsleiter Steffen Schmude.

Herr Schmude, warum haben Sie so früh Verträge verlängert? Immerhin hat Fritzlar erst ein Spiel gespielt....

(lacht) Weil es unsere Maxime ist, dass wir lange zusammen arbeiten wollen. Alle, die lange bei uns waren, haben auch konstant gute Leistungen gebracht. Deswegen sprechen wir stets zuerst mit unseren Trainern und Spielerinnen. Was wir haben, wissen wir. Und was wir bekommen, ist immer auch mit Unsicherheit verbunden.

Was zeichnet Lucky Cojocar aus?

Zunächst einmal ist er ein Handballfachmann vor dem Herrn. Alles, was er macht, hat einen Plan. Was inzwischen fast noch wichtiger ist: Seine soziale Kompetenz. Sein Standing bei den Spielerinnen. Nicht zuletzt gestaltet er mit. Etwa bei dem Jugendfördertraining, dass wir nur mit ihm ins Leben rufen konnten. Er blickt auch über den Tellerrand hinaus, was es für uns als Verein sehr einfach macht, zu planen.

Vor der Saison gab es einen personellen Einschnitt, weil verdiente Kräfte ihre Karrieren beendeten. Wie weit ist der Umbruch fortgeschritten?

Sportlich ist das mit Blick auf die Spielausfälle schwierig zu sagen, aber wir haben bereits in der Vorbereitung eine Entwicklung gesehen. Deswegen bin ich mir sicher, dass wir in der Liga wieder eine gute Rolle spielen werden. Es sind nun mehr Spielerinnen in der Pflicht, voranzugehen. Und das nehmen sie an.

Wie läuft das Training unter Pandemie-Bedingungen?

Das war am Anfang schwierig. Die Online-Work-outs waren eine gute Abwechslung. Mehr nicht. Logistisch hatten wir mit dem Wechsel nach Gudensberg (Anm. d. Red.: Die Halle in Fritzlar wird renoviert) Glück. Die Bedingungen sind bestens. Wir konnten das Hygiene-Konzept prima umsetzen. Zudem hatten wir in den letzten Wochen den Vorteil, als einzige Mannschaft dort trainieren zu dürfen.

Wie sehr sind Corona-Schnelltests ein Thema?

Das könnte im Januar noch mehr eines werden. Je nachdem, was die 3. Liga anordnet und wie es finanziell geregelt wird. Bislang ist es freiwillig und wird nur von wenigen Vereinen wie etwa Gensungen/Felsberg angewendet. Aus meiner Sicht dient das eher der Beruhigung. Wir fahren damit sehr gut, dass die Spielerinnen beim kleinsten Zweifel zuhause bleiben.

In 2021 drohen weiter Geisterspiele. Wie sehr würden die Zuschauer-Einnahmen fehlen?

Das würde uns treffen. Nicht nur finanziell, auch emotional. Leid tut es mir auch für die Metzger, Getränkehändler und Brauerei, bei denen wir die Lebensmittel beziehen. Wir profitieren als Verein davon, dass unsere Spielerinnen und Trainer von sich aus für dreieinhalb Monate auf jegliche Zahlungen verzichteten. Dadurch konnten wir die letzte Saison gut abschließen.

Und was machen die Sponsoren?

Die sind uns extrem treu geblieben. Einige haben sogar noch mehr Hilfe als sonst angeboten. Unsere Sponsoren machen 80 bis 85 Prozent vom Etat aus. Wir können mit einem vergleichbaren Etat wie im Vorjahr planen. Ich denke, dass wir auch diese Saison finanziell gut durchziehen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.