Radsport:

Das perfekte Comeback: Christian Plessing ist in die Eliteklasse der Amateure aufgestiegen

Will sich 2022 in der Eliteklasse der Amateure beweisen: Christian Plessing, der im Trikot der MT Melsungen ein perfektes Comeback gefeiert hat.
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Will sich 2022 in der Eliteklasse der Amateure beweisen: Christian Plessing, der im Trikot der MT Melsungen ein perfektes Comeback gefeiert hat.

Es ist ein kleines Sportmärchen: 2011 hatte Christian Plessing seine Radsport-Karriere. 2019 wollte er es nochmal wissen. Nun ist der 40-Jährige vom Regio Team der MT Melsungen in die Eliteklasse der Amateure aufgestiegen.

Melsungen/Kassel – Als Christian Plessing den Mann auf dem Mountainbike gesehen hatte, wusste der damals 38-Jährige, was er bald tun würde. Als der Maschinenbau-Ingenieur ein paar Wochen später von seinem Wohnort Kassel-Nordshausen zu seinem Arbeitsplatz in Calden fuhr, saß er nicht im Auto, sondern auf dem Rennrad. Der Anfang auf dem Weg zu einem spektakulären Comeback war gemacht.

„2011 hatte ich aus familiären und beruflichen Gründen meine Radsport-Karriere beendet“, erzählt der Sachse, der seit 16 Jahren ein Nordhesse ist. Acht Jahre dauerte die Abstinenz, dann fiel die Entscheidung für den Rücktritt vom Rücktritt. „Der Anfang war frustrierend“, sagt Plessing und erinnert sich daran, dass schon eine kurze Tour in der seinem Wohnort nahe liegenden Dönche zu einer mühsamen Angelegenheit wurde. „Das war der Grund, wieder richtig zu trainieren“, erzählt der 40-Jährige, der inzwischen dem Regio-Team der MT Melsungen angehört und auf Anhieb den Aufstieg in die Eliteklasse der Amateure feierte.

In Melsungen herzlich willkommen

Das perfekte Rennen für Plessings Comeback war der Erzgebirgs-Bike-Marathon, den der in Markkleeberg bei Leipzig aufgewachsene Allrounder in seinem ersten Radsportler-Leben zweimal gewonnen hatte. Im August 2019 war zwar der Sieg nicht drin, aber Christian Plessing genoss die Rennatmosphäre, fuhr beschwingt nach Hause, rief Dieter Vaupel an, den Sportlichen Leiter – und war im Melsunger Team herzlich willkommen.

So wie früher in der Mannschaft der DHfK Leipzig, für die er sogar ein Bundesligarennen bestritt. Als Jugendlicher hatte er auch von einer Karriere als Profi-Radsportler geträumt, aber realistischer erschien dem Tüftler dann doch eine zivile Laufbahn in einem Unternehmen, in dem er sich an der Entwicklung von Fahrrädern beteiligen könnte. Das erste Gespräch mit Bernhard Rohloff fand im Jahre 2002 im Rahmen der Eurobike-Messe in Friedrichshafen statt. Es folgte ein Praktikum bei der Fuldataler Firma für die Christian Plessing von 2005 bis 2008 als Entwicklungs-Ingenieur tätig war, ehe er sich bei seinem neuen Arbeitgeber in Calden (Airbus Helicopters) eher mit Hubschraubern als mit Fahrrädern beschäftigte.

Fünf Prozent fehlen zur Bestform

Und ein Privatleben gab es auch noch. Katrin Henkel war eine erfolgreiche Radsportlerin, die Plessings Aufmerksamkeit nicht nur wegen ihres Könnens auf dem Rennrad erfuhr. Nach einigen gemeinsamen Trainingseinheiten waren die beiden für den RSV Bad Hersfeld startenden Elitefahrer ein Liebespaar. Während Katrin Henkel ihre Karriere ein paar Jahre später wegen einer chronischen Krankheit beenden musste, legte Christian Plessing kurz danach seine bereits erwähnte Radsport-Pause ein. In der Zwischenzeit (im Sommer 2011) wurde geheiratet.

Lila Plessing ist sieben Jahre alt, und es ist alles andere als unwahrscheinlich, dass sie sich für die Sportart ihrer Eltern entscheiden wird. Doch zunächst wird Ihr Vater überwiegend allein trainieren. Denn dessen zweites Radsportler-Leben soll nachhaltig sein. „Im vergangenen Jahr hatte ich rund 95 Prozent meiner Bestform. Nun will ich die fehlenden fünf Prozent schaffen und zu Hans Hutschenreuter und Axel Hauschke, den derzeit führenden Regio-Team-Akteuren, aufschließen“, sagt der Mann, der bei fast jedem Wetter mit dem Mountainbike oder dem Rennrad unterwegs ist. Nur bei Glatteis oder Tiefschnee bleiben die Sportgeräte in der Garage. (Gerd Brehm)

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