3. Liga: Knackiges Auftaktprogramm

Der sechste Platz das Maß aller Dinge für die ESG Gensungen/Felsberg

Bringt Bundesliga-Erfahrung mit: Gensungens Neuzugang Maxim Schalles, hier am Ball bei seiner Sternstunde am 11. April, als er beim 29:27 des TBV Lemgo gegen GWD Minden vier Tore warf. Hier überwindet er Torwart Malte Semisch.
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Bringt Bundesliga-Erfahrung mit: Gensungens Neuzugang Maxim Schalles, hier am Ball bei seiner Sternstunde am 11. April, als er beim 29:27 des TBV Lemgo gegen GWD Minden vier Tore warf. Hier überwindet er Torwart Malte Semisch.

Über das Saisonziel herrscht bei der ESG Gensungen/Felsberg absolute Einigkeit. „Der sechste Platz“ ist für Trainer, Spieler und Vorstand das Maß aller Dinge vor der kommenden Saison in der 3. Handball-Liga.

Gensungen – Warum? Weil diese Platzierung nach Abschluss der normalen Runde mit 22 Spieltagen in der Gruppe D den Klassenerhalt garantiert. Dann könnte der Aufsteiger von 2020 nach dem 13. März die Beine hochlegen bzw. sich ganz entspannt dem Kampf um zwei Plätze im DHB-Pokal widmen. Ab dem siebten Rang dagegen droht Stress. In fünf Gruppen mit je sechs und zwei mit je fünf Clubs bleiben nur die beiden Erstplatzierten in der 3. Liga. Damit stehen zwei Aufsteiger 26 Absteiger gegenüber, so dass in der Saison 2022/2023 nur noch mit 69 Teams (statt 82) gespielt wird.

„Der sechste Platz ist machbar“, erklärt Maxim Schalles, Neuzugang aus Lemgo. Zum einen kennt der 21-Jährige als Rechtsaußen des Drittligisten Team Handball Lippe II die Konkurrenz, sieht hinter seinen Aufstiegsfavoriten Krefeld, Dragons und Longerich alle anderen neun Teams „auf Augenhöhe“. Zum andern hat ihn die lange Vorbereitung zuversichtlich gestimmt: „Wir sind schon auf einem ganz guten Stand, müssen uns nur noch etwas besser einspielen.“

Hoffnungsträger Maxim Schalles

Als Hoffnungsträger geht auch der Linkshänder selbst durch. Ausgebildet bei der JSG Dreiburgenstadt und der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen wechselte das Talent 2016 nach Lemgo, kam dort als Drittliga-Spieler auch zu Einsätzen im Bundesliga-Team, war in der Saison 2019/2020 per Zweitspielrecht für den Zweitligisten Emsdetten auf Torejagd, ehe es ihn zurück in die Heimat (nach Niedervorschütz) zog. Für Schalles sportlich „ein neuer Anlauf“, aber „keineswegs ein Rückschritt“. Denn: „Auch hier kann ich 3. Liga spielen.“

Sein Coach Arnd Kauffeld lobt seine „hohe Wurfqualität“ und „Mega-Einstellung“, gleichzeitig ist der gebürtige Fritzlarer auch schon als „Motor“ der Mannschaft in Erscheinung getreten. Ein emotionaler Spieler, der das Tempogegenstoßspiel der Edertaler beflügelt und seine Nebenleute mitreißt. „So einer hat uns gefehlt“, sagt Mannschaftskollege Jannis Kothe. Die Vorbereitung von Linksaußen Nino Jedinak (von MT II) und Kreisläufer Tom Küllmer (von MSG Körle/Guxhagen) litt dagegen unter Verletzungen, so dass die beiden Neuzugänge noch Trainingsrückstand haben. Angeschlagen sind Heinrich Wachs (Daumen-Operation), Franco Rossel (bakterielle Entzündung im Ellenbogen) und (nach einem Arbeitsunfall) auch Jan-Hendrik Otto. Also konnten sich in den letzten Testspielen Spieler wie Nachwuchsmann Teja Sonnenschein und Hannes Friedrich – kurzfristig vom Landesligisten TSV Wollrode zur ESG gewechselt – zur Freude des Trainers in den Vordergrund spielen: „Sie haben ihre Chance genutzt“.

Mehr Lösungen werden erarbeitet

Der feilte zuletzt verstärkt an den individuellen Fähigkeiten wie auch der Mannschaftstaktik. Als Anschauungsunterricht dienten die nach dem Pandemie bedingten Saisonende kurzfristig angesetzten Pokal-Qualifikationsspiele gegen sechs Klassenkameraden. Das Abschneiden (ein Sieg, drei Remis, zwei Niederlagen) war eher nebensächlich, wichtiger dagegen, „dass uns die Qualitätsunterschiede noch mal bewusst geworden sind.“ Dass es die gegnerischen Distanzschützen bzw. Unterschiedsspieler aggressiver anzugehen gilt, auch mittels einer 5:1-Deckung nebst der 6:0-Standardabwehr, dass gegen offensive Defensivreihen noch mehr Lösungen erarbeitet werden müssen.

Vor Saisonbeginn. Während der Serie dürfen sich die Edertaler – der Modus und ein knackiges Auftaktprogramm (bei den Bergischen Panthern und gegen Baunatal) machen‘s nötig – keine Blöße geben. Auch wenn Trainer Kauffeld sein Team nicht zu sehr unter Druck setzen will: „Wenn wir den Klassenerhalt auf dem zweiten Bildungsweg schaffen, wäre ich auch zufrieden.“ (Ralf Ohm)

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