Talente gezielter fördern

Er ist der Personal-Fußball-Trainer

Legt den Fokus auf Talente: Fußball-Trainer Alessandro Wiegand.
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Legt den Fokus auf Talente: Fußball-Trainer Alessandro Wiegand.

Ein Personal-Trainer im Fitnessstudio? Standard. Ein eigener Coach beim Tennis? Gab’s früher schon. Aber im Fußball? Hier kommt Alessandro Wiegand ins Spiel.

Homberg – Der Homberger möchte sich den heimischen Nachwuchskickern noch mehr annehmen. „Wir haben einen Riesen-Pool an Talenten in der Region. Aber leider gibt es zwischen Kassel und Stadtallendorf immer weniger höherklassige Vereine und kaum lizenzierte Trainer“, erklärt der 25-Jährige.

Und denkt bei den Rohdiamanten an Kaliber wie Marvin Friedrich, der es aus Guxhagen zu einem der derzeit besten deutschen Verteidiger in Diensten von Union Berlin geschafft hat. An Sebastian Müller aus Wiera, der im Dezember seinen Erstliga-Einstand bei Arminia Bielefeld feierte. An Viktoria Schwalm, die von Willingshausen-Zella aus eine Karriere bei Turbine Potsdam begann. Und an Leticia Pfaff, die im vergangenen Sommer von Großenenglis zum FSV Gütersloh in die B-Juniorinnen-Bundesliga wechselte.

Hospitationen in Wien, Wiesbaden und Dresden

Vier gute Gründe, die Wiegand motivieren, mehr zu geben. Gezieltes Training neben dem Verein. Seit Dezember 2019 betreut er die U 11- und die U 13-Kreisauswahl. Sieht viel Potenzial, dass er fördern möchte. Dafür bildet er sich stetig weiter. Ist Inhaber der UEFA B-Lizenz. Hat den Profis im Nachwuchsbereich von Rapid Wien, Wehen Wiesbaden und Dynamo Dresden über die Schulter geschaut. Ist als Scout unterwegs, um sein Auge für Talente zu beweisen.

„Ich möchte nicht gegen andere Vereinstrainer arbeiten, sondern den Spielern ein Angebot machen, damit sie besser werden“, betont Wiegand. In erster Linie denkt er bei seinen Einheiten an Kinder und Jugendliche im Bereich der U 10 bis U 19. Die er in den Themen Mobilität, Taktik und Schnelligkeit weiter bringen kann. Dabei spielt der Ort keine Rolle. Im Garten, auf einem Bolzplatz oder auf einem Sportplatz beim Heimatverein.

Analyse auf Video möglich

Die nötigen Hütchen für die Koordination, Stangen und Bälle, um an der Technik zu feilen – hat er immer am Start. Und könnte mit Einzeltraining demnächst loslegen, ehe es die Vereine wieder als Mannschaften dürfen. „Mich reizt es, mit denen zu arbeiten, die vielleicht noch nicht das Top-Talent sind, aber mehr erreichen wollen als andere“, betont der Homberger, der seit dieser Saison auch für Frauen-Hessenligist TuS Viktoria Großenenglis tätig ist. Trotz Vollzeit-Beruf als Elektriker möchte er sich nun seinem Projekt „Talentfield“ widmen. Wo – sollte das Angebot in der Region angenommen werden – weitere Trainer mit Lizenz einsteigen könnten.

Zusätzlich kann er die Einheiten auf Video aufnehmen und eine Analyse machen. Auch für Breitensportler bietet er einen Leckerbissen. Ein Schuss- und Geschwindigkeitsmessgerät, mit dem jeder sehen können, wer den härtesten Schuss im Team hat. (Sebastian Schmidt)

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