Verbandsliga: Fahrig und unentschlossen

Schwalmstadt enttäuscht beim 1:2 gegen Rothwesten auf der ganzen Linie

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Abgeblockt: Schwalmstadts Angreifer Ricardo Seck bleibt in dieser Szene an Rothwestens Robert Omazic (l.) hängen. Eine typische Szene für die schwache FCS-Offensive.

Schwalmstadt. Was war nur mit dem 1. FC Schwalmstadt los? Da hatte der heimische Fußball-Verbandsligist im Kellerduell gegen den TSV Rothwesten die Chance, einen Befreiungsschlag zu landen - und fiel in alte, längst überwunden geglaubte Muster zurück.

Da konnten die Schwälmer nach drei Siegen eigentlich mit breiter Brust aufspielen - und präsentierten sich fahrig, schläfrig, unentschlossen. Der keineswegs überragende Gegner nutzte das. Zu einem 2:1 (1:1)-Erfolg, die die FCS-Aktien im Abstiegskampf wieder sinken ließen.

„Bei uns hat alles geklappt“, frohlockte TSV-Trainer Siewert. Sein Kollege konnte, ja musste, das Gegenteil behaupten: „Wir haben uns abfressen lassen.“ Von einem Gast, der konsequent und aggressiv verteidigte, darüber hinaus im Mittelfeld kein gegnerisches Pass-Spiel zuließ. Und von Geislers frühem 0:1 (6.) - erste Indizien für die Anfälligkeit der Schwalmstädter Defensive - profitierte.

Eine Konstellation, wie sie sich Hans-Gerhard Siewert gewünscht hatte. Der FCS musste kommen, versuchte das gegen seine beiden Vierketten mit unpassenden Mitteln, eröffnete damit dem Tabellennachbarn reichlich Konterchancen. „Wir haben Schwalmstadt zu langen Bällen gezwungen und die gut verteidigt“, erklärte Rothwestens Trainer seine Taktik, die bis zur 41. Minute aufging. Da wurde Jan Philipp Trümner von Milos Mijatovic im Strafraum gefoult und den fälligen Strafstoß verwandelte Patrick Herpe zum 1:1. Es hätte also für die Gastgeber noch alles gut werden können. Wurde aber, nach einer 35-minütigen Gewitterpause, noch viel schlechter.

Eine einzige Chance - ein Konter über den eingewechselten Leon Lindenthal, wobei der aufgerückte Alexander Dietz an Torwart Herbst scheiterte (75.) - konnten sich die Keim-Schützlinge noch erspielen. Ansonsten herrschten Leerlauf und Konfusion im Schwälmer Aufbauspiel. Die Quittung fiel mit Eckhardts verwandeltem Fouelelfmeter (65.) noch gnädig aus, nachdem der Torschütze zuvor nur den Pfosten getroffen (44.) und Kristian Noja volley aus 16 Metern etwas zu hoch gezielt hatte (58.).

So warteten die 250 Zuschauer vergeblich auf eine Schlussoffensive ihrer Mannen. Die ergaben sich ihrem selbst gewählten Schicksal und ließen erst in punkto Selbstkritik wieder Leistung sprechen. „Wir waren nicht auf Abstiegskampf eingestellt“, nahm Kapitän Jannis Lerch kein Blatt vor den Mund. In der Hoffnung, dass seine Mannschaft in den letzten beiden Spielen wieder in den Abstiegskampf-Modus zurück findet.  

Schwalmstadt: Wehlmann - Dietz, Lerch, Gerstung, Lutz (57. Lindenthal) - Brauroth, Kutzner - Trümner (71. März), Herpe, Schwalm - R. Seck (80. Karl). Rothwesten: Herbst - Mijatovic, Omazic, Igel, George - Noja, Siewert, Seeger, Eckhardt (90.+3 Fischer) - Losic (89. Demaj, Geislger (79. Al Omari). SR: Lecke (Bebra). Tore: 0:1 Geisler (6.), 1:1 Herpe (41. FE), 1:2 Eckhardt (65. FE).

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