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Ferdinand Kähn gewinnt S*-Springen in Borken

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Von: Ralf Ohm

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Bestens gelaunt und sprunggewaltig: Der 11-jährige Wallach Bernie trägt Ferdinand Kähn zum Sieg beim S*-Springen.
Bestens gelaunt und sprunggewaltig: Der 11-jährige Wallach Bernie trägt Ferdinand Kähn zum Sieg beim S*-Springen. © Richard Kasiewicz

Dass ein Reiter (oder eine Reiterin) sein (ihr) Glück bei einer Springprüfung der Klasse S* gleich mit mehreren Pferden versucht, ist nichts Außergewöhnliches. Wenn er aber bei einem Punktespringen dieser anspruchsvollen Kategorie gleich mit zweien auf dem Treppchen landet schon. Das gelang Markus Engelhard zum Abschluss des Reitturniers des RFV Borken.

Borken - Der Reiter vom RV Altenautal siegte auf Cuno in 53,41 Sekunden und belegte auf Nerrada (56,19) noch den dritten Platz. Dazwischen schob sich Kevin Rudolph (RFV Bad Gandersheim e. V.) auf Caskario (54.95). Vierter wurde Lokalmatador Peter Kopecky (RFV Borken) auf Eclips (56.77).

Insgesamt 13 der 42 Starter blieben fehlerlos, erzielten über zehn Hindernisse plus Joker - ein 1,55 Meter hohes schmales, weißes Gatter - die optimale Punktzahl, so dass letztlich die Zeit entscheiden musste. „Die Jungs haben ganz schön Gas gegeben“, lobte Organisationschef Frank Plock die Teilnehmer.

Die Frage vor dem vorausgegangenen Höhepunkt des Turniers lautete: Wie eine S*-Springprüfung ohne Stechen und mit nur einem Umlauf (nach Fehlern und Zeit) angehen? Gleich „volle Kanne“ oder eher zurückhaltend, das Risiko vermeidend? Von den 42 Startern hatte Ferdinand Kähn die siegbringende Antwort. Der Reiter mit der besten Balance. Mit einem 11-jährigen Wallach, der ihn schnell und geschmeidig über die 14 Hindernisse (inklusive zwei Kombinationen) trug, ohne das Tempo dabei zu überziehen. „Klar wollte ich schnell und fehlerfrei durchkommen. Allerdings im Rahmen dessen, was wir leisten können und vor allen Dingen, ohne dass Bernie die Freude verliert“, erklärte der Oberkaufunger seine erfolgreiche Taktik.

Als 19. auf die 400 Meter lange wilde Reise geschickt hatten dem 28-Jährige zudem die Probleme der vor ihm Gestarteten den nötigen Respekt vor dem anspruchsvollen Parcours eingeflößt. Gebaut von Piotr Gospodarek aus Einbeck, der schon nach drei Starts, geprägt von zahlreichen Abwürfen und Zeitüberschreitungen, die erlaubte Zeit um drei Sekunden „anpasste“.

Lokalmatador Peter Kopecky Zweiter

Fünf Ritte mussten die Zuschauer in der Trockenerfurther Reithalle auf die erste Nullrunde warten, die dann Dirk Klaproth auf Night Fire vorlegte. Mit einem sehr kontrollierten Vortrag, der zeitlich kurz darauf von Stefanie Alt - ebenfalls ohne Abwurf - auf Salut Ca-Va unterboten wurde, die letztlich Dritte wurde. Dann kam Ferdinand Kähn, der auch kein volles Risiko ging, aber unter den elf Fehlerfreien schließlich der Schnellste war. Weil Bernie sichtlich seinen Spaß hatte und gut gelaunt seinen vierten S-Sieg schaffte.

So richtig traute sich aber auch keiner mehr, Kähns Zeit anzugreifen. Lokalmatador Peter Kopecky auf Eclips ebenfalls nicht, der als vorletzter Starter mit 3,66 Sekunden Rückstand noch Zweiter wurde. Nur Matthias Berenbrinker drückte vehement aufs Tempo, war auf Clint so schnell wie kein anderer unterwegs, riss aber beim letzten und vorletzten Hindernis - in einer Zeit, die zum Sieg gereicht hätte.

Anke Strohmann aus Eiterfeld konnte nicht am S*-Springen teilnehmen. Die Mitfavoritin hatte sich bei einem Sturz im Rahmen einer vorausgegangenen Springpferdeprüfung mit Nachwuchspferden einen Schienbeinbruch zugezogen und war noch am gleichen Tag (erfolgreich) operiert worden.

Mit 300 Teilnehmern wurden die Erwartungen des Veranstalters, der mit 200 gerechnet hatte, weit übertroffen. Alle waren angetan von den guten Bedingungen und der luftigen Reithalle. Am 2./3. April soll dort ein weiteres Turnier dieser Größenordnung über die Bühne gehen.

Reitet noch auf den zweiten Platz: Lokalmatador Peter Kopecky auf Eclips.
Reitet noch auf den zweiten Platz: Lokalmatador Peter Kopecky auf Eclips. © Richard Kasiewicz

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