Frauen-Bundesliga

Guxhagenerin Melissa Friedrich avanciert zur Abwehrchefin und wird von Kreuzbandriss zurückgeworfen

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Dynamisch: Die Guxhagenerin Melissa Friedrich, Leistungsträgerin beim Frauen-Bundesligisten Leverkusen, ehe sie ein Kreuzbandriss aus der Bahn war. 

Es ging für die Guxhagener Fußballerin Melissa Friedrich bei Bayer Leverkusen in er Hinrunde der laufenden Saison zunächst steil bergauf: Die Abwehrspielerin schaffte im dritten Jahr den Durchbruch beim Bundesligisten, ehe ein Kreuzbandriss ihrem Tatendrang ein Ende setzte. 

Es lief eigentlich in dieser Saison erstmals so richtig gut für Melissa Friedrich bei Bayer 04 Leverkusen. Nach den ersten zwei Jahren mit wechselhaften Leistungen aufgrund anhaltender muskulärer Probleme und der Doppelbelastung durch die zuvor absolvierte Ausbildung hatte sich die gebürtige Guxhagenerin in ihrer bisher besten Halbserie als Abwehrchefin und Kapitänin des Frauenfußball-Bundesligisten etabliert. Bis zum Unglücksmoment kurz nach der Halbzeitpause im Derby beim Abstiegskonkurrenten 1. FC Köln (3:4) am 23. November, als der positive Trend abrupt gestoppt wurde. Die bittere Diagnose: Kreuzbandriss.

„Vorher gab es noch keine größere Verletzung. Zum Glück ist die Operation optimal verlaufen und ich kann mein Rehabilitationsprogramm wie geplant durchziehen“, blickt die 22-Jährige trotz des Schicksalsschlags optimistisch in die Zukunft. Seit dem 6. Januar ist sie täglich drei Stunden in der Reha aktiv, um ihre Muskulatur in der Beinpresse zu kräftigen und mit den Physiotherapeuten an der Stabilität zu arbeiten.

Die Kraft, um die Rückkehr in den Bundesliga-Kader des Tabellenneunten zu schaffen, zieht die Innenverteidigerin auch aus dem großen Zuspruch ihrer Familie, die sie regelmäßig in der Heimat besucht. Dort trifft sie nicht nur auf ihre Eltern Gabriele und Gert, sondern auch auf ihren Bruder Steffen (Teammanager beim KSV Hessen Kassel) und Schwester Carolin (Sportamt Kassel), die beide in Kassel ein duales Studium absolvieren. Mit dem bekanntesten Familienmitglied, ihrem Bruder Marvin, der beim 1. FC Union Berlin eine starke Debütsaison in der Bundesliga abliefert, verbindet sie nicht nur die gleiche Position auf dem Spielfeld, sondern auch die fußballerischen Eigenschaften wie ein starkes Zweikampfverhalten in Eins-gegen-Eins-Duellen oder lange, präzise Diagonalbälle.

Rückkehr in der aktuellen Spielzeit ungewiss

Dass sie diese Fähigkeiten noch in der laufenden Spielzeit an der Seite von Merle Barth im Abwehrzentrum einbringen kann, ist eher unwahrscheinlich. Das professionelle Trainerteam um Achim Feifel und Jacqueline Dünker ist darauf bedacht, alle Rekonvaleszentinnen wegen vieler Knieverletzungen in der Vergangenheit erst dann wieder einzusetzen, wenn das Vertrauen in das Gelenk zurückgekehrt ist.

Friedrichs Ausfall ist schmerzhaft für die Rheinländerinnen, die sich nach einem 2:1-Auswärtserfolg am dritten Spieltag bei Bayern München eigentlich im Mittelfeld der Tabelle etablieren wollten. Doch nach zwischenzeitlich fünf Niederlagen in Folge ist die Mannschaft im Abstiegskampf angelangt. Unter anderem verlor das Bayer-Team bei Turbine Potsdam (0:1), bei denen die Zellaerin Viktoria Schwalm vor einer Woche ihren Vertrag um zwei Jahre verlängerte.

Falls der Klassenerhalt gelingen sollte, verfolgt die Sport- und Fitnesskaufrau den Plan, unter dem Bayer-Kreuz zu bleiben. Da die ehemalige Spielerin des 1. FFC Frankfurt jedoch noch keinen Vertrag für die neue Saison besitzt, wäre auch ein Wechsel zu einem anderen Verein vorstellbar. „Ich will mich weiterentwickeln, um durch konstante Leistungen ins Blickfeld der Nationalmannschaft zu kommen“, erklärt die Noch-Leverkusenerin. Nach der Karriere zieht es Friedrich aber - ähnlich wie die Kasselanerin Isabella Möller (ehemals FFC Frankfurt) - zurück in heimische Gefilde.

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