Frauenfußball

Obermelsungen kehrt ganz souverän in die Verbandsliga zurück

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Pure Aufstiegsfreude: der TSV Obermelsungen mit (hinten links nach rechts) Christina Otto, Sophia Arnold, Janina Hupfeld, Trainer Karl-Martin Weinzierl, Franziska Saul, Aysun Aygün, Svenja Boge, Aridona Kuliqi, Co-Trainer Nils Engelhardt und Athletiktrainer Ralf Wiederhold, (mittlere Reihe) Anna Heinemann, Franziska Ebert, Lena Alhelm, Carolin Weißkopf, Jana Diehl, (vorn) Melanie Holl, Laurin und Frida Karime mit Mutter Pia Karime. 

Nach dem Wiederaufstieg haben die Fußballfrauen auch in der Verbandsliga einiges vor.

„Wir wollten das“, sagt Karl-Martin Weinzierl. Möchte aber, „dass das keineswegs arrogant klingt.“ Ist nicht der Fall, denn allein die Fakten sprechen für sich: Zehn Siege aus zehn Spielen katapultierten die Mannschaft des 66-jährigen B-Lizenz-Inhabers, den TSV Obermelsungen, in die Fußball-Verbandsliga. Wo das Team (als Absteiger) herkam und damit prompt den Wiederaufstieg schaffte.

Ein „Lehrjahr“, von dem die Weinzierl-Schützlinge in der jetzt auch offiziell beendeten Corona-Saison profitierten. „Die Mädchen sind reifer geworden“, sagt der Trainer, der zum positiven Entwicklungsprozess auch einige spieltaktische Änderungen beitrug. Gespielt wurde im Mittelfeld mit einer Raute und davor mit zwei Spitzen. Das Duo Boge/Karime nämlich, das 32 der 51 Obermelsunger Tore erzielte.

Dazu kam eine Viererkette vor Torfrau Carolin Weißkopf, die wesentlich mehr kann, als nur abzuräumen bzw. den Ball nach vorne zu schlagen. „Wir haben im Aufbauspiel von hinten heraus enorme Fortschritte gemacht“, bestätigt der TSV-Coach.

Der hatte Jana Diehl aus dem Angriff in die Defensive beordert, wo das Eigengewächs mit der sich enorm steigernden Janina Hupfeld eine Innenverteidigung der Extraklasse bildete. Dazu gesellten sich die schnellen Außen Franziska Ebert und Lena Alhelm. Als Stabilitätsfaktor vor der Abwehr entpuppte sich Abteilungsleiterin Janne Konetzka (23). Gewechselt wurde ausschließlich positionsspezifisch, so dass das neue Spielsystem „konsequent durchgespielt werden konnte“ (Weinzierl).

Ganz starkes Wir-Gefühl

Ein weiterer Erfolgsgarant: der Wille und die Begeisterung der Spielerinnen nebst einem „ganz starken Wir-Gefühl“. So verfügt die Mannschaft zwar durchaus über herausragende Spielerinnen wie Svenja Boge und Pia Karime, ist aber aufgrund „weiterer starker Persönlichkeiten“ trotzdem kein streng hierarchisches Gebilde. Daher spricht Karl-Martin Weinzierl eher von einem „Kollektiv, das unbedingt jedes Spiel gewinnen wollte“.

Neun Mal gelang das relativ glatt, nur einmal wurd‘s eng, sehr eng sogar. Als Obermelsungen nämlich beim ärgsten Verfolger Gudensberg sieben Minuten vor Schluss noch mit 1:3 zurücklag, um am Ende mit 4:3 zu triumphieren. „Ein Schlüsselspiel zum Aufstieg“, erklärt der gebürtige Münchner, der (der Liebe wegen) seit 42 Jahren in Kassel lebt.

In der Tat war sein Team danach nicht mehr aufzuhalten. Und soll nun auch in der Verbandsliga für Furore sorgen. „Frisch, fröhlich, frei“ aufspielen, wie der Trainer sagt. Sogar mit dem Ziel, in den nächsten Jahren in die Hessenliga zurück zu kehren. Denn: „Die Mannschaft hat noch viel Potenzial.“

Dazu entwicklungsfähige Talente wie Maria Lengemann, Marieke Wahl, Lisa Vogt oder Aysen Aygün. Und laut Weinzierl die Aussicht auf zwei bis vier Verstärkungen, die indes ins erfolgreiche Kollektiv passen müssen.

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