„Mehr“ an Einsatz belohnt

FSG Gudensberg landet mit Verbandsliga-Aufstieg historischen Erfolg

Die Fußballer der FSG Gudensberg als Meister der Gruppenliga
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Mit Abstand die Besten: Die Fußballer der FSG Gudensberg als Meister der Gruppenliga und Aufsteiger in die Verbandsliga mit (obere Reihe von links) Vorstand Gerd Fröhlich, Betreuer Ralf Kumpf, Tim Prüfer, Leon Fink, Julian Lauterbach, Pascal Hillebrand, Mike Reinemann, Trainer Andre Fröhlich, Sportlicher Leiter Jens Siebert, (Mittlere Reihe von links) Nico Hillebrand, Matthias Tropmann, Fabian Otto, Till Dünzebach, Andrej Lang, Daniel Frank, Carlos Rohmann, (knieend von links) Moritz Röhlen, Tom Stieghorst, Matthias Macioschek, Uwe Ziegler, Philipp Wissemann und Tom Siebert. Es fehlt: Edeljoker Kevin Reinsdorf, den es nach einem Jahr zurück zur FSG Efze 04 zieht.

1. FC Schwalmstadt oder GSV Eintracht Baunatal? Das war die große Frage nach den heißesten Meisterschaftskandidaten in der Fußball-Gruppenliga 1. Doch die Antwort lautet FSG Gudensberg.

Einhergehend mit dem Aufstieg in die Verbandsliga als größter Erfolg der Vereinsgeschichte. Ein Coup, der nicht nur in der heimischen Kleinstadt seinen Ursprung hat, sondern auch in Wagrain. Das ist eine Gemeinde in St. Johann im österreichischen Bundesland Salzburg. Hier bestritt die FSG vor der Saison erstmals ein Trainingslager außerhalb von Gudensberg, Obervorschütz, Dissen und Maden. Mit 30 Mann aus erster und zweiter Mannschaft. Organisiert neben dem Vorstand auch von Betreuer Ralf Kumpf und Spieler Pascal Hillebrand. Das unterstreicht das „Mehr“ an Einsatz, den die Kicker vom Fuße der Obernburg an den Tag legen.

Ein Ausflug auf dem Mountainbike, der analog zur Formkurve vor allem nach oben führte, und eine Rafting-Tour, die unterstrich, dass die Gudensberger mit allen Wassern gewaschen sind, hoben die ohnehin gute Stimmung weiter an. Taktisch lag der Fokus von Trainer Andre Fröhlich darauf, das Aufbauspiel zu verbessern und die Abläufe in der Offensive zu verfeinern. Weg von einer reinen Kontermannschaft.

Vier Neuzugänge halfen weiter

Dabei extrem hilfreich: vier Neuzugänge. Daniel Frank, der bis 2015 beim Melsunger FV in der Verbandsliga spielte und als 33-Jähriger eindrucksvoll bewies, dass er es nach vier unterklassigen Jahren noch drauf hat. Als Ruhepol mit klugem Spielaufbau glänzte er in der Dreierkette neben Julian Lauterbach, der seit 2015 – damals mit 19 – Kapitän der FSG ist, und dem unverwüstlichen Mike Reinemann, dessen Kopfballspiel auch mit 44 Jahren herausragend ist.

Die Dreierkette, die Fröhlich mit zwei Außenverteidigern (links Fabian Otto, rechts Co-Kapitän Tim Prüfer) auch als „pendelnde Fünferkette“ bezeichnet, war eine weitere Neuerung. Zuvor operierte die FSG meistens mit vier Mann in der Deckung. Doch weil’s etwa gegen Wabern zu dritt bestens funktionierte, wurde ein Akteur fürs Mittelfeld frei. Und so setzte Gudensberg seine Gegner auch spielerisch matt.

Variabler im Angriff

Ganz zur Freude von Tom Siebert. Der 22-Jährige war mit 13 Treffern einmal mehr am treffsichersten und hat seit 2017 in 75 Einsätzen 44 Mal getroffen plus 49 weitere Tore vorbereitet. Denn das lauf- und sprintstarke Eigengewächs, das kommenden Serie zusätzlich die A-Jugend betreut, versteht sich vor allem als Teamplayer. Und dank den Top-Neuzugängen Nummer zwei und drei mit Andrej Lang und Nico Döring ist die Abteilung Attacke unberechenbarer geworden. Lang (8) und Döring (10) folgen intern noch vor Instinktfußballer Matthias Tropmann (4). Lang als „Box-to-Box-Player“. Also als dynamischer Mittelfeldspieler zwischen den Räumen, und Senkrechterstarter Döring, der Tempo und Technik derart vereint, dass er „gerne mal die Tornetze kaputt schießt“ (Zitat Fröhlich).

Nicht nur bei seiner Gala mit zwei Toren beim 3:2 in Wabern dürfte sich der eine oder andere beim TSV gefragt haben, wie sie dieses Ausnahmetalent ziehen lassen konnten. Just in diesem Nachbarschaftsduell machte bei dem 18-Jährigen die Wade dicht. Das war die einzige Muskelverletzung der Saison. Zu verdanken Präventionseinheiten mit Athletiktrainer Georg Weder. So konnte sich ein fitter Stamm mit 16 Akteuren bilden, der den Großteil der Einsätze schulterte. Torjäger Siebert, Elfmetertöter Tom Stieghorst im Tor sowie Kapitän Lauterbach waren sogar jede Minute auf dem Platz.

Fabelhafte Derby-Bilanz

Als Kollektiv hatten sie besonders in den Derbys eine fabelhafte Ausbeute: Sieben Siege, vier Remis. Ungeschlagen in den Schwalm-Eder-Duellen gelang dem Team von Andre Fröhlich der große Wurf. „Schade, dass uns dieser Extra-Kick nächstes Saison fehlen wird“, betont der A-Lizenz-Inhaber. Naturgemäß aber nicht böse darüber, künftig mit dem FC Körle um die Nummer eins im Kreis zu streiten. Und anstatt gegen Schwalmstadt und Wabern zu kicken sich mit dem OSC Vellmar, SSV Sand und CSC 03 Kassel messen zu können.

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