Bogenschießen

Frühes Aus mit Spitzenresultat für Florian Grafmans bei EM-Debüt

Konnte trotz eines 33. Platzes bei seinem Europameisterschaftsdebüt in Antalya überzeugen: Florian Grafmans, der mit dem Compoundbogen 146 von 150 Ringen erzielte.
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Konnte trotz eines 33. Platzes bei seinem Europameisterschaftsdebüt in Antalya überzeugen: Florian Grafmans, der mit dem Compoundbogen 146 von 150 Ringen erzielte.

Aus der Sicht des Laien war es auf den ersten Blick eine Enttäuschung. 33. Platz unter 65 Teilnehmern - Florian Grafmans, so schien es, hatte bei seinem Europameisterschaftsdebüt gepatzt.

Kleinlangheim - Beim zweiten Blick fiel die Zahl 146 auf, 146 von 150 möglichen Ringen. Das klang eher nach einer Spitzenleistung als nach Mittelmaß. Der Bogenschütze des SV Böddiger klärt auf: „Der Modus ist so wie beim Tennis, es gibt nur K.-o.-Runden. Und da bei einem großen internationalen Wettkampf mit dem Compoundbogen die Schützen ziemlich gleichwertig sind, ist die Gefahr, schon in der ersten Runde zu scheitern, ebenso groß wie die Chance auf den Titel.“

Der Franzose Quentin Baraer ist einer dieser „gleichwertigen“ Schützen. In Antalya setzte er Grafmans‘ 146 Ringen einen mehr (147 Zähler) entgegen. So kam das frühe Aus für den Unterfranken, der seit acht Jahren für die heimische Bogenschießen-Hochburg Böddiger an den Start geht.

Trotz einer sehr guten Leistung. 146 Ringe hätten nämlich gereicht, die nächsten Runden zu überstehen und wären erst im Finale zu wenig gewesen, um das Duell zu gewinnen.

Lieblingssport seit 23 Jahren

Kleinlangheim liegt in der Nähe von Würzburg, wo die Kinder in den Jahren nach Dirk Nowitzki am liebsten Basketball spielten. Doch Florian Grafmans interessierte sich vor allem fürs Bogenschießen.

Bei der SG Kleinlangheim lernte der Siebenjährige den Umgang mit Pfeil und Bogen. Die ersten Erfolge stellten sich schnell ein, im Jahr 2001 hieß der Deutsche Meister im Wettbewerb der Schüler A mit dem Recurvebogen gar Florian Grafmans. Den konnte selbst die Pubertät nicht stoppen, sodass der jetzt 30-Jährige seinen Lieblingssport schon seit mehr als 23 Jahren ohne Pause betreibt.

Da der Wettkampf mit dem Recurvebogen eine Olympische Disziplin ist und in der Weltspitze überwiegend von Profis betrieben wird, lag es für den Betriebsingenieur in einem Schweinfurter Kraftwerk nahe, sich dem Schießen mit dem Compoundbogen (siehe Hintergrund) zu widmen. Mit diesem Gerät holte sich Grafmans sowohl im Einzel als auch mit der Mannschaft aus Böddiger je zweimal die Hessenmeisterschaft. Der Schützenverein Böddiger gehört der Hessenliga (in der Disziplin Compoundbogen die höchste Liga) an.

Der Amateur trainiert fast so intensiv wie ein Profi: Sechsmal pro Woche wird mindestens zwei Stunden mit Pfeil und Bogen geübt. Ausdauertraining mit dem Mountainbike und Krafttraining kommen dazu. „Man kann die Alltagssorgen prima ausblenden, denn jeder Schuss erfordert höchste Konzentration,“ erklärt der ledige Bogenschütze, was er an seinem Sport so attraktiv findet.

Und die Ziele? Im Nationalkader bleiben und mehr Wettbewerbe erleben, wie kürzlich zu Ende gegangene Europameisterschaft.

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