Gruppenliga

Fußballerinnen des TSV Obermelsungen reiten auf der Erfolgswelle

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Sind auf dem nach oben: Pia Karime (vorn) und Jana Diehl haben mit dem TSV Obermelsungen einen Lauf in der Gruppenliga. 

Zehn Spiele, zehn Siege, 51:5-Tore: Der TSV Obermelsungen ist in der Frauenfußball-Gruppenliga das Maß aller Dinge. Meisterschaft und Wiederaufstieg in die Verbandsliga sind das erklärte Ziel von Coach Karl-Martin Weinzierl.

Langfristig, auch daraus macht Weinzierl keinen Hehl, soll das Team den Sprung zurück in die Hessenliga schaffen. Fünf Gründe, warum Aufbruchstimmung im Melsunger Stadtteil herrscht.

Die Breite im Kader

Nach dem Abstieg konnte das komplette Team gehalten werden. Und wurde gezielt verstärkt. Etwa durch Aysun Aygün, die von A-Ligist Eintracht Baunatal kam, und in neun Spielen zwei Treffer landete.

Janina Hupfeld gelang der Sprung von der eigenen Zweiten in die Erste. Auch die eigene Jugendarbeit zahlt sich aus. Lena Alhelm ist auf Anhieb von den B-Mädchen im Mittelfeld durchgestartet. Als nächstes Talent rückt Stürmerin Marieke Wahl, die aus der B-Jugend des SV Konnefeld verpflichtet wurde, in den Fokus.

Die Mentalität

In der Verbandsliga haben die vielen jungen Kräfte einiges gelernt – und spielen ihre Erfahrung aus. Weinzierl lobt insbesondere die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen. Dank einer hohen Trainingsbeteiligung kann der erfahrene Coach stets aus dem Vollen schöpfen. Verschiedene Positionen für die meisten Akteurinnen inklusive.

Die gelernte Angreiferin Jana Diehl etwa hat sich dank ihrer Schnelligkeit in der Innenverteidigung behauptet. Selbst längerfristige Ausfälle wie die von Katharina Axt, die es aus beruflichen Gründen nach München verschlagen hat, oder Christina Otto, die wegen eines Jobwechsels kürzergetreten ist, können kompensiert werden.

Auf beiden ruhen Hoffnungen für die Rückrunde. Axt gilt als Glücksbringer. 2015 mit der TSG Kammerbach und 2018 mit Obermelsungen stieg sie jeweils aus der Gruppenliga auf. Ihr Trainer hieß stets Weinzierl.

Die Besonderheit

Mit Carolin Weißkopf steht eine gelernte und vor allem auch starke Feldspielerin im Tor. Nachdem Melanie Holl kürzertreten wollte und Alana Christl ihre Karriere beendete, war die Position vakant.

„Am Anfang habe ich schon lieber auf dem Feld gespielt, aber das hat sich geändert und ich stehe mit sehr viel Spaß im Tor“, sagt die neue Kapitänin mit einem Lachen. Und wenn es mal eng wird, kann ihr Coach immer ein Ass aus dem Ärmel schütteln, Holl zwischen die Pfosten stellen und Weißkopf in den Sturm beordern. So hat sie schon zwei Treffer erzielt.

Carolin Weisskopf, Kapitänin des TSV Obermelsungen

Die Mischung

Viele junge Spielerinnen, einige alte Hasen, viele Eigengewächse, einige Externe - das passt. Svenja Boge, die im März erst 19 wird, ist zusammen mit Pia Karime zweite Spielführerin. 13 Treffer sind ihr gelungen, gut die Hälfte durch ruhende Bälle dank ihrer herausragenden Schusstechnik, mit der sie ihren Kolleginnen weitere Tore auflegt.

Eine weitere Säule und mit neun Jahren Vereinszugehörigkeit ein echtes Urgestein ist Karime. Die „Knipserin alter Schule“ führt mit 19 Treffern die Torjägerliste an.

Das nötige Glück

Einmal, im Derby gegen Gudensberg, hatte der TSV tatsächlich Glück: Nach 80 Minuten lag Obermelsungen mit 1:3 zurück. Um in Überzahl nach einem fragwürdigen Platzverweis noch mit 4:3 zu gewinnen.

Auch deshalb hat Weinzierl vor der FSG, mit 24 Punkten in Lauerstellung liegt, großen Respekt: „Wir dürfen uns keine Fehler erlauben.“ Mit Blick auf den Pflichtspielstart am 14. März startet am 3. Februar das Training.

VON SINA TERNIS

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