Fröhlich möchte in Gudensberg bleiben

Fußball-Gruppenliga: Trainer aus dem Schwalm-Eder-Kreis verzichten auf Geld

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Vorbildlich: Paul Graf, hier zu sehen vor einem Turnier mit der Bundeswehr-Nationalmannschaft, verzichtet während der Corona-Krise auf sein Gehalt als Trainer der SG Kirchberg/Lohne/Haddamar. 

Der Amateurfußball ruht auf unbestimmte Zeit. Es gibt verschiedene Modelle, wann und in welcher Form es weitergeht. Nach Lösungen in der Corona-Krise suchen auch die heimischen Gruppenligisten – mit unterschiedlichen Ansätzen.

Dazu beantworten wir einige Fragen.

Wie planen DFB und HFV?

Der DFB hat den Grundsatz, wonach ein Spieljahr zum 1. Juli eines Jahres beginnt und zum 30. Juni des Folgejahres endet, für die kommenden 15 Monate außer Kraft gesetzt. So könnte die laufende Saison über den 30. Juni hinaus verlängert werden. Die mögliche Wiederaufnahme erfolgt mit 14 Tagen Vorlauf. Zudem wird beim Vereinswechsel von Amateuren die Berechnung des Sechs-Monats-Zeitraumes für Zeiten, in denen kein Spielbetrieb durchgeführt wird, nicht berücksichtigt. Dadurch wurde ein Horror-Szenario vieler unterklassigen Klubs abgewendet. Dort wurde nämlich zuletzt Anfang November gespielt. Eine mögliche Abwanderungswelle ist durch die Anpassung vom Tisch.

Liegen Corona-Erkrankungen im Kreis vor?

Nein. Und die heimischen Kicker verhalten sich vorbildlich. Fabian Tippel von der SG Brunslar/Wolfershausen etwa begab sich nach der Rückkehr aus dem Ski-Urlaub freiwillig in eine zweiwöchige Quarantäne. Es ist jedoch keine Ansteckung erfolgt. Die Prioritäten fasst Mengsbergs Sportlicher Leiter Martin Kubitschko zusammen: „Erstens geht es um unser aller Gesundheit. Danach um die Stabilisierung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage, und irgendwann dahinter erst um den Fußball.“

Wie könnte es mit der laufenden Saison weitergehen?

In Wabern rechnet das neue Trainer-Gespann Mario Völker und Patrick Herpe mit einem Cut der Saison. Mit einem Abbruch ohne Auf- und Absteiger hätte auch Gudensbergs Trainer André Fröhlich kein Problem. „Wir wollen wenn in einer vollständig ausgespielten Saison mit den daraus folgenden Emotionen Meister werden. Das macht doch den Sport erst aus“. Keinen Stress würde das vorzeitige Ende der Spielrunde für Edermünde, Homberg, Felsberg und Aulatal bedeuten, wäre der Klassenerhalt doch vorzeitig gesichert. Beim Tabellenzweiten Schwalmstadt dem Dritten Brunslar/Wolfershausen sowie dem Siebten Homberg würde man die Saison gerne zu Ende spielen. „Das wäre die fairste Lösung im Kampf um die Aufstiegsplätze und den Klassenerhalt. Wir könnten auf die Sommerpause verzichten und die Saison bis Ende Juli abschließen“, erklären stellvertretend die Trainer Atilla Güven (FCS), Timo Rudolph (SG) und Florian Seitz (FCH).

Wie ist die wirtschaftliche Lage?

„Der Verlust an den Einnahmen aus Heimspielen tut schon weh“, beklagt Felsbergs Sportlicher Leiter Jürgen Clobes die Spielausfälle, vor allem den Wegfall der Kreisderbys. Allein drei Duelle bot der Spielplan den Dreiburgenstädtern im März. So hoffen die Vereine auf Unterstützung durch den Hessischen Fußballverband. Und die Treue der zumeist wenigen, jedoch wirtschaftlich erfolgreichen Gönner und Sponsoren. Viele Trainer verzichten während der Spielpause auf ihr Gehalt. Und entlasten so die Ausgabenseite spürbar. „Wir profitieren vom Verein. Da ist es unsere Pflicht, in dieser Zeit nun dem Verein zu helfen“, betont Kirchberg/Lohnes Coach Paul Graf stellvertretend für seine Trainer-Kollegen.

Wie laufen die Planungen für die kommende Saison?

Alle Klubs der Gruppenliga können sich auf einen großen Stamm vereinstreuer Fußballer verlassen. Viele Gespräche, vor allem die mit möglichen Neuzugängen, sind belastet mit der Frage, in welcher Spielklasse angetreten wird. Unklarheiten entstehen über laufende, vor allem aber über künftige Vertragsverhältnisse. Zudem ist davon auszugehen, dass auch die Wechsel- und Wartefristen verändert werden. Die Trainerfrage wurde in fast allen Vereinen frühzeitig geklärt. Auch bei Spitzenreiter Gudensberg stehen die Zeichen auf Verlängerung. „Ich bin dazu bereit, schließlich ist die FSG mein Heimatverein“, betont André Fröhlich.

Wie wird trainiert?

Alle Akteure halten sich durch individuelles Training zu Hause oder im Wald fit. „Wir haben da volles Vertrauen in unsere Spieler, sie vertrauen uns ja auch“, beschreibt Edermündes Übungsleiter Christoph Grunewald die Wochen ohne Mannschaftstraining.

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