Ligen nun viel größer

Fußball-Saison in Hessen nach HFV-Verbandstag in Grünberg abgebrochen

Nun ist‘s amtlich. Die Fußballsaison 2019/2020, seit März unterbrochen - wird zum 30. Juni 2020 abgebrochen.

Mit Abstand in Grünberg: Verbandspräsident Stefan Reuß (Mitte), Vizepräsident Torsten Becker (rechts) und Schatzmeister Ralf Viktora.

Ohne Ab-, aber mit Aufsteiger, wobei neben dem Meister der (nach der Quotientenregel) beste Teilnehmer an Relegations- bzw. Aufstiegsspielen ebenfalls das Recht bekommt, in der kommenden Saison eine Klasse höher zu spielen. Damit folgten die 287 Delegierten auf dem außerordentlichen (virtuellen) Verbandstag des Hessischen Fußballverbandes (HFV) der Empfehlung des HFV-Verbandsvorstands.

Während der Abbruch mit überwältigender Mehrheit angenommen wurde, wurde über die Wertung der Corona-Spielzeit kontroverser diskutiert. Immerhin 101 Delegierte stimmten für ein Szenario ohne Aufstiegsmöglichkeit der Tabellenzweiten - aus Sorge um zu große Klassen in der kommenden Spielzeit. 19 wollten gar einen Abbruch mit Absteiger, 171 präferierten dagegen die großzügigste der drei Optionen, für die HFV-Präsident Reuß tags zuvor noch in einem HNA-Interview geworben hatte.

„Ein fairer Schlussstrich“, bewertet Erwin Naumann, der heimische Kreisfußballwart, die Entscheidung. Weil diese dem Wunsch der Mehrheit der Vereine entspricht („70 Prozent der Klubs wollten das so“) und weil ihr ein „stets transparenter Entscheidungsprozess“ vorausging. Sie gilt nun sowohl für die Männer als auch für die Frauen.

Alle Meister in der Jugend steigen auf

Im Jugendbereich wurde gegen den Vorschlag des Verbandsjugendausschusses durchgesetzt, dass die jeweils punktbeste Mannschaft aufsteigt. Was zur Folge hat, dass in einzelnen Regionen (in Südhessen) die Ligen von 14 auf 20 Teams anwachsen. Deshalb wollte der HFV die Aufsteiger mittels Vergleichen ermitteln, beugte sich dann aber der Mehrheit der Delegierten. „Auch das ist händelbar“, erklärte Stefan Reuß und spielte u.a. auf eine Teilung der Junioren-Gruppenligen an.

Erwin Naumann

Dank der Beschlüsse des höchsten HFV-Gremiums ist die Saison 2019/2020 nun endgültig abgeschlossen, die kommende aber, so Erwin Naumann, „noch völlig offen“. Und damit ihr Beginn, ihre Durchführung und ihr Ende. Präsident Reuß hofft, dass ab dem 1. September wieder das Mannschaftstraining aufgenommen werden kann, weil am 31. August in Hessen das Verbot von Großveranstaltungen ausläuft.

Flexibilität und Kreativität sind gefragt

Selbst bei dieser optimistischen Annahme sieht Kreisfußballwart Naumann „große Probleme“ die Saison nach dem üblichen Spielsystem durchzuführen. Beispiel die Kreisoberliga Schwalm-Eder, die dank dreier Aufsteiger mit 17 Mannschaften über die Bühne geht. Macht 34 Spieltage, wovon aber nur 25 am Wochenende (bei einer Winterpause von Mitte November bis Mitte März möglich sind, neun müssten „unter der Woche“ ausgetragen werden. Schwer vorstellbar. Also sei „Flexibilität und Kreativität“ gefragt um mit einem anderen Modus (u.a. Teilung der Liga, Aufstiegs- und Abstiegsrunde) zu einem schmaleren Spielplan zu kommen.

Vor dieser Herausforderung stehen in besonderem Maße auch die Hessenliga mit (dank vier Aufsteiger) 20 Teams, die Verbandsliga Nord (18), die Gruppenliga 1 und 2 (jeweils 18).

Acht Aufsteiger und Schwalmstadt als Verlierer

Überraschungen blieben aus auf dem außerordentlichen Verbandstag des Hessischen Fußballverbandes. Und so kamen die längst bekannten Aufsteiger nun in den Genuss einer offiziellen Bestätigung. Im Schwalm-Eder-Kreis etwa die FSG Gudensberg (in die Verbandsliga), die SG Neuental/Jesberg (Gruppenliga), der TSV Besse, die SG Englis/K/A, der FC Domstadt Fritzlar (Kreisoberliga Schwalm-Eder) und die SG Gudegrund/Konnefeld (KOL Hersfeld-Rotenburg), der TuSpo Guxhagen und die FSG Borken/S/Fr. (Kreisliga A).

Einen (erwartbaren) Verlierer gab‘s allerdings auch: der 1. FC Schwalmstadt als Zweiter der Kreisoberliga, der nach der Quotientenregel in der (virtuellen) Aufstiegsrunde zur Verbandsliga den FSV Dörnberg noch vor sich hat und damit den anvisierten Aufstieg verpasst. „Das ist sehr schade und auch nicht gerecht“, sagt der scheidende Trainer Atilla Güven besonders im Hinblick auf die Tabellenletzten, die nicht absteigen, „während wir als Zweiter keine Chance haben, noch oben zu kommen“.

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