Fußball

Saisonfinale am Grünen Tisch - Schwalmstadt bangt um Relegationschance

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Atilla Güven

Es wird richtig spannend am Wochenende. Eine Art Saisonfinale nach knapp zwei Drittel der Spielzeit und zweimonatiger Corona-Pause am Grünen Tisch, das über Auf- und Absteiger im heimischen Amateurfußball befindet.

Bisher hat der Hessische Fußballverband (HFV) diese Entscheidung aufgeschoben, abgewogen zwischen den möglichen Optionen Abbruch, Annullierung und Fortsetzung der Saison, ein Meinungsbild seiner 32 Kreise und den Vereinen eingeholt. Am morgigen Samstag muss er in einer virtuellen Vorstandssitzung für endgültige Klarheit sorgen.

Dabei ist die Annullierung der Saison vom Tisch, eine Fortsetzung ziemlich unwahrscheinlich. Gerade mal fünf von 55 angeschriebenen Vereinen aus dem Schwalm-Eder-Kreis waren nach Auskunft von Kreisfußballwart Erwin Naumann dafür. Der 1. FC Schwalmstadt beispielsweise, der als Zweiter der Gruppenliga 1 um den angepeilten Aufstieg in die Verbandsliga bangt. „Ich plädiere dafür, die Saison nach dem 1. September zu Ende zu spielen. Das wäre sportlich die fairste Lösung“, sagt FCS-Trainer Atilla Güven.

Im (wahrscheinlichen) Fall eines Abbruchs, den neben 26 der 32 Fußballkreise in Hessen auch die überwiegende Mehrheit der heimischen Klubs (85 Prozent) favorisiert, rückt die Auf- und Abstiegsregelung in den Fokus. Hier sind nach einer aktuellen Umfrage 50 Prozent der Schwalm-Eder-Vereine für einen Aufsteiger und keinen Absteiger, 35 Prozent für einen Aufsteiger und einen Absteiger.

Unberücksichtigt bleiben potenzielle Relegationsteilnehmer. Sehr zum Verdruss von FCS-Präsident Heinrich Gringel: „Wer auf einem Relegationsplatz steht, hat die Chance aufzusteigen. Kann er die nicht wahrnehmen, sollte er dennoch hochgehen dürfen.“ Die Tabellenzweiten allesamt mit einem Aufstiegsrecht auszustatten, ist für den Regionalbeauftragten Horst Riemenschneider jedoch aufgrund der folgerichtigen Aufblähung der Ligen „nicht realisierbar“.

Also brachte der KSV Hessen Kassel, aktuell Tabellenzweiter der Hessenliga und potenzieller Teilnehmer an den Aufstiegsspielen zur Regionalliga, die Quotientenregel, bei der die Anzahl der Punkte durch die ausgetragenen Spiele geteilt wird, auch für die Relegation ins Spiel. Und läge damit in der Tat vor den zwei weiteren Mannschaften, die noch für die Aufstiegsrunde in Frage kämen.

Dem 1. FC Schwalmstadt würden solche Rechenspiele allerdings wenig nutzen. Dörnberg als Zweiter der Gruppenliga 2 hat in 18 Spielen (40 gegenüber 36) nämlich mehr Punkte geholt. Die Quotientenregel könnte darüber hinaus auch bei den fünf Kreisoberliga-Zweiten, die einen weiteren Gruppenliga-Aufsteiger ausspielen, zur Anwendung kommen. All das ist entscheidungsreif, so dass die Vereine spätestens ab Sonntag die ersehnte Planungssicherheit haben. 

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