Aufstieg mit Schwalmstadt als Höhepunkt

Fußball-Verbandsliga: Karriere von Tobias Frommann endet beim Melsunger FV

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Hand drauf: Tobias Frommann freut sich hier über ein Tor für den Melsunger FV, mit dem er 2019 die Rückkehr in die Verbandsliga feierte. 

25 Jahre lang gehörte Fußball zum Alltag für Tobias Frommann. Das ändert sich nun. Denn da mit einem Saisonabbruch auf Hessenebene (Entscheidung fällt am Samstag) zu rechnen ist, dürfte die Karriere des 30-Jährigen beendet sein.

„Ein ziemlich blöder Abschluss“, räumt der Angreifer in Diensten des Melsunger FV ein. Allerdings „auch nicht zu ändern, weil die Entscheidung lange feststeht. Wir bauen ein Haus, ich werde im Oktober zum zweiten Mal Vater und freue mich, dass ich möglichst viel Zeit mit meiner Familie verbringen darf.“ Wir sprachen mit Tobias Frommann über ...

Torjäger: Grundsätzlich glaube ich, dass man diesen Instinkt in die Wiege gelegt bekommt. Oft ist es Veranlagung, häufiger als andere richtig zu stehen. In der Verbandsliga war und ist Weidenhausens Sören Gonnermann das Maß aller Dinge für meine Generation. Gerade zu Beginn meiner Karriere konnte man mich wohl auch als Torjäger bezeichnen. Doch dann haben sich Spielstil und System verändert, so dass ich dann im Mittelfeld eine andere Rolle hatte.

Vorlagengeber: Frank Schultz. Ganz klar. In Wabern hat mir Franky sicher zwei Drittel meiner Tore aufgelegt. Er war enorm fleißig, hatte einen starken Antritt und hat dann in vollem Tempo geflankt. Ich wusste immer, wo seine Bälle hinkommen. Das hat einfach gepasst.

Verletzungspech: Das hat mich leider meine gesamte Laufbahn im Seniorenbereich begleitet. Muskelfaserrisse, Zerrungen. Es war nervig und schwierig, dass ich mich immer wieder rankämpfen musste. Irgendwann hat es dann gereicht. Das ist auch ein Grund, warum ich aufhöre, um diese Energie für andere Lebensbereiche zu haben.

sein schönstes Spiel: Das war 2014 gegen Lehnerz II. Die waren Tabellenerster, wir mit Schwalmstadt Zweiter. Ich hatte monatelang nicht spielen können, war gerade zurück im Training. Ich wurde eingewechselt und habe in der Nachspielzeit mit einem Heber das entscheidende 2:1 gemacht. Diese Glücksgefühle mit der Mannschaft waren unbeschreiblich schön – und wir waren Spitzenreiter.

seine größten Erfolge: Das war auch 2014. Der Aufstieg mit Schwalmstadt in die Hessenliga. Mein erster Aufstieg. Mein zweiter Aufstieg, 2019 mit Melsungen in die Verbandsliga, war auch toll. Aber der mit Schwalmstadt ist wertvoller.

seine bitterste Niederlage: War ein Unentschieden. Das 2:2 nach 2:0-Führung in der Relegation gegen Ederbergland. Dadurch fehlte uns 2013 ein Tor zum Aufstieg. Umso größer die Freude, als wir uns ein Jahr später belohnen konnten.

den unbequemsten Gegenspieler: Die Duelle mit Sands Robert Garwardt waren heftig umkämpft, ehe er in Schwalmstadt mein Mitspieler wurde. Ebenso sehr zweikampfstark ist Steffen Bräutigam, so dass ich im Training schon ordentlich ran musste.

seine Frisur:Die Haare müssen sitzen und ohne Gel verlasse ich eigentlich nie das Haus. Also war das auch beim Fußball Standard und fiel meinen Mitspielern wohl auf. Einem Kopfballduell bin ich deswegen aber nie aus dem Weg gegangen (schmunzelt). Letzten Mittwoch war ich übrigens direkt beim Friseur. Da hatte ich vorgesorgt (lacht).

das, was ihm fehlen wird: Der gesellige Teil des Fußballs. Das blöde Geschwätz in der Kabine. Mal ein Bierchen mit den Jungs. Auch die gemeinsame Motivation, Ziele zusammen zu erreichen. Es ist einfach etwas anderes, wenn man sich als Mannschaft etwas vornimmt und sich zusammen noch mehr freuen kann, wenn man das dann erreicht hat.

seine sportliche Zukunft: Darüber habe ich mir groß noch keine Gedanken gemacht. Ein Comeback als Spieler wird es mit Sicherheit nicht geben. Auch eine Trainertätigkeit kann ich wohl ausschließen. Ich lasse alles erstmal sacken. Vielleicht spiele ich dann mal Tennis mit meinem Kumpel Steffen Bräutigam.

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