Trainingsbesuch bei den D-Jugend-Mädchen des TuS Großenenglis – Alle auch in Jungenteams spielberechtigt

„Gegentore sind Mangelware“

Zusammen sind sie stark: Die D-Mädchen Victoria Pfaff (von links unten gegen den Uhrzeigersinn), Anna Seidler, Luna Schumann, Nele Vestweber, Mandy Hironymus, Selina Sonnab, Marie Tielmann, Janine Dülger, Leticia Pfaff und Antonia Rieder. Fotos: Kasiewicz

Kleinenglis. Hier wird nicht getrödelt. Wenn die Turnhalle der Grundschule in Kleinenglis erstmal aufgeschlossen ist, gibt es kein Halten mehr. 

Die D-Jugend-Mädchen des TuS Großenenglis haben es eilig. Sehr eilig. Bevor sich die beiden Trainer Ralf Hironymus und Olaf Pfaff richtig sortiert haben, fliegen bereits die ersten Bälle gegen Wände und in die beiden Tore.

Trainer-Duo: Ralf Hironymus (links) und Olaf Pfaff.

„Hier ist Potenzial“, freut sich Ralf Hironymus. Zusammen mit Olaf Pfaff organisiert der 42-jährige Körler das wöchentliche Hallen-Training der D-Jugend-Mädchen des TuS Großenenglis. Eigentlich sei das zu wenig, aber da die Mädchen alle noch ein Zweitspielrecht in Jungenmannschaften haben und bei dreien zudem Einsätze für die Hessenauswahl auf dem Programm stehen, sei die Belastung ohnehin schon recht groß, wissen die beiden Trainer.

Olaf Pfaff

Trainiert werden in der Halle das Acht-Meter-Schießen, Kopfbälle, Passspiel und die Ballkontrolle in Zweikämpfen. „Gerade die Zweikämpfe sind wichtig, wenn die Mädchen in Jungenmannschaften spielen, weil dort mit mehr Härte gespielt wird“, sagt Hironymus, für den das Zweitspielrecht seiner Schützlinge ein wichtiger Baustein in der fußballerischen Entwicklung darstellt.

Und die ist bei den D-Mädchen mehr als ordentlich. So sind sie Kreismeister in der Halle und auf dem Feld. Darüber hinaus haben die Nachwuchskickerinnen noch einen ganz besonderen Erfolg vorzuweisen: Beim E-Jugend-Jungenturnier in Borken hat das Großenenglis-Team tatsächlich gewonnen, dabei 25 Tore geschossen und kein einziges kassiert.

Am Ball: Antonia Rieder (links) und Mandy Hironymus beim Zweikampftraining. Fotos: Kasiewicz

Warum das so war und auch weiterhin so bleiben soll, liegt oft an Selina Sonnak: „Die Jungs schießen schon härter, aber die haben schon komisch geguckt, als sie nicht ein einziges Tor geschossen haben“, sagt die elfjährige Torhüterin des TuS Großenenglis, an der schwer vorbeizukommen ist, wie sie auch im Training unter Beweis stellt.

Süßigkeit zum Auftanken

Zusammen mit Madelaine Hironymus spielt die junge Fußballerin auch beim FC Körle. Während zwischendurch die Mädchen etwas Energie bei mitgebrachten Süßigkeiten tanken – Leticia hatte gerade Geburtstag und bekommt zudem einen Mini-Fußball mit Unterschriften der Mitspielerinnen – freut sich Trainer Olaf Pfaff über das Erreichte: „Gegentore sind bei uns Mangelware, und wir hoffen natürlich, dass die Mädchen möglichst lange bei uns im Verein bleiben.

„Der Weg ist das Ziel, und wir freuen uns natürlich, dass wir den Mädchen mit unseren drei Frauenteams eine Perspektive geben können“, sagt die TuS-Vorsitzende Birgitt Fasshauer.

Für diese Perspektive kommen auch die D-Mädchen aus verschiedenen Teilen des Schwalm-Eder-Kreises nach Großenenglis: Schwalmstadt, Körle, Edermünde und Fritzlar.

„Das machen die, weil es bei uns Spaß macht, aber dabei die nötige Disziplin nicht fehlt“, sagt Olaf Pfaff und Torjägerin Marie Tielmann aus Neubrunslar sagt, was wohl auch viele ihrer Mitspielerinnen in Großenenglis meinen: „Ich will mich durchsetzen. Nicht nur bei den Mädchen, sondern auch bei den Jungen. Bei denen ist das Spiel schon aggressiver, aber die staunen so schön, wenn ich mal ein Tor schieße.“

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