Fußball-Verbandsliga:

Gemeinschaft der A-Junioren des 1. FC Schwalmstadt weiter intakt

Schwalmstadts Trainer Timo Freund
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Hält den „Laden“ zusammen: Timo Freund, nicht nur als Trainer der A-Junioren des FCS gefragt.

Wenn ein Trainer seinen Jungs bereits am 29. Oktober Frohe Weihnachten wünscht, dann muss das einen ganz besonderen Grund haben: Corona. Es war das letzte Training der A-Jugend des 1. FC Schwalmstadt, das kommende Spiel gegen Marburg wurde abgesagt.

Schwalmstadt – Und Timo Freund wusste, „dass wir dieses Jahr nicht mehr spielen werden.“ Der 41-jährige Coach sollte Recht behalten. Kurz darauf wurde die Spielzeit unterbrochen und die (verfrühte) Winterpause eingeläutet. Mitte Januar wollte der gebürtige Homberger den Spielern eigentlich einen Laufplan schicken, um die individuelle Vorbereitung auf die restliche Spielzeit einzuleiten. Er hat‘s verschoben. Nachdem der Lockdown bis Ende des Monats verlängert wurde und ein Wiederhochfahren des öffentlichen Lebens aufgrund konstant hoher Infektionsraten nicht absehbar ist, erscheint auch die geplante Saisonfortsetzung am 7. März gegen Wolfhagen eher utopisch.

Trotzdem. Der Kontakt zwischen Mannschaft und Trainer sowie zwischen den Spielern besteht fort, ist nie abgerissen. „Die Gemeinschaft existiert weiter“, sagt Trainer Freund. Der hat vor Weihnachten seiner Schützlinge angerufen, sich danach erkundigt, wie es ihnen geht, ihnen Mut zugesprochen. Denn: „Ich weiß, dass ihnen besonders in den Ferien die Decke auf den Kopf fällt.“

Anfragen aus dem Seniorenlager

Mittlerweile rufen auch sie ihn an. Bitten um Rat. Etwa, wenn die ersten Angebote von anderen Vereinen für Spieler eingehen, die in der kommenden Saison ins Seniorenlager wechseln. Sein Appell, der mehr noch an die FCS-Führung gerichtet ist: „Jetzt gilt es, das Team zusammen zu halten. Da wächst eine neue Generation heran, die dem Verein helfen kann, in drei bis vier Jahren mit eigenen Kräften in die Verbandsliga zurück zu kehren.“

Timo Freund muss es wissen. Hat er doch die meisten seiner Jungs schon im dritten Jahr unter seinen Fittichen, haben die in der aktuellen Saison einen echten Aufschwung erlebt. Zwei Siege, ein Remis und eine Niederlage lautet die Bilanz nach vier Spielen. Macht den siebten Platz (bei sechs Partien im Rückstand), auf dem die höchst spielende A-Jugend des Schwalm-Eder-Kreises überwintert, nachdem sie in der Saison 2019/2020 als Vorletzter (bis zum Abbruch) stets im Abstiegskampf steckte. „Die Kluft in der Klasse war riesig“, erinnert sich der Schwälmer Coach.

Und will diese „wichtige Erfahrung“ doch nicht missen. Denn im Umgang mit den Spielern, die es immer wieder galt aufzubauen, habe er viel gelernt: „Wir haben die Kameradschaft gefördert und waren so in der Lage, die Niederlagen wegzustecken und auch einige Erfolgserlebnisse zu sammeln.“

Neuzugänge erfüllten Erwartungen

In der Saison danach konnte der langjährige Verteidiger der SG Hülsa-Knüll die Ziele - das Erreichen der Playoffs (einen Platz unter den ersten acht) nach der Hinrunde - wieder höher schrauben. Aus der B-Jugend kamen starke Spieler wie Tim Hagemeier, Tim Koch oder Tim Wenzlik hoch und die Neuzugänge erfüllten die Erwartungen: Torwart Laurenz Kuhn vom Hessenligisten KSV Baunatal, wo er allerdings meist auf der Bank saß (Freund: „Er ist sehr ehrgeizig und wird mit zunehmender Spielpraxis immer besser“), der Sechser Christoph Luckhardt („Eine echte Bereicherung für uns“) und Außenverteidiger Leon Seitz vom VfB Marburg. Dazu blühten Talente wie Henry Lenz, Daniel Kraft, Ben Zorhagen und Jonas Dingel im zweiten A-Jugend-Jahr auf.

Eine der größten Stärken ist trotz individueller Qualitäten der Zusammenhalt der Mannschaft, wozu auch die gute Kooperation mit Co-Trainer Mario Naumann beiträgt. Dazu wurde von Timo Freund das Pressing verbessert, was wiederum zu einem gefährlichen Umschaltspiel beigetragen hat. Der bisherige Ertrag hätte indes bei konsequenter Nutzung der Torchancen noch größer sein können. So ist Kapitän Henry Lenz mit drei Treffern der bisher beste FCS-Torschütze, während der eigentliche Torjäger Daniel Kraft (1) noch etwas Ladehemmung hatte.

Aber auch schon, wie einige seiner Kameraden, in der zweiten Mannschaft des FCS in der Kreisoberliga aushalf. Eine wichtige Erfahrung für Spieler im zweiten A-Jugendjahr, um die sie durch die Spielpause gebracht werden. „Es ist das Ende eines fußballerischen Lebensabschnitts, in dem die Talente auf ihr erstes Seniorenjahr vorbereitet werden“, betont Schwalmstadts Coach.

Und hofft deshalb, seinen Laufplan sobald wie möglich verschicken zu können. Mit der Aussicht, dass es bald wieder losgeht. Und seine Jungs den Aufschwung fortsetzen können. (Ralf Ohm)

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