Ligapokal

Gensungen beim 25:24 in Gelnhausen mit tollem Finish

Starkes Finish: Jona Gruber führte die ESG in der Schlussphase zum ersten Sieg im Ligapokal.
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Starkes Finish: Jona Gruber führte die ESG in der Schlussphase zum ersten Sieg im Ligapokal.

Jona Gruber strahlte und stand gleichzeitig vor einem Rätsel. „Bei so vielen Fehlwürfen kann man eigentlich kein Spiel gewinnen“, erklärte der Spielmacher der ESG Gensungen/Felsberg. Kann man doch! Mit 25:24 (14:14) nahm der heimische Handball-Drittligist die hohe Hürde beim TV Gelnhausen und feierte damit nach drei Remis den ersten Sieg im Ligapokal.

Gelnhausen - „Ein tolles Gefühl“, freute sich auch Trainer Arnd Kauffeld, „besonders angesichts der speziellen Umstände.“ Drei Mal hatten sich seine Schützlinge in den vorausgegangenen Spielen in der Schlussphase noch die Butter vom Brot nehmen lassen - diesmal drehten sie den Spieß um. Denn als Jonathan Malolepszy in der 48. Minute mit zwei Treffern auf 21:18 erhöhte, drohte den Edertalern gar die erste Niederlage. Doch sie blieben „cool“. Und mutig. Und steckten die eigenen Fehler weg.

Die bestanden hauptsächlich darin, dass die Gäste eine Vielzahl ihrer häufig gekonnt herausgespielten Chancen nicht nutzen konnten. Was auch an den starken TVG-Schlussleuten Julian Lahme und Marius Sulzbach, der allein drei Siebemeter parierte, lag. Dadurch wurde die gute Gensunger Abwehrarbeit und die 16 Paraden des erneut starken Lukas Voß nur unzureichend veredelt. Hinzu kamen in der Anfangsphase gleich drei Zeitstrafen, was die wachen Südhessen zu einem 4:0-Lauf zum 9:5 (18.) nutzten.

Gensungen lief also erst mal hinter her, sammelte sich, besann sich besonders auf seine defensiven Stärken und schob dadurch das eigene Umschaltspiel an. Allerdings: die scheinbare Wende zum 14:15 durch zwei Treffer von Jan Hendrik Otto und Cornelius Feuring (31.) war ein trügerisches Vergnügen. In der Schlussphase drohte erneutes Ungemach.

Jona Gruber riss das Spiel an sich

Als die Not am größten war, bewies die Mannschaft indes „eine erstaunliche Ruhe und Übersicht“ (Kauffeld). „Wir sind ruhig geblieben und haben dann auch unsere Angriffe konsequent zu Ende gespielt“, konnte Spielmacher Gruber mit Fug und Recht behaupten, als die Gäste die Partie in den letzten 12 Minuten noch aus dem Feuer rissen.

Der Ex-Melsunger übernahm dabei eine Führungsrolle. Und Verantwortung. Bei seinen Treffern zum 21:19 (48.), 21:21 (50.) und 24:24 (57.), ein mutiger Schlagwurf, dem Heinrich Wachs 66 Sekunden vor Schluss das Siegtor folgen ließ. Das Niveau in der ESG-Abwehr hatte zwischenzeitlich der eingewechselte Jannis Kothe noch mal angehoben. So verpuffte der letzte Gastgeber-Angriff, als die Gelnhäuser mit einem zusätzlichen Feldspieler alles auf eine Karte setzten, Spielmacher Malolepszy aber verzog.

Zu den „speziellen Umständen“ des ESG-Sieges gehörte auch eine Hiobsbotschaft: Vince Schmidt hatte sich im Abschlusstraining einen Bänderriss im Fußgelenk zugezogen und fällt damit in den nächsten Wochen aus.

Gens./Felsberg: Voß (16 Paraden/24 Gegentore), Wachs 6/2, Otto 6/2, Gruber 4, Feuring 3, Lippold 3, Koch 2, Kothe.

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