3. Handball-Liga

Gensungens Heimpremiere fiel wegen Corona-Verdachstfall bei Gegner Hagen aus

Meinhard Rudolff, Mannschaftsarzt der ESG Gensungen/Felsberg
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Meinhard Rudolff

Ein Corona-Verdachtsfall beim Gast Eintracht Hagen verhinderte die Heimpremiere des Drittliga-Aufsteigers ESG Gensungen/Felsberg.

Gensungen - Samstag, 19 Uhr in der Gensunger Kreissporthalle. Draußen bilden die Zuschauer, die unter Corona-Bedingungen rein wollen, eine Schlange, die die Treppe rauf bis zum Parkplatz reicht. Teils im Dunkeln, zum größten Teil maskiert, auf jeden Fall geduldig und diszipliniert. Die 283 Fans wissen, dass am Eingang ihre Personalien fürs Gesundheitsamt bestätigt werden müssen. Danach werden sie von einem Ordner der ESG Gensungen/Felsberg freundlich zu ihrem Platz geführt. Drinnen fällt auf, dass sich in seiner Hälfte nur der Gast warm macht. Die Mannschaft des VfL Eintracht Hagen, Top-Favorit der 3. Liga Nord-West, gegen den die Trauben für den heimischen Aufsteiger besonders hoch hängen.

Doch von dem ist nichts zu sehen, denn er hat sich in seiner Kabine verschanzt. Es besteht Diskussionsbedarf. Über eine Meldung, die den Gegner gegen 18 Uhr erreichte: Ein Hagener Spieler hatte gestern mit einem Freund zusammen gegessen, der heute positiv auf Corona getestet wurde und der bereits die Halle verlassen hatte.

„Unsere erste Reaktion war: wir spielen“, berichtete ESG-Trainer Kauffeld, ehe er „Zweifel in den Augen“ seiner Spieler ausmachte. Und die Entscheidung fällte: wir spielen nicht. Warum? „Wir wollen nicht zum Ansteckungsmultiplikator in einer Region werden, die vom Corona-Virus noch halbwegs verschont ist.“

Restrisiko war zu groß

Auch Mannschaftsarzt Meinhard Rudolff befand, dass das „Restrisiko“ zu hoch gewesen wäre. Schließlich sind die Gensunger Spieler keine Profis, sondern müssen sich am Montag am Arbeitsplatz oder in der Uni einfinden. „Diesen Rattenschwanz an möglichen Ansteckungsgefahren kann niemand verantworten“, erklärte Rückraumspieler Max Bieber. Und war wie Mannschaftskamerad Jona Gruber trotzdem frustriert über den Spielausfall, immerhin ihre Heimpremiere in der 3. Liga.

Denn: „Wir waren heiß auf die Hagener“ (Gruber). Die hätten - natürlich ohne ihren Spieler in Corona-Verdacht - gern gespielt. „Wir waren bereit“, betonte Trainer Stefan Neff, hatte aber auch Verständnis für die Haltung des Gastgebers. Wie auch Michael Stock, der Sportliche Leiter der Eintracht: „Ich kann verstehen, dass einige Gensunger in einer solchen Situation nicht spielen wollen.“ So wurde letztlich „gemeinsam entschieden“ (Stock), nicht zu spielen. Und darüber auch Klassenleiter Andreas Tiemann unterrichtet.

Bereits am Sonntag sollten alle Hagener Spieler getestet werden, am Montag die Ergebnisse vorliegen. Auf eigene Initiative, denn solche Tests sind nur in der 1. und 2. Liga vorgesehen, in der 3. Liga lässt der DHB damit die Vereine allein, was nicht nur der ESG-Coach kritisiert.

Um 19.25 Uhr werden dann auch die Zuschauer, die bereits auf ihren Plätzen sitzen, vom Spielausfall informiert. Die Enttäuschung steht jedem im Gesicht geschrieben, doch die Fans schlucken sie herunter, erheben sich und verlassen weitgehend stumm die Halle. Durch den Ausgang gegenüber dem Haupteingang, womit jedes Gedränge vermieden wird. Immerhin: Der Gastgeber und seine 30 Ordner hatten ihre Bewährungsprobe bestanden, ein Hygienekonzept freundlich und bestimmt umgesetzt, das bestens funktioniert. Und offensichtlich Zukunft hat. Die schon am 24. Oktober mit dem Derby gegen Eintracht Baunatal beginnt.

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