3. Liga

Gensungens Trainer Kauffeld hofft auf Trotzreaktion im Derby

Die Ausgangsposition könnte, gelinde gesagt, besser sein. Vor dem Spiel, das alle - Spieler und Umfeld - elektrisiert, das Drittliga-Derby gegen Eintracht Baunatal (Sa. 19.30 Uhr), musste Gastgeber Gensungen/Felsberg erst mal seine Wunden lecken.

Gensungen - Denn beim Saisonstart ging fast alles schief, was schief gehen konnte. Symptomatisch: allein fünf vergebene Siebenmeter. Eine fatale Eigendynamik, laut Trainer Kauffeld ausgelöst durch „unglaubliche viele einfache Fehler“ seiner Mannen, die dann in eine 17:31-Pleite bei den Bergischen Panthern mündete. Doch die sei nach kurzer, aber intensiver Aufarbeitung „abgehakt.“ Mehr noch. Der ESG-Coach setzt auf eine Trotzreaktion unter dem Motto: „Jetzt erst recht“.

Mittelmann Jona Gruber, der seine Lehrjahre (von der D- bis zur B-Jugend) bei der Eintracht verbrachte, verspricht, „dass wir einen ganz anderen Auftritt hinlegen werden.“ Gegen einen vor Selbstbewusstsein strotzenden Gegner, der trotz des Ausfalls einiger Leistungsträger beim 34:27-Erfolg gegen den TuS Volmetal einen Einstieg nach Maß in die neue Spielzeit hinlegte.

Dabei gilt es auch, die nötigen Lehren aus der 25:30-Heimniederlage vor einem Jahr zu ziehen. Sich also vor allem auf Baunatals „Kopf“ Marvin Gabriel einzustellen. Der 31-Jährige führt den bärenstarken Rückraum der Eintracht an, „den wir auf keinem Fall spielen lassen dürfen“ (Kauffeld). I

In der 6:0-Deckung der Weinrich-Schützlinge stellte der Routinier als offensiver Halber den Edertalern zahlreiche Fallen, in die die Edertaler prompt hinein tappten. Also reiche da allein „Schema F“ gegen die antizipativ starken Baunataler nicht. „Wir müssen variabel spielen und die sich bietenden Räume mit unseren zweikampfstarken Spielern besetzen“, fordert Arnd Kauffeld.

Allerdings: Sicher ist Gabriels Einsatz aufgrund einer Oberschenkelzerrung nicht. Das gilt auch für den angeschlagenen Halblinken Phil Räbiger. „Beide werden spielen“, glaubt ESG-Kreisläufer Christoph Koch indes nicht daran, „dass sie sich dieses brisante Spiel entgehen lassen werden.“ Felix Geßner und Lasse Reinhardt fallen dagegen auf jeden Fall aus. Gensungen muss auf Nico Jedinak verzichten, dafür kehrt wohl Cornelius Feuring in die Mannschaft zurück, was bei Vince Schmidt und Jannis Kothe eher unwahrscheinlich ist.

Kreissporthalle ist ausverkauft

Ein weiterer „Faktor“ des souveränen Derbysieges der Eintracht in der abgebrochenen Covid-Saison 20/21: Torwart Patrick Ziebert (17 Paraden), der seinen Kasten phasenweise zunagelte. Diesmal steht Marian Mügge in der Verantwortung, gewillt an alter Wirkungsstätte zu zeigen, was er dort im ESG-Trikot nur selten zeigen konnte. Bei den Edertalern hat Lukas Voß in der Vorbereitung „einen Schritt nach vorn gemacht“ (Kauffeld), zu Stammtorwart Marc Lauterbach aufgeschlossen.

„Ein gut aufgelegter Schlussmann könnte der Schlüssel zum Erfolg sein“, weiß Gensungens Rückraumspieler Heinrich Wachs. Und setzt, voller Vorfreude, noch auf einen anderen möglichen Trumpf: „Die Zuschauer können uns zum Derbysieg tragen.“ 399 sind‘s, immerhin, und damit die „Hölle Nord“ zu Pandemiezeiten ausverkauft.

Ein Torwartduell, das im Derby zum Zünglein an der Waage werden könnte: Gensungens Lukas Voß (l.) gegen den Ex-Gensunger Marian Mügge.

Rubriklistenbild: © Pressebilder Hahn

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