3. Liga

Gensunger Angriff von der Rolle beim 25:27 gegen Menden

Gensungens Torwart Lukas Voß
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An ihm lag‘s nicht: Gensungens Torwart Lukas Voß, der hier einen Siebenmeter von Tim Brand (SG) hält.

Die Talfahrt der ESG Gensungen/Felsberg in der 3. Liga setzt sich fort. Beim 25:27 gegen die SG Menden Sauerland Wölfe kassierte der Aufsteiger im sechsten Spiel die sechste Niederlage.

Gensungen - Es hat selten so lange gedauert, bis sich die Zuschauer nach dem Schlusspfiff eines Heimspiels der ESG Gensungen/Felsberg von ihren Plätzen erhoben. Beinahe fassungslos mussten sie die vorausgegangenen 60 Minuten erst mal sacken lassen. Derweil standen die Spieler des heimischen Handball-Drittligisten verloren auf der Platte. Versammelten sich wie in Trance, um dem Gegner zu gratulieren. Und um den eigenen Fans für ihre Unterstützung zu danken.

Die hatten sich mittlerweile mental geschüttelt und verabschiedeten ihre Lieblinge der sechsten Saisonniederlage zum Trotz mit einem warmen Applaus, den diese dankbar und demütig entgegennahmen. Wohlwissend, dass sie ihn angesichts einer 25:27 (14:12)-Niederlage gegen die SG Menden Sauerland Wölfe keineswegs verdient hatten.

„Wir haben es erneut verpasst wegzuziehen und stattdessen den Gegner aufgebaut“, haderte Kreisläufer Koch mit der Abschlussschwäche seiner Mannschaft, die als Einladung für die zunächst eher zurückhaltenden Gäste durchging, im Spiel zu bleiben. Bis zum 9:9 (18.) hatten sie kaum eigene Akzente gesetzt, fast nur von den Defiziten der Edertaler gelebt und dessen technische Fehler sowie Fahrkarten in erfolgreiche Tempogegenstöße umgemünzt.

SG-Torwart Jannack freut sich über „dankbare Bälle“

Auch als Rechtsaußen Schalles per Siebenmeter das 10:9 (19.) erzielte, sprach wenig dafür, dass die Gensunger ihre Konfusion im Positionsangriff, wo sich nur der Halblinke Schmidt einige Male in Szene setzen konnte, ablegen könnten. Bei einem torlosen Überzahlspiel wurde die Verantwortung mit dem Ball einfach nur weiter gegeben, statt die sich bietenden Räume zum Durchbruch zu nutzen. Dann steigerte sich Torwart Voß, parierte einen Brand-Siebenmeter und ließ Linksaußen Schulte verzweifeln. Jona Gruber, Hannes Friedrich und Maxim Schalles veredelten seine Paraden zum 13:9 (25.) - und nährten die Hoffnung, dass sich die Edertaler endlich frei spielen konnten.

Sie währte nur kurz. Feurings Schrittfehler und Schalles‘ Scheitern an Torwart Jannack signalisierten die prompte Rückkehr in den alten, verzagten, verkrampften Trott. Statt des möglichen 15:9 stand‘s nach einer 0:3-Unterzahl plötzlich 13:12 (29.). „Uns fehlte einfach die Konsequenz im Abschluss“, konstatierte ein frustrierter Maxim Schalles.

Ein Spiel entscheidendes Manko. Denn: Die Mendener hatten noch vor der Pause Lunte gerochen, um danach das Kommando zu übernehmen. Die agile 6:0-Deckung mit ihren aggressiven Halben schürte die gegnerische Verunsicherung noch, der überragende Jean Luca Jannack (16 Paraden) freute sich über einige „dankbare Bälle“. Und im SG-Angriff drehte Maximilian Klein auf. Im Duett mit dem wieselflinken Tim Brand sorgte der Rückraumspieler zunächst für die Wende zum 16:18 (38.) und verhinderte in der Schlussphase mit seinen Toren eine mögliche Gensunger Aufholjagd.

Den Rest besorgte sein Schlussmann bzw. die mittlerweile mit der Brechstange agierende gegnerische Offensive. Die letzte Option, die ebenso verpuffte wie die vorausgegangenen Wechsel von Arnd Kauffeld. „Je mehr wir wollten, desto weniger hat geklappt“, beschreibt der ESG-Trainer das offenkundige mentale Problem seiner Mannen. Das hatten auch die Fans erkannt - und mit einem keinesfalls selbstverständlichen Verständnis reagiert.

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